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Montag, 28.05.2012 (Pfingstmontag) - Wir sind wieder unterwegs. Diesmal geht es für knapp drei Wochen an die französische Atlantikküste. Im letzten Jahr hatten wir in der Südbretagne begonnen und uns dann im Uhrzeigersinn um die Bretagne herum nach Norden vorgearbeitet.

   
Hurra! Wieder unterwegs!  

Diesmal soll es wieder an ähnlicher Stelle losgehen, nur dass wir nun nach Süden an der Küste entlang reisen wollen. Vielleicht sogar bis runter zur spanischen Grenze. Aber wie weit wir letztendlich kommen werden, ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist das Gefühl, überhaupt wieder unterwegs zu sein.

Wenn die Zeit nicht reicht, um bis Biarritz zu kommen, dann eben nicht. Hauptsache wir nehmen uns die Zeit zu bummeln, gemütlich zu reisen und das anzuschauen, was uns gerade interessiert.

In diesem Sinne beginnen wir auch den heutigen Tag. Erst gegen 11.30 Uhr fahren wir von zu Hause los, ohne genau zu wissen, wie weit wir heute kommen werden.

Als Route haben wir die „Nordroute“ gewählt, also über Amiens, die Picardie, die Normandie und die Bretagne. Diese Route hatte sich schon im letzten Jahr bewährt. Sie ist etwas länger als die direkte Route über den Autobahnring von Paris, hat aber die Vorteile, dass viel weniger Autobahngebühren anfallen und dass vermutlich weniger Verkehr sein wird, so dass wir insgesamt hoffentlich gut durchkommen werden.

Unsere Hoffnung erfüllt sich und am späten Nachmittag fahren wir wieder über die Pont de Normandie und überqueren damit die breite Mündung der Seine in den Atlantik.

   
Immer wieder etwas Besonderes: Über die Pont de Normandie

Direkt auf der anderen Seite der Brücke liegt das Städtchen Honfleur. Zufällig waren wir auch vor einem Jahr zu Pfingsten in diesem Ort. Damals sind wir von Honfleur aus aber nach Norden gefahren. Heute erscheint es uns ein guter Anknüpfungspunkt für unsere weitere Fahrt nach Süden zu sein.

Den Stellplatz kennen wir ja schon. Diesmal sind wir aber nicht Pfingstfreitag, sondern an Pfingstmontag dort. Es ist immer noch voll, aber letztendlich kein Vergleich mit dem Vorjahr. Wir finden leicht einen schönen Platz für die Nacht.

   
in Honfleur  

Heute ist es auch am Abend noch sehr warm - tagsüber mit 28 Grad und Klimaanlage im Dauerbetrieb - und wir machen uns auf zu einer Runde durch Honfleur. Die Stadt ist immer noch voll mit Touristen, die in den zahllosen Restaurants sitzen. Kaum zu glauben, dass es hier eigentlich nur Souvenirläden und Restaurants gibt.

Abends studieren wir dann noch die Reiseführer und programmieren für morgen schon mal die Insel Noirmoutier, direkt südlich der Loiremündung als Tagesziel.

1. Nacht
Stellplatz am Hafen
Honfleur
4 m NN
Tageskilometer: 613

Dienstag, 29.05.2012 - Der Morgen ist diesig und bewölkt und es drängt uns schnell weiter. Nur noch schnell an die Tankstelle und dann direkt wieder auf die Autobahn. Wir haben heute nochmal ein gutes Stück vor uns.

Tina ist heute gar nicht zu bremsen und fährt den größten Teil der Tagesstrecke. An dem Rastplatz vor dem Mt. Saint Michel machen wir eine Pause. Normalerweise kann man von hier aus den berühmten Klosterfelsen sehen, doch heute leider nicht. Zwar ist es inzwischen wieder sonnig und genauso warm wie gestern, aber über dem Meer hängt dichter Dunst, so dass vom Mt. Saint Michel nichts zu sehen ist.

Hinter der Loirebrücke bei Nantes verlassen wir die Autobahn und fahren weiter über Landstraßen, die mal breit und mal schmal sind. So haben wir uns das hier vorgestellt; wir sind also angekommen im Urlaub. Das ist ein gutes Gefühl.

Wir tanken ein zweites Mal heute und werden damit in den nächsten Tagen hoffentlich keinen Grund mehr haben, eine Tankstelle anzufahren, außer sie wäre besonders günstig.

Auf dem Weg zur Insel Noirmoutier kommen wir an der Abzweigung der Passage du Gois vorbei. Zufällig haben wir gerade Niedrigwasser, so dass man die Passage befahren kann. Wir drehen und biegen ab. So eine bekannte Route kann man sich doch nicht entgehen lassen! In den letzten Jahren hatte ich eine Etappe der Tour de France verfolgt, bei der das Rennen auch die Strecke genommen hatte. Einige Rennfahrer waren auf dem etwas glitschigen Untergrund gestürzt.

