deutschland eu belgien
niederlande oesterreich italien
schweiz tschechien spanien
kroatien luxemburg frankreich
slowenien andorra  

stepmap karte reiseziele 1490680

Freitag, 29.04.2011 - Heute brechen wir zu unserer ersten längeren Reise auf. In erster Linie wollen wir nach Südtirol und dann ggf. noch ein Stück weiter ins Trentino und an den Gardasee. Ob wir das alles in den zu Verfügung stehenden zwei Wochen schaffen werden, ist ja noch fraglich. Aber es sind ja auch noch gar keine festen Reisepläne, sondern wir werden uns einfach mal treiben lassen und schauen, wo es uns gefällt.

   
Direkt am "Eingang" von Südtirol gibt
es eines der bekannstesten
Fotomotive: Der versunkene Kirchturm

im Reschensee.
Reiseroute in Südtirol
Übernachtungen in blau
(+ Vergrößern)

Wir kommen erst spät von zu Hause weg, fahren die ersten 300 km und übernachten auf einem kleinen Stellplatz in Bruchsal. Im hiesigen Industriegebiet gibt es drei ausgewiesene Stellflächen für Mobile. Außerdem sind Stromanschlüsse und Ver-/Entsorgung vorhanden. Davon benötigen wir heute aber noch nichts, so dass wir einfach nur die letzte freie Stellfläche belegen und uns danach schnell zum Schlafen legen.

   
Übernachtungsplatz in Bruchsal  

Stellplatz Autohaus Konrad
in Bruchsal
gebührenfrei
ca. 120 m NN
Tageskilometer: 297
Der Rest der Welt: Schaut sich im Fernsehen die erste Hochzeit von Prinz William an.

Samstag, 30.04.2011 – Wir werden früh wach und fahren zunächst ohne Frühstück los. In Bruchsal finden wir auch einen Bäcker, bei dem wir Brötchen kaufen, bevor es dann wieder auf die Autobahn geht. Wir wollen noch die paar Kilometer bis hinter Karlsruhe schaffen, um zumindest schon mal den zu erwartenden Staus auf der A 5 zu entgehen. Der erste Parkplatz an der A 8 wird dann unser Frühstücksplatz.

Die weitere Fahrt verläuft unproblematisch und vor allem staufrei. Von der A 7 bekommen wir eine tolle Sicht auf die vor uns liegenden Berge. Wir überlegen, ob wir nicht vielleicht doch langsamer machen sollten, um statt durchzufahren, einfach den restlichen Tag und die nächste Nacht in Füssen zu verbringen.

Aber irgendwie zieht es uns ja doch weiter. Über den Fernpass geht es hinab ins Inntal. Da wir keine Vignette aber dafür viel Zeit haben, fahren wir nicht über die Autobahn, sondern nehmen die parallel verlaufende Landstraße. Hier zeigt sich das Inntal von seiner schönsten Seite und es wird eine kurzweilige Fahrt bis zum Reschenpass. Am Reschenpass suchen wir uns erstmal einen Parkplatz mit schönem Panoramablick, den wir bei einem guten Essen genießen.

   
Rastplätze mit Panoramablick  

Leider hat der Reschensee einen sehr niedrigen Wasserstand. Von weitem sieht es so aus, als stünde der berühmte aus dem Wasser ragende alte Kirchturm auf dem Trockenen. Als wir dann später weiter fahren, sehen wir, dass es zumindest noch einen Wasserrest rund um den Turm gibt.

Viel weiter fahren wir heute dann aber auch nicht mehr. An der Staumauer des Reschensees liegt der kleine Ort St. Valentin auf der Haide mit seinem noch kleineren Campingplatz Thöni. Hier bleiben wir für die Nacht.

Camping Thöni
in St. Valentin a. d. Haide
19,50 Euro inkl. Strom, WC, Dusche, Ver-/Entsorgung
ca. 1454 m NN
Tageskilometer: 454
Der Rest der Welt: Freut sich über den neuen Deutschen Badmintonmeister Berlin und den neuen Deutschen Fußballmeister Dortmund.

Sonntag, 01.05.2011 – Die Nacht, die wir auf immerhin rund 1.500 m Höhe verbracht haben, war draußen ziemlich kalt, so dass es am Morgen erst mal lange dauert, bis die Sonne wieder für Wärme sorgen kann. Aus diesem Grund lassen wir die eigentlich geplante Radtour um den Reschensee ausfallen und fahren ein Stück das Etschtal hinab, wo wir uns etwas mehr an Wärme erhoffen.

