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Sonntag, 14.05.2017 - Zum Glück schlafen die vielen Hunde auch des Nachts. Trotzdem geht morgens schon das eine oder andere Gekläffe los. So kommt es, dass wir ebenfalls relativ früh aufstehen und auch früh vom Campingplatz wieder abreisen.

Für unser erstes Tagesziel muss ich jetzt etwas ausholen. Und zwar glauben ja viele Menschen, dass die Sage um Merlin und König Artus irgendwo in Wales oder England spielt. Die Bretonen wissen das natürlich besser. Die Sagen spielen natürlich in der Bretagne. Und zwar vor allem in dem bretonischen Ur-Wald, den wir auch aus den Asterix-Bänden gut kennen und der hierzulande Brocéliande genannt wird.

Es gibt viele Hinweisschilder auf den Wald, von dem heute nur noch ein winziger Rest existiert, der sich zwischen Rennes und unserem Standort in Ploermel befindet. Natürlich ist die waldreiche Gegend heutzutage auch von Straßen durchzogen. Diese sind, wie wir heute feststellen, recht schmal und führen durch eine schöne Mittelgebirgslandschaft, die sehr an das Bergische Land erinnert.

Jedenfalls gibt es dort auch einige Dörfer, die alle sehr bretonisch daherkommen. Im Ort Tréhorenteuc gibt es die Eglise-du-Graal. Denn der heilige Gral darf natürlich nicht fehlen in einer guten Artus-Saga. Jedenfalls fahren wir einfach mal zu der Kirche. Aber natürlich gibt es auch hier keinen heiligen Gral. Das wäre wohl ja auch zu einfach gewesen, wenn man einfach nur einem Schild hätte folgen müssen, um den Gral zu finden.

Es stellt sich heraus, dass dem Namen der Kirche kein Geheimwissen über den Gral zugrunde liegt, sondern einfach nur ganz normales kaufmännisches Wissen. Ein Pfarrer des Ortes hatte die Idee, Bilder der Artus-Saga in der Kirche aufzuhängen und selbige nach dem Gral zu benennen. Aber dies alles aus rein monetären Gründen. Und wie man sieht, es funktioniert. Jedes Jahr pilgern unzählige Esoteriker in den Ort, um sich das Gralswunder anzuschauen.

Wir machen jedenfalls einen kleinen Spaziergang, auch über den heute stattfindenden, viel interessanteren Flohmarkt gegenüber der Kirche. Außerdem natürlich ein paar Fotos. Dem Pfarrer, der die gute Idee hatte, haben die Einwohner ein Denkmal gesetzt. Er steht jetzt als Bronzefigur vor dem Eingang der Kirche.

Wir machen uns wieder auf den Weg und bleiben dem Plan treu, viel Neues in der Bretagne zu entdecken, für das wir uns bei unseren bisherigen Besuchen, noch keine Zeit genommen hatten.

Also geht es nun nach St. Marcel auf halbem Weg zwischen Ploermel und Vannes. Hier gibt es ein wichtiges WW2-Museum. Und zwar das Museum der Resistance der Bretagne. Das Museum steht an historischem Ort, nämlich dem Platz eines Kampfes der örtlichen Resistance mit den Besatzern am 18.06.1944, also zwei Wochen nach der Invasion in der Normandie.

Die Bretagne war damals Teil des besetzten Frankreichs und im Zuge der Befreiung waren in dieser unzugänglichen Gegend britisch unterstütze, französische Fallspringspringer abgesetzt worden, die im Kontakt zu den örtlichen Resistance-Zellen den Widerstand führen sollten. An besagtem Tag kam es dann zu einer regelrechten Schlacht zwischen der Wehrmacht und der Resistance, bei dem die Wehrmacht erstmals unterlegen war. In der Folge kam es zu Bestrafungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung.

Die deutsche Wikipedia hat für dieses Ereignis noch nicht einmal einen Artikel parat, aber im Gedächtnis der Bretonen sind diese schrecklichen Tage fest verankert. Uns wurde auch erst heute mit Besuch des Museums bewusst, was sich hier ereignet hat.

Eigentlich ist es schade, dass dieses wichtige Thema nur in dieser abgelegenen Gegend bearbeitet wird. Das liegt natürlich daran, dass das Museum an dem historischen Ort errichtet wurde. Aber irgendwie ist hier doch zu wenig los. Wir hoffen, dass es nur daran liegt, dass heute Sonntag ist und die Bretonen sich heute anderweitig beschäftigen als mit so einem schwierigen geschichtlichen Thema. Wir sind uns jedoch sicher, dass die Schulklassen der Umgebung samt und sonders durch dieses Museum geführt werden.

Unter dem Strich ein gelungenes Museum, leider nur auf Französisch und sozusagen mit englischen Untertiteln. Außerdem werden hier unglaublich viele echte Waffen aus der Kriegszeit ausgestellt. Anscheinend ist wirklich jeder Typ von Schusswaffe hier vertreten.

Jetzt haben wir für heute nur noch ein neues Besichtigungsziel übrig: Wir wollen mal nach Vannes, der alten Stadt am Nordufer des Golfe-de-Morbihan.
Zunächst gestaltet sich die Parkplatzsuche sehr schwierig. Nur sehr weit außerhalb finden wir am Anfang Parkmöglichkeiten. Aber wir wollen nicht extra die Fahrräder vom Träger nehmen, sondern lieber zu Fuß ins Zentrum.

Durch die Parkplatzsuche bekommen wir aber bereits einen guten Eindruck von der Stadt und wo was liegt. Das hilft uns dann, als wir endlich einen günstigen Parkplatz gefunden haben. Als erstes schauen wir uns die Stadtmauer mit dem Schloss an, die von einem schönen Park eingerahmt werden. Am Südende der Stadtmauer gibt es ein altes Stadttor, das zum Hafen führt. Hier ist ein dichtes Gewimmel von Menschen unterwegs.

Durch die alten Gassen, auf die im letzten Krieg keine Bomben fielen und die daher gut erhalten sind, schlendern wir durch die Stadt. Es gibt viel Fachwerk und eine große gotische Kathedrale. Und zum ersten Mal in diesem Urlaub sehen wir andere Touristen aus Deutschland.

Dann geht es nur noch um die Frage, wo wir heute übernachten werden. Wir schauen uns die Auswahl der WoMo-Stellplätze und Campingplätze an und entscheiden uns für einen altbekannten Campingplatz, nämlich den in Locmariaquer direkt westlich der engen Durchfahrt in den Golf. Hier waren wir nun schon einige Male und wissen, dass wir mit den dortigen Verhältnissen prima klarkommen werden.

An der Rezeption geht das Einchecken sehr schnell, da man dort nur die alten Daten neu aufrufen muss. Zunächst bekommen wir den gleichen Platz wie bei unserem letzten Besuch vor drei Jahren. Doch diesmal ist der Platz weniger belegt und die wenigen Plätze vorne an mit Blick auf die Bucht sind frei, so dass wir uns dort einen Platz aussuchen.

2017051410. Nacht
Locmariaquer
Camping La Falaise
Tageskilometer: 125

 

 

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