   
Fahren auf dem Meeresboden: Die Passage du Gois

Wir fahren sehr vorsichtig, was man jedoch nicht von allen Nutzern der Passage sagen kann. Abseits der Fahrbahn stehen etliche Pkw auch direkt auf dem sandigen Meeresboden, während die Besitzer in der Umgebung auf Muschelsuche sind. Das Experiment mit dem Meeresboden wollen wir mit unserem 3,5-Tonner aber lieber nicht probieren. Auf der anderen Seite der Passage machen wir eine Pause und schauen uns eine Weile das Treiben auf dem Meeresboden an.

Danach fahren wir weiter zum Stellplatz im Ort Noirmoutier en l’Ile. Es ist ein Großparkplatz quasi mitten in der Stadt. Hier wird es vermutlich zwar laut, aber wir haben keine Lust mehr, noch weiter zu fahren.

Später drehe ich noch eine Runde mit dem Fahrrad und finde den Camping Municipal, der schön und ruhig etwas außerhalb des Ortes liegt. Für morgen nehmen wir uns vor, dorthin umzusetzen und von dort mit den Rädern die Insel zu erkunden.

2. Nacht
Stellplatz
Noirmoutier en l‘Ile
3 m NN
Tageskilometer: 556


Mittwoch, 30.05.2012 - Dass wir mittlerweile schon wieder voll im Urlaubsmodus sind, merken wir heute, als wir uns nach nur zwei Tagen fragen, was für ein Tag heute eigentlich ist. Nach dem Frühstück wechseln wir wie geplant auf den Campingplatz, der über ein Pauschalangebot (Forfait) für Reisemobile mit zwei Personen verfügt. Wir suchen uns einen Platz halb unter Bäumen und halb in der Sonne, so dass wir uns bei Bedarf sowohl schattig wie auch sonnig nach draußen setzen können. Prima ist auch, dass es hier ein WLan-Netz inklusive gibt.

Leider fällt das Wetter heute gegen die letzten beiden Tage deutlich ab. Es ist überwiegend bewölkt und nur noch knapp über 20 Grad warm.

   
in Noirmoutier  

Wir fahren trotzdem mit den Rädern herum und erforschen die Umgebung von Noirmoutier. Der Ort selber ist sehr schön und verfügt über eine mittelalterliche Burg und die Kirche des örtlichen Heiligen namens St. Philbert. Beides zusammen bestimmt das Stadtbild aus der Ferne und ist wirklich hübsch anzusehen.

   
Der Ort mit den Salinen  

Ansonsten gibt es hier natürlich auch unzählige bunte Andenkengeschäfte und Restaurants in kleinen verwinkelten Gassen. Wir sind den ganzen Tag unterwegs und kommen überhaupt erst am späten Nachmittag dazu das WLan-Netz zu nutzen. Aber es läuft gut und wir wundern uns über die vielen Mails, die sich in nur zwei Tagen angesammelt haben.

Unser Navi zeigt übrigens eine Höhe von 7 m unter dem Meeresspiegel an. Darüber hatten wir auch im Reiseführer gelesen, denn die Randbereiche der Insel sind zu einem großen Teil nach holländischem Vorbild angepoldert worden. Sie liegen tatsächlich unterhalb des Meeresspiegels und werden durch Deiche geschützt und gleichzeitig ständig über Kanäle entwässert.

3. Nacht
Camping Municipal „Le Clair Matin“
Noirmoutier en l‘Ile
-7 m NN
Tageskilometer: 4

Donnerstag, 31.05.2012 - Es ist an mir, heute nach dem Aufstehen mit dem Fahrrad in den Ort zu fahren, um dort Brot für das Frühstück zu kaufen. Eine nette kleine Fahrradtour von rund 7 km Länge.

In aller Ruhe machen wir das Mobil wieder bereit für die nächste Etappe. Der Campingplatz bietet hier alle Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Aufsehen erregt es, als ich mit dem Schrubber die Front des Mobil, und da vor allem die Windschutzscheibe, von einer dicken Schicht toter Insekten befreie. Ein Belgischer Reisemobilfahrer fragt, ob ich da irgendein Spezialmittel im Wasser einsetzen würde und sieht leicht enttäuscht aus, als ich sage, dass es eben nur der Schrubber und das Wasser sind, die ich verwende.

Als erstes fahren wir zum Ende der Insel. Dort gibt es in den Dünen, wie wir nun feststellen, einen prima Camping Municipal mit günstigen Preisen und einer freien Sicht auf das Meer. Wenn wir den vorher gekannt hätten, wäre das auch eine prima Wahl für uns gewesen. Aber nun ist es zu spät.