 
Panorama auf Burgeis mit dem Kloster

Allzuweit fahren wir aber nicht, denn schon in Burgeis, gibt es wieder etwas zu besichtigen. Etwas oberhalb liegt das Kloster Marienberg am Hang mit toller Aussicht über das weite Tal. Zwar gibt es auch eine Straße hinauf zum Kloster, aber Tina ist die Streckenführung zu steil und zu schmal, so dass wir zu Fuß dort hinauf laufen.

   
Kleine Wanderung mit lohnendem
Ausblick...
...zum Kloster Marienberg

Die Mühe lohnt sich tatsächlich, denn die Aussichten über das Etschtal sind grandios. Auch das Kloster selber ist sehr schön. An der Südseite erinnert es an ein Tibetanisches Kloster. Das Museum, das man vom Innenhof aus erreicht, sparen wir uns allerdings und wandern wieder gemütlich zum Mobil zurück.

Nächstes Ziel ist das Städtchen Glurns, das vor allem mit einer vollständigen mittelalterlichen Stadtmauer inklusive Wehrgang und Wachtürmen aufwarten kann. Die Durchfahrthöhe durch die alten Stadttore ist höhenmäßig begrenzt. Wir trauen uns nicht, dort durchzufahren und geraten auf eine ziemliche Irrfahrt bei dem Versuch von der anderen Seite den Glurnser Mobil-Stellplatz zu erreichen.

   
Ziemlich eng die Stadttore "Danke" an das Navi für diese Strecke

Schließlich finden wir ihn aber doch und stellen fest, dass die Durchfahrt durch die Stadt vermutlich viel einfacher gewesen wäre, als unser Umweg. Allerdings haben wir auch ein paar tolle „Single-Track-Roads“ in der Gegend kennen gelernt, wo sich bestimmt noch nicht allzuviele Wohnmobile hin verirrt haben.

   
Die Zufahrt zum Stellplatz ist eng aber machbar  

Wir lassen das Mobil auf dem Stellplatz und nehmen nun die Räder, um nach Glurns zu fahren. Das ganze Städtchen ist sehr eng und macht einen authentisch mittelalterlichen Eindruck – zumindest wenn man sich die Besucherscharen wegdenkt. Überhaupt sind hier so viele Touristen, dass man sich unweigerlich fragt, wie das hier erst in der Hauptsaison aussehen soll.

Das ist diesmal aber nicht unser Problem. Wir beenden den Tag auf dem Stellplatz mit Lesen in der Sonne und einem leckeren Abendessen.

Stellplatz in Glurns
12 Euro + 2 Euro Strom
ca. 921 m NN
Tageskilometer: 33

Montag, 02.05.2011 – So richtig warm scheint es heute nicht zu werden. Dabei wollen wir doch endlich auch mal eine etwas längere Tour mit dem Fahrrad unternehmen. Wir frühstücken daher länger und lassen uns Zeit. Als es warm genug erscheint, nehmen wir den Radweg durch das Etschtal unter die Fahrräder.

Dabei ist der Weg sehr gut ausgeschildert – immer leicht bergab theoretisch bis Meran. Wir fahren überwiegend durch ausgedehnte Apfelplantagen und genießen abwechselnd die Ausblicke auf die Berge oder auch auf den manchmal recht schnellen Lauf der Etsch.

Um in einem so trockenen Tal wie dem Vinschgau überhaupt Äpfel anbauen zu können, ist ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem nötig. Und so sind die hiesigen Landwirte vollauf damit beschäftigt, ihre Plantagen zu pflegen und vor allem zu bewässern.

An einer Stelle wird der ganze Radweg auf gut 200 Metern gleich mitbewässert. Im Sommer ist diese unfreiwillige Dusche sicherlich eine willkommene Erfrischung, doch heute ist es eigentlich zu kühl dafür.

   
Startklar für die Radtour sehr erfrischend

Die Radreise geht heute nur bis Laas, wo uns mittlerweile einfach zu viele dicke Wolken am Himmel hängen, um noch weiter zu fahren. Wir schwenken ab und fahren zum Bahnhof. Die Vinschgau-Bahn fährt hier jede Stunde und nimmt auch Fahrräder mit.

