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Freitag, 27.4.2012 - Endlich mal wieder ein mit einem Brückentag verlängertes Wochenende und schon geht es wieder auf Reisen. Da der Wetterbericht eindeutig ist, fällt es auch leicht, die Richtung auszuwählen, in die es gehen soll. In Süddeutschland soll das schöne Wetter zum Wochenende besonders zuschlagen, also geht es auch für uns in diese Richtung, denn von schlechtem Wetter hatten wir wirklich genug in letzter Zeit.

Fachwerkromantik in
Rothenburg o. d. Tauber

Reliefkarte des Taubertals von
BerndH aus der deutsch-
sprachigen Wikipedia

Als konkretes Ziel machen wir das Taubertal zwischen der Mündung in den Main bei Wertheim und Rothenburg o. d. Tauber im Oberlauf aus. Zwischen den beiden Städten liegen rund 100 km schöne, eben "liebliche" (wie es in den Reiseführern heißt) Mittelgebirgslandschaften. Zumindest einen Teil davon wollen wir auch gerne mit den Fahrrädern erfahren.

Unser Start von zu Hause verzögert sich ein wenig und erst gegen halb Neun am Abend sind wir auf der Autobahn. Aber andererseits sind es nur 280 km bis nach Wertheim. Und so kommen wir noch vor Mitternacht an unserem ersten Übernachtungsplatz, dem Stellplatz am Expocamp an. Wir finden einen halbwegs geraden Platz und gehen ohne viel Umschweife schlafen. Für die ganzen Erkundungen wird morgen noch mehr als genug Zeit sein.

1. Nacht

Stellplatz Expocamp
Wertheim
195 m NN
Tageskilometer: 286


Samstag, 28.04.2012 - Um 8 Uhr werden wir vom Bäcker aus dem Schlaf gerissen. Auf dem Stellplatz gibt es nämlich einen Brötchenservice, der sich jeden Morgen (außer sonntags) lautstark durch intensives Hupen beim Eintreffen ankündigt. Wir sind dankbar für diesen Service und versorgen uns für den Tag mit frischen Brötchen.

   
Bäckerwagen jeden Morgen Alles fürs Camping

Danach geht es zunächst einmal in den Zubehörshop des Expocamp. Wir brauchen noch das eine oder andere Zubehörteil und nehmen hier die Gelegenheit zum Einkauf gerne wahr. Außerdem müssen so banale Dinge wie Sanitärflüssigkeit und Toilettenpapier wieder aufgefüllt werden.

Punkt 2 auf unserer Liste ist heute dann die Besichtigung der Fahrzeugausstellung. Die Ausstellungsfläche ist wirklich beeindruckend groß. Aber ohne konkrete Suche und vor allem ohne jede Kaufabsicht ist das Angebot eigentlich nur erschlagend. Es sind so unendlich viele Fahrzeuge ausgestellt, dass es völlig unmöglich ist, alles zu besichtigen. Wer jedoch tatsächlich auf Fahrzeugsuche ist und auch schon Vorstellungen entwickelt hat, was er sucht, der kann hier ausgiebig Fahrzeuge besichtigen und wird bestimmt fündig.

Bevor es nun zu Punkt 3 unseres heutigen Programmes kommt, müssen wir erst einmal ein wenig in der Sonne relaxen. Danach geht es dann zum Outlet-Shopping ins Wertheim-Village. Das Shoppinggelände ist sehr hübsch anzusehen und fast alle bekannten Marken sind hier vertreten. Allerdings haben wir nicht den Eindruck, dass die Sachen hier sonderlich viel günstiger sind als anderswo. Im Grunde genommen kann man hier eigentlich keine Schnäppchen machen. Alles was es hier zu kaufen gibt, könnten wir so ganz sicher auch bei uns in Leverkusen in der Rathaus-Galerie bekommen. Nichtsdestotrotz halten wir uns einige Zeit im Shopping-Center auf und bummeln durch die Läden.

   
Shopping, Shopping, Shopping...  

Am späteren Nachmittag sind wir dann mit unseren Programmpunkten durch und fahren los. Es geht nicht sonderlich weit. Um die Altstadt von Wertheim besichtigen zu können, fahren wir ein paar Kilometer weiter auf den Stellplatz an der Taubermündung, der nur knapp einen Kilometer von der Stadtmitte entfernt liegt.

Wir erwischen noch einen Platz in der ersten Reihe mit Blick auf den Main. Der Stellplatz liegt unterhalb einer Schnellstraße, die hier auf „Stelzen“ um den Stadtkern herumgeführt wird. Zuerst erscheint uns das zu laut, aber wir lassen es trotzdem auf einen Versuch ankommen und finden uns später bestätigt, dass es in Ordnung war.

   
Stellplatz unter Stelzen  

Am sehr späten Nachmittag brechen wir dann noch zu einer Erkundungsrunde durch die Altstadt auf. Die Sonne steht schon tief und die Häuser werfen bereits lange Schatten. Die Gassen und Gässchen sind eng und verwinkelt. Die Fachwerkhäuser sind ganz schön herausgeputzt und insgesamt ergibt sich ein interessantes und stimmiges Stadtbild. Insbesondere die über allem thronende Wertheimer Burg, die sich über der Stadt an den Hang schmiegt, verstärkt den positiven Eindruck.