Wir rollen zum Ausgang der Insel (ist wirklich so beschildert: Sortie de l’Ile). Bei der Passage du Gois biegen wir nochmal ab. Nachdem wir vorgestern bei Ebbe hier durchgefahren sind, wollen wir uns die Stelle nun auch nochmal bei Hochwasser anschauen.

   
Viele Zuschauer warten auf
die Ebbe
Das erste Auto, noch bei
Niedrigwasser

Aus dem kurzen Schauen wird dann ein ganzer Nachmittag, den wir dort damit verbringen, dem Wasser beim Steigen und Sinken zuzuschauen. Letztlich muss man sich vermutlich diese Zeit nehmen, um das Wunder von Ebbe und Flut so richtig begreifen zu können.

Aber es ist auch ein gemütlicher Nachmittag, bei dem wir uns sehr entspannen, während wir neben dem Mobil sitzen. Da wir uns zunächst auch in der Sonne aufgehalten hatten, bevor wir uns später in den Schatten des Mobils zurück ziehen, tragen wir beide auch ordentliche Sonnenbrände davon.

Wir beenden den Nachmittag an der Passage als die ersten Autos, noch bei Niedrigwasser und mit ordentlicher Fontäne durch das Wasser pflügen.

Den Tag beenden wir wieder ein Stück weiter südlich, nämlich in St. Hillaire de Riez, wo es wieder einen günstigen Camping Municipal gibt.

Wir gehen noch durch die Dünen zum Meer, aber der Anblick haut mich jetzt nicht vom Hocker. Es sieht alles etwas verwahrlost aus hier, auch wenn man sich sehr viel Mühe gibt, die Touristen auf den offiziellen Wegen durch die Dünen zu halten, damit diese nicht noch weiter geschädigt werden. Aber links und rechts gibt es auch Betonburgen, was wirklich nicht so schön aussieht.

4. Nacht
Camping Municipal „La Plage de Sion“
St. Hillaire de Riez
10 m NN
Tageskilometer: 72

Freitag, 01.06.2012 - Wir starten zunächst ohne Frühstück, weil es hier auf dem Camping keine Brote zu kaufen gibt. Beim nächsten Supermarkt halten wir an und Tina geht schnell einkaufen. Dann fahren wir zum offiziellen Stellplatz des Ortes und frühstücken erst einmal.

Aus dem letzten Jahr waren wir es gewohnt, den Küstenstraßen zu folgen und immer wenn es uns irgendwo gefallen hatte, anzuhalten und eine entsprechende Pause einzulegen. Jetzt stellen wir fest, dass diese Strategie hier nicht aufgeht. Die „Küstenstraße“ befindet sich immer ein ganzes Stück im Landesinnern und wenn man das Meer sehen möchte, dann muss man Stichstraßen folgen, die aber eben immer auch Sackgassen sind.

Doch wie soll man auf gut Glück die richtige Stichstraße auswählen, wenn man gar nicht weiß, was einen dort erwartet? Wir probieren es ein oder zweimal, als wir Hinweisschildern zu Wohnmobil-Stellplätzen folgen, sind aber immer mehr oder weniger enttäuscht von dem Resultat.

Also programmieren wir im Navi einen Stellplatz, dessen Beschreibung sich im Stellplatzführer ganz gut anhörte. Als dort schließlich ankommen, stellt sich heraus, dass es den Stellplatz nicht mehr gibt. Doch der Ort verfügt über einen zweiten Stellplatz. Dieser liegt direkt am Hafen neben der Segelschule.

Es sind bereits etliche Mobile hier, die sich auf die relativ schmal eingeteilten Stellplätze quetschen. Das gefällt uns auch nicht, selbst wenn die Lage des Platzes ansonsten ganz schön ist.

In Sichtweite gibt es die Tourist-Info und wir fragen dort nach einem weiteren Camping-Municipal. Und tatsächlich gibt es einen solchen. Wir fahren hin und stellen fest, dass wir dort für nur 9 Euro, inklusive Strom mit 10-Ampere-Sicherung, WLan-Zugang und Schwimmbadnutzung unterkommen können. Dazu bekommen wir einen Stellplatz, der ungefähr dreimal so groß ist, wie die Stellflächen auf dem Stellplatz am Hafen.

Da ist es keine Frage, dass wir sofort zuschlagen und einen freien Platz belegen. Später überlegen wir, dass wir hier eigentlich für zwei Nächte bleiben und das Wochenende aussitzen könnten, das traditionell sehr stark von den Franzosen für Camping genutzt wird.

5. Nacht
Camping Municipal „De la Baie“
l’Aiguillon sur Mer
7 m NN
Tageskilometer: 121

Samstag, 02.06.2012 - Tatsächlich sind wir heute für einen Bummeltag hier auf