Vom Bahnhof aus hat man gute Aussicht auf das Industriegebiet, wo der seltene weiße Marmor verarbeitet wird. Die riesigen Blöcke sind wirklich sehr beeindruckend und werden hier zu handlicheren Platten, Säulen oder Steinen weiter verarbeitet. Und wie es sich für eine Marmormetropole wie Laas gehört, besteht hier sogar der Bahnsteig aus Marmorsteinen.

   
Bahnsteig aus weißem Marmor
in Laas
viele Fahrräder in der
Vinschgaubahn

Die Bahn bringt uns schnell wieder talaufwärts. Das Mobil hatten wir am Stellplatz in Glurns stehen lassen. Wir stärken uns kurz, machen die Ver-/Entsorgung und fahren los.

   
Abschied aus Glurns  

Es geht ins Tal Richtung Stilfser Joch. Die Passstraße ist zwar noch geschlossen, aber wir biegen eh vorher nach links ab und fahren hinauf nach Sulden. An der Bergbahn ist immer noch Winter-Skibetrieb. Leider ist eine Übernachtung hier oben auf 1900 m nicht möglich.

   
Noch Winterbetrieb in
Sulden auf ca. 1900 m
schöne Aussicht, aber noch ganz
schön frisch

Wir stellen die Stühle raus, nehmen ein kleines Sonnenbad und genießen einfach nur die herrliche Aussicht auf die vergletscherten Riesen der Ortlergruppe. Letzteren bekommen wir leider nicht zu sehen, weil er sich in Wolken gehüllt hat.

Wohl oder übel müssen wir wieder runter ins Tal. Mit Hilfe des Navis suchen wir nach einem Stellplatz für die Nacht. Der vorgeschlagene Stellplatz ist gut 20 km entfernt. Was dann folgt, sieht man eigentlich immer nur im Fernsehen und denkt, das kann doch gar nicht wahr sein. Aber es passiert wirklich. Kurz vor dem Ziel führt uns das Navi auf eine enge und extrem steile Straße, auf der es auch keine Wendemöglichkeit gibt.

Also Augen auf und durch. Nur 500 m vor dem Stellplatz gibt es dann, nachdem wir uns knapp 300 Höhenmeter mit dem Mobil aus dem Tal nach oben gekämpft hatten, eine Engestelle, die wir nicht passieren können. Zum Glück sind wir aber schon in dem Dorf und können hier auch wenden.

Im ersten Gang und mit vermutlich glühenden Bremsen (Ich habe lieber nicht nachgeschaut) geht es wieder runter ins Tal. Dann der zweite Versuch auf der richtigen breiten Straße. Aber auch diesmal ist von einem Stellplatz nichts zu entdecken. Wir stehen irgendwann wieder vor einer schmalen Durchfahrt von 2 m Breite. Der Stellplatz soll angeblich keine 100 m vor uns liegen. Tut er aber nicht.

Und so schön ein Stellplatz hier über dem Tal mit dieser Aussicht gewesen wäre, es gibt keinen. Also wieder runter ins Tal. Ich habe die Nase voll von der Suche nach einem offiziellen Stellplatz. Wir parken einfach auf dem Parkplatz am Sportplatz und bleiben dort für die Nacht.

Plötzlich stelle ich fest, dass es aus unserem Mobil heraus tropft. Es handelt sich um Wasser. Eine Suche ergibt, dass eine Steckverbindung des Frischwassersystems leckt. Was tun? Ich rufe Herrn Bürger vom Autohof Kosmalla auf seinem Handy an. Zunächst erreiche ich ihn nicht, weil er schon Feierabend hat. Doch ein paar Minuten später erfolgt ein Rückruf.

Herr Bürger ist sichtlich überrascht auf diese Art von uns Urlaubsgrüße zu erhalten. Vor zwei Tagen war er noch selber in Südtirol unterwegs. Doch jetzt versucht er, einen Eura Mobil-Vertragshändler in unserer Nähe zu finden. Leider gibt es hier keinen.

Also stelle ich das Handy auf Lauthören und fange an, nach telefonischen Anweisungen zu versuchen, die Leckage wieder abzudichten. Nach einigen Versuchen klappt das tatsächlich. Im Moment ist die Wasserleitung dicht. Wir sind gespannt, für wie lange die Reparatur halten wird.

Ich finde, das war genug Stress für einen Urlaubstag. Jetzt wird nur noch relaxt.

Parkplatz in Latsch am Sportplatz
freies Stehen
ca. 693 m NN
Tageskilometer: 77
Der Rest der Welt: Hält nach dem Tod von Osama Bin Laden den Atem an.

Dienstag, 03.05.2011 – Wir starten in Latsch ohne Frühstück, holen unterwegs die Brötchen und fahren bis Kastelbel, wo wir am Bahnhof einen ausreichend dimensionierten Parkplatz für das Mobil finden.

Nach dem Frühstück ziehen wir die Wanderschuhe an und steigen durch einen Weinberg nach oben, bis wir auf den Latscher Waal treffen. Bei den Waalen handelt es sich um ein altes Bewässerungssystem, dass schon seit dem Mittelalter von den Vinschgauern gebaut wurde, um auf den kargen Böden u. a. Wein anbauen zu können.

Das Schöne an den Bewässerungskanälen ist, dass sie durchgehend auf fast gleicher Höhe bei nur ganz leichtem Gefälle immer einen parallelen Wanderweg bieten, der für die Wartung der Kanäle unabdingbar war und ist. Dabei bieten sich von den Wegen aus oft tolle Ausblicke ins Tal, auf die gegenüberliegenden Hänge und die höheren Berge dahinter.

   
Kleine Rast am Waal Blick über Kastelbel

Am Ende der kleinen Wanderung steigen wir wieder nach Kastelbel hinab und kommen an einem Weingut vorbei, wo auch frisch gestochener Spargel verkauft wird. Wir kaufen ein Kilo, womit dann auch schon die Frage des Abendessens geregelt wäre.

Von Kastelbel geht es weiter nach Rabland. Hier hat kürzlich eine Modelleisenbahnausstellung eröffnet, die ganz nach dem „Vorbild der vielen Deutschen Modelleisenbahn-Schauanlagen“ ein realitätsbezogenes Bild von Südtirol auf die Modelleisenbahn bringen will. Und tatsächlich erkennen wir einige Details, die wir schon im Original gesehen haben, auf der Modellbahn wieder.

   
Schauanlage in Rabland mit dem Original waren wir gestern
unterwegs

Nach dem Besuch der Ausstellung geht es weiter nach Meran. Wir überlegen, wie wir das hier mit der Übernachtung regeln. Da wir entsorgen müssen, fahren wir zum Campingplatz Meran, der praktisch in der Stadt liegt. Von dort kann man bequem zu Fuß ins Stadtzentrum gehen, was wir auch tun.

In Meran herrscht ein unglaubliches Gedränge, insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich um einen ganz normalen Dienstag außerhalb jeglicher Reisesaison handelt. Was mag hier wohl erst in der Hauptsaison los sein? Wir stellen es uns lieber gar nicht erst vor und freuen uns, dass wir diesmal die Nebensaison genießen können. Übrigens ebenso, wie den absolut leckeren Spargel am Abend.

   
viermal Meran: Kultur, Gärten und
blauer Himmel
 
   
   

Camping Meran
28 Euro inkl. Duschen, Ver-/Entsorgung und Strom
ca. 295 m NN
Tageskilometer: 32

Mittwoch, 04.05.2011 – Unser erstes Ziel ist heute der Interspar in Meran, wo wir ein wenig die Vorräte auffüllen. Erst gegen Mittag erreichen wir dann Schloss Trautmannsdorff mit seinen tollen Gärten. Das ganze erinnert ein wenig an deutsche Bundes- und Landesgartenschauen, allerdings mit dem riesigen Unterschied, dass Meran halt eine einmalige Panoramakulisse zu bieten hat, durch die die Gärten erst richtig interessant werden.

Und so bleiben wir an vielen Stellen einfach nur stehen und genießen die Aussicht. Denn natürlich ist auch heute wieder Kaiserwetter. Das passt ja auch zu diesem Schloss, das an vielen Orten an die Besuche der damaligen Kaiserin "Sissi" erinnert.

   
   
   
   
Schloss Trautmannsdorff: tolle
Gärten in kolossaler Landschaft
 

Einige Stunden später, nach den langen Spaziergängen, sind wir richtig geschafft und fahren weiter in Richtung Jaufenpass. Dort oben würde ich gerne einmal übernachten. Aber das erweist sich als keine gute Idee. Zum einen ist es hier oben extrem windig und mit gerade mal 0,5 Grad auf dem Außenthermometer auch ziemlich kalt. Zum anderen ist Tina die Fahrt auf die 2094 m hohe Passhöhe nicht so gut bekommen, da sie dafür nicht schwindelfrei genug ist.

   
Auffahrt zum Jaufenpass auf 2094 m

Also was tun? Auf der anderen Seite wieder runter? Eigentlich wollte ich ja gerne von Sterzing über das Penser Joch ins Sarntal und dann nach Bozen fahren. Aber das Penser Joch ist ja nochmal 200 m höher als der Jaufenpass. Also dann über die langweilige und hektische Route durch das Eisacktal nach Bozen? Alles nein, wir fahren wieder runter wo wir uns gerade so heldenhaft hoch gekämpft hatten.

In St. Leonard gibt es einen Sportplatz ganz unten am Fluss, der auch über Parkplätze verfügt. Drei der Parkplätze sind so angelegt, dass sie aussehen, als wären sie von der Breite und Länge her extra für Wohnmobile angelegt worden. Es fehlt zwar ein Schild, aber als einer dieser Plätze frei wird, stellen wir uns trotzdem dorthin, um zu übernachten.

   
große Stellflächen, aber kein Womo-Schild in
St. Leonard
 

Der Abend wird durchaus unterhaltsam, da auf dem Sportplatz der FC St. Leonard ein Flutlichtspiel austrägt. Danach ist es aber ruhig und wir schlafen gut.

Parkplatz am Sportplatz in St. Leonard
freies Stehen
ca. 676 m NN
Tageskilometer: 71
Der Rest der Welt: Fiebert dem Fußball-Rückspiel Manchester gegen Schalke entgegen

Donnerstag, 05.05.2011 – Zu Fuß geht es am Morgen ins Dorf, um dort einen Bäcker zu finden. Noch herrscht etwas Ratlosigkeit, in welche Richtung wir uns jetzt wenden sollen. Nach dem Frühstück dann die Weiterfahrt nochmals nach Meran. Wir parken etwas außerhalb vom Zentrum an einem Friedhof und nähern uns diesmal über die Passerpromenade dem eigentlichen Zentrum. Dort drehen wir nochmal eine Runde und gehen in einem Computer-Cafe online.

Über touring24.info orientieren wir uns über die Wohnmobilangebote der Region. Erstaunt stellen wir fest, dass es in Meran die Möglichkeit gibt, das Mobil kostenlos zu Ver- und Entsorgen. An der Kläranlage gibt es eine entsprechende Station. Wir fahren hin und unser erstes heutiges Problem ist gelöst.

Nach der vielen Fahrerei in den letzten Tagen würden wir gerne mal einen ruhigeren Tag einlegen. Also beschließen wir, nach Bozen zu fahren, uns dort auf den Stellplatz zu stellen und erst am nächsten Tag die Stadt zu besichtigen.

Leider liegen die Bozener Stellplätze in Bozen-Süd, den Stadtteilen, die in den letzten Jahren dramatisch gewachsen sind und sicherlich nicht völlig unproblematisch sind. Verschiedene Wohnkategorien liegen hier zwischen Messe, Flughafen, Bahnlinien und Gewerbegebieten. So dauert es doch eine Weile, bis wir ein Plätzchen gefunden haben, wo wir eine freie Übernachtung riskieren wollen.

Parkplatz im Gewerbegebiet in Bozen-Süd
freies Stehen
ca. 251 m NN
Tageskilometer: 71
Der Rest der Welt: Ärgert sich über die aktuellen Kraftstoffpreise.

Freitag, 06.05.2011 – Die Nacht war unruhig, weil die Umgebung eigentlich durchgängig laut war. Doch die Sonne scheint und nichts kann unsere Urlaubslaune trüben. Direkt nebenan gibt es einen Supermarkt und Tina kauft nicht nur die Frühstücksbrötchen, sondern füllt auch direkt die sonstigen Vorräte wieder auf.

Mit den Fahrrädern machen wir uns auf den Weg in die Bozener Innenstadt. Dabei stellen wir fest, dass Bozen entlang der Flüsse über schöne Parks und Radwege verfügt. Als erstes fahren wir zum Ötzi-Museum. Der Eintritt von 9 Euro pro Person lohnt sich wirklich. Das Museum ist übersichtlich gegliedert und beleuchtet alle Seiten der Story um den „Mann aus dem Eis“. Wir verbringen fast drei Stunden in dem Museum, bis wir durch sind.

   
Im Ötzi-Museum ist das Fotografieren
leider verboten, so dass nur das Foto
vor der Türe bleibt
 

Die Besichtigung der Innenstadt geht dann deutlich schneller vonstatten. Es gibt Plätze und Gassen und vor allem unglaublich viele Touristen außer uns. Wir drehen eine Runde zu Fuß, steigen schließlich wieder auf die Räder und fahren noch bis Schloss Runkelstein am Eingang zum Sarntal, bevor wir umdrehen und wieder zum Mobil zurück fahren.

Nochmal Ver-/Entsorgung und weiter geht es in Richtung Seiser Alm. Hier oben gibt es keine Stellplätze, sondern nur den Campingplatz „Seiser Alm“, der quasi direkt unterhalb des Schlern-Massivs liegt. Wir suchen uns einen Platz, von dem aus wir den unglaublichen Blick auf den Berg genießen können.

Hier werden wir vermutlich für zwei Nächte bleiben. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit zum Wäsche waschen. Morgen wird es wohl einen ziemlich ruhigen Lesetag geben.

   
Stellplatz unter dem Schlern mit Alpenglühen

Am Abend gibt es dann noch einen tollen Sonnenuntergang mit rotglühenden Bergen über uns.

Camping Seiser Alm
in St. Völs am Schlern
25 Euro inkl. WC, Dusche, Ver-/Entsorgung
ca. 879 m NN
Tageskilometer: 24

Samstag, 07.05.2011 – Ein Tag nicht nur mit Faulenzen, sondern auch mit Aufräumen, Waschen, Saubermachen und Umsortieren der Heckgarage. Ansonsten etwas Fahrrad fahren, aber wirklich nur etwas. Insgesamt also nichts Wichtiges zu berichten.

Camping Seiser Alm
in St. Völs am Schlern
25 Euro inkl. WC, Dusche, Ver-/Entsorgung
ca. 879 m NN
Tageskilometer: 0
Der Rest der Welt: Schaut wie die beiden Spieler des SV Bergfried Leverkusen in der Altersklasse O50 heute und morgen bei den Westdeutschen Badminton Meisterschaften abschneiden und drückt die Daumen.

Sonntag, 08.05.2011 – Was uns letzte Woche kurz nach dem Start des Urlaubs noch gar nicht so richtig aufgefallen war, wird uns am heutigen Tag sehr bewusst. Nämlich, dass die Südtiroler (vielleicht alle Italiener?) den Sonntag tatsächlich frei haben. Das fängt damit an, dass es unmöglich ist, Sonntagsbrötchen zu bekommen, was bei uns zu Hause mittlerweile ja eine Selbstverständlichkeit ist.

Auf dem Campingplatz haben der Shop und auch das Restaurant heute Ruhetag. Die Rezeption hat nur mal kurz geöffnet, gerade genug um abreisen, bzw. nachmittags anreisen zu können. Gleiches gilt dann auch für die allermeisten Tankstellen, wo man heute nur mit Kreditkarte an Kraftstoffe gelangen kann.

Wir reisen ab und nehmen die Strecke zurück ins Eisacktal Richtung Bozen. Dabei scheint uns halb Bozen auf dem Weg in die Berge in langen Autoschlangen entgegen zu kommen. Später stellen wir fest, dass sich die andere Hälfte der Bozener wohl zu unserem heutigen Tagesziel auf den Weg gemacht hat, dem Kalterer See.

Aber es gibt einen Wohnmobilstellplatz am See, den wir ansteuern. Bei unserem Eintreffen ist der Platz nur schwach belegt und wir suchen uns ein schattiges Plätzen. Im Laufe des Nachmittags wird es hier aber noch richtig voll werden, bis fast alle Plätze belegt sind.

Der Stellplatz hat keinen direkten Seezugang, sondern man muss entweder das hiesige Strandbad benutzen oder ein Stück am See entlang bis zum „Ferienclub“ des Stellplatzeigentümers. Dort gibt es auch eine Liegewiese und einen Badesteg für die Stellplatznutzer.