   
   

Viele Häuser weisen an den Fassaden Hochwassermarken auf. Zum Teil gehen diese Markierungen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Und einige befinden sich über Kopfhöhe. Kaum vorzustellen, wie es hier aussehen muss, wenn der Main so extrem sein Bett verlässt.

Für heute haben wir genug gesehen und ziehen uns nach einem Besuch im Eiscafé ins Wohnmobil zurück.

Den ganzen Tag über hatten wir tolles Sonnenwetter mit richtig sommerlichen Temperaturen. Im Radio hören wir später, dass heute im Münchener Raum sogar der wärmste Apriltag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war.

2. Nacht

Stellplatz an der Taubermündung
Wertheim
147 m NN
Tageskilometer: 14


Sonntag, 29.04.2012 - Für heute haben wir uns eine kleine Fahrradtour entlang der Tauber vorgenommen. Es erscheint uns am einfachsten, wenn wir direkt hier am Stellplatz losradeln. Wir wollen einfach einmal sehen, wie weit wir kommen und dann auf der gleichen Strecke wieder zurück fahren.

Im Wetterbericht von Bayern 3 wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass die geschlossene Wolkendecke bald aufreißen und sich die Sonne wieder durchsetzen wird. Dabei soll es wieder genauso warm wie am Vortag werden.

Nachdem wir nach dem Frühstück einige Zeit auf die Sonne gewartet haben, entschließen wir uns, schonmal loszufahren, auch wenn der Himmel nach wie vor mit einer Art Hochnebel verhangen ist. Der Radweg folgt relativ eng dem Lauf der Tauber, die hier in ihrem Unterlauf in großen Bögen dem Main entgegen fließt.

   
Radweg "Liebliches Taubertal"

Das Tal ist tatsächlich sehr schön und „lieblich“. Auch der Radweg nennt sich „liebliches Taubertal“ und führt bis nach Rothenburg. Wir wählen die dem Flußlauf folgende „Classic“-Variante. Es gibt auch noch eine zweite Variante, die sich „Sportiv“ nennt und über die Höhen führt. Doch die überlassen wir lieber den jüngeren und sportlicheren Radfahrern.

Als wir am Kloster Bronnbach ankommen, beginnen sich die Wolken so langsam aufzulösen und es kommt mehr und mehr die Sonne durch. Die Klosteranlage ist sehr schön angelegt und wir entschließen uns zu einer Besichtigung. Danach fahren wir dann aber wieder gemütlich zurück nach Wertheim.

   
   
 

Kloster Bronnbach

Wohl zu viel Dan Brown
gelesen, was?

Am Stellplatz wollen wir Ver- und Entsorgen, aber während die Entsorgung noch klappt, hapert es an der Versorgung mit frischem Wasser. Zwar nimmt der Automat gerne den eingeworfenen Euro, gibt an aber keinen Tropfen Wasser heraus.

Das ist jetzt ärgerlich für uns, da wir eigentlich noch gerne eine weitere Nacht auf dem Stellplatz mit der schönen Aussicht auf den Main geblieben wären. Aber unser Wasservorrat ist zu knapp bemessen, um hier bleiben zu können.

Wir überlegen, ob wir uns heute noch auf den weiteren Weg ins Taubertal machen sollen, entscheiden uns aber dagegen, weil wir nicht einfach nur zum nächsten Stellplatz hecheln sondern in Ruhe und genießend durch das Tal aufwärts fahren wollen.

Stattdessen geht es nun also noch einmal zurück zum Stellplatz am Expocamp, wo wir frisches Wasser tanken und auch gleich über Nacht stehen können.

3. Nacht

Stellplatz Expocamp
Wertheim
195 m NN
Tageskilometer: 14


Montag, 30.04.2012 - Nach dem Wecken durch die wenig liebliche Hupe des Bäckerautos und dem anschließenden Frühstück geht es nun durch das Taubertal aufwärts. Eigentlich ist das ganze Tal so schön, dass man überall stehen bleiben und schauen möchte. Leider geht das aber nicht, weil es kaum Plätze gibt, auf denen man mit einem Wohnmobil eine Pause machen könnte.

   
Einer der seltenen Womo-tauglichen
Parkplätze
 

In Bad Mergentheim parken wir etwas außerhalb vom Stadtzentrum und gehen zu Fuß in die Altstadt. Da es sich hier um eine Kurstadt handelt, sind auch eine Menge Leute unterwegs.