   
Blick über den Kalterer See erstmal die Temperatur antesten

Wir schauen uns das alles erst mal nur an und nutzen die Fahrräder für eine Umrundung des Sees. Doch obwohl das hier der größte natürliche See Südtirols ist, brauchen wir für die Runde nur 8 km zu fahren.

Später wage ich dann doch noch einen Sprung ins Wasser. Es hat schon durchaus Badetemperaturen, aber man merkt doch, dass die Temperaturunterschiede innerhalb des Wassers teilweise beträchtlich sind, wenn man aus warmen Schichten in deutlich kältere Abschnitte gerät.

Stellplatz Kalterer See
Nähe Kaltern / Südtirol
15 Euro
ca. 227 m NN
Tageskilometer: 59

Montag, 09.05.2011 – Bei einer Strecke von nur etwa 7,5 km wage ich heute Morgen nach längerem mal wieder eine Joggingrunde und zwar um den See. Da es heute zum ersten Mal auf dieser Reise total bewölkt ist, wird die Sache auch nicht zu anstrengend.

Radio Südtirol hat aber im Wetterbericht schon Entwarnung gegeben. Es ist nur Hochnebel, der sich im Laufe des Vormittags auflösen wird, so dass es dann wieder das gewohnte sonnige Wetter geben wird.

So kommt es dann tatsächlich. Wir machen uns mit den Fahrrädern auf den Weg nach Kaltern. Dieser Ort liegt auf der Karte nur 2 cm neben dem See, also vielleicht 4 oder 5 km entfernt. Was wir aber nicht erkannt hatten, bzw. dann zu spät erkennen mussten, ist die Tatsache, dass Kaltern etliche Höhenmeter über dem See liegt.

Und so quälen wir uns in praller Sonne die steilen Radwege hinauf. Als wir endlich oben sind, ist uns die Lust auf eine ausgiebige Dorfbesichtigung gründlich vergangen. Im herrlich gekühlten Supermarkt kaufen wir noch fürs Abendessen und vor allem auch was zu Trinken ein.

Dann machen wir aber doch noch eine Runde durch das Dorf. Sehr schön ist, dass hier tagsüber kein Pkw-Verkehr zugelassen ist. Dadurch ist es sehr ruhig und gemütlich in den schmalen Gassen. Und am Marktplatz sind die Cafés gut gefüllt.

Die Rückfahrt zum See wird dann fantastisch. In schneller bis rasanter Schussfahrt geht es in einem Bruchteil der nach oben benötigten Zeit wieder runter bis zum Stellplatz. Eigentlich schade, dass die mühsam erkämpfte Höhe so schnell wieder „vernichtet“ ist.

Stellplatz Kalterer See
Nähe Kaltern / Südtirol
15 Euro
ca. 227 m NN
Tageskilometer: 0

Dienstag, 10.05.2011 – Nach dem gemütlichen Frühstück wollen wir weiter zum Gardasee. Doch dann kommt es völlig anders, als mir beim Biss in ein Brötchen ein Stück Schneidezahn abbricht.

Von unseren Auswahlmöglichkeiten entscheiden wir uns für die Rückfahrt nach Hause. Denn den abgebrochenen Zahn zu ignorieren, schien mir zu riskant. Wer sagt denn, dass nicht noch ein Stück abbricht und dass dabei dann nicht doch der Nerv betroffen ist. Und zu einem Südtiroler Zahnarzt möchte ich einfach nicht gehen, da Zahnarztbesuche ja schließlich Vertrauenssache sind.

Da wir zuvor ja in aller Ruhe ausgeschlafen hatten, kommen wir erst spät weg. Aber die Straßen sind frei und wir kommen richtig gut durch. Das erste Stück ist wie eine Zeitrafferreise in die Vergangenheit, da wir wieder über Meran, das Vinschgau, Reschen- und Fernpass fahren.

Und da wo wir uns anderthalb Wochen Zeit gelassen hatten, um gemütlich zu reisen, sind wir jetzt in knapp vier Stunden durch. Dann sind wir wieder in Deutschland und müssen nur noch die Autobahnkilometer abspulen. Um kurz vor Zehn sind wir dann am Abend wieder zu Hause.

Trip-Info:

Abfahrt Km-Stand: 3777
Rückkehr Km-Stand: 5744
gefahrene Km: 1967
Verbrauch: 10,4 l / 100 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 59 km/h
Fahrzeit: 32:54 Stunden

JSN Mico template designed by JoomlaShine.com