Das Stadtbild wird vom Deutschordensschloss beherrscht, das die Geschichte des Deutschen Ordens zeigt, der hier seinen Hauptsitz hatte. Das darin befindliche Museum hat montags aber leider geschlossen, so dass wir es uns nur von außen anschauen können.

   
in Bad Mergentheim  

Danach geht es weiter nach Rothenburg, wo wir den Stellplatz P2 anfahren. Es sind nur noch wenige Plätze frei, was aber auch daran liegt, dass viele Mobilisten  nicht sonderlich platzsparend parken, sondern am liebsten immer direkt zwei Stellplätze mit einem Mobil belegen. Wir erhaschen aber noch einen Platz, zu dem wir unter Zuhilfenahme eines zweiten Verlängerungskabels noch eine Stromverbindung zum Mobil legen können.

Wir essen zuerst und machen uns dann auf den Weg, um einen ersten Überblick über die Stadt zu gewinnen. Die Stadt ist richtig voll mit Touristen und man hört sehr viel japanisch und amerikanisch. Dabei scheint die Stadt zielgruppenorientiert das zu zeigen, was die Touristen sehen wollen, nämlich „typisch“ deutsche mittelalterliche Fachwerk- und vor allem auch Weihnachtsromantik. Ja richtig, der Weihnachtsladen in Rothenburg ist ganzjährig geöffnet und zeigt das, was man sich wohl im Ausland unter typisch deutscher Weihnacht als Familienfest vorstellt.

   
Weihnachtsladen in Rothenburg  

4. Nacht

Stellplatz P2
Rothenburg ob der Tauber
430 m NN
Tageskilometer: 118


Dienstag, 01.05.2012 - Bis zum Nachmittag drehen wir eine zweite ausgiebige Runde durch die Altstadt, wobei wir einen gestern erhaltenen Übersichtsplan nutzen, in dem die Sehenswürdigkeiten markiert sind.

Wir wählen heute eine Route vom Rödertor im Osten quer durch die Stadt bis zum westlichen Burgtor und dann zurück  am Kriminalmuseum vorbei und durch das südliche Spitaltor zurück zum Stellplatz.

Dabei sind insbesondere die alten Stadttore bzw. die Türme sehenswert. Leider ist grundsätzlich nur der Turm des Rödertors zur Besichtigung freigegeben. Aber heute ist auch dieser Aufstieg geschlossen, was mich ein wenig ärgert, weil ich mir wirklich gerne mal einen Überblick von einer erhöhten Position über die Stadt verschafft hätte.

   
enge, gedrungene Räume im
Handwerkerhaus
 

An unserem Weg liegt auch das sogenannte Handwerkerhaus, in dem das mittelalterliche Leben einer Handwerkerfamilie dargestellt wird. Die Zimmer sind zwar etwas übermäßig mit allerhand Utensilien vollgestellt, aber man bekommt schon ein beeindruckendes Gefühl von der Enge, die damals in diesen kleinen Fachwerkhäusern geherrscht haben muss. Zum Glück ist es noch früh und wir sind alleine in dem Haus unterwegs. Wenn hier eine Reisebusgruppe zur Besichtigung schreitet, könnte es auch schnell mal beklemmend werden.

   
Japanische Touristen sind an der
deutschen Kultur sehr interessiert
 

Auf dem Markplatz sind wieder unzählige Leute und etliche Besuchergruppen unterwegs. Dabei macht es Spaß selber einmal inne zu halten und die vorbeiziehenden Besucherscharen zu beobachten. Wirklich erstaunlich was japanische Touristen so alles für fotografierwürdig erachten. Aber wahrscheinlich würden wir uns auch nicht anders verhalten, wenn wir eine mittelalterliche Stadt in Japan besichtigen würden. Auch wir wären fixiert auf das, was wir uns nach Hollywoodvorbild von Japan vorstellen würden. Und um das zu bedienen, würden natürlich auch die Japaner in historischen Kostümen rumlaufen und wir fänden das ganz toll.

   
Ganz auf die Zielgruppe eingstellt  

Am westlichen Burgtor ist eine kleine grüne Parkanlage angeschlossen, so dass sich von hier ein besonders schöner Blick auf die Stadt mit ihrer umlaufenden Mauer und den vielen Türmen ergibt.

Am Kriminalmuseum gehen wir nur vorbei, weil es uns doch so langsam zu spät wird, um dort auch noch durchzulaufen. Von außen sieht man jedoch schon einige Exponate, die sich vor allem mit Folter- und Strafgerätschaften beschäftigen. Pranger, Schandkorb und vergitterte Wagen sollen die Besucher wohl mit einem leichten Gruseln anlocken.

   
   
   
  Rothenburger Ansichten und
geschnitzter Altar von
Tillmann Riemenschneider

Zurück am Mobil packen wir dann nach kurzer Zeit und machen uns auf den Heimweg. Dank des heutigen Feiertags gibt es mal wieder ein Lkw-Fahrverbot, so dass der Verkehr vollkommen staufrei läuft und wir am späten Nachmittag wieder zu Hause sind.

Trip-Info:

Abfahrt Km-Stand: 16.682
Rückkehr Km-Stand: 17.495
gefahrene Km: 813
Übernachtungen: 4
Ø-Verbrauch: 11,6 l / 100 km
Ø-Geschwindigkeit: 75 km/h
Fahrzeit: 10'40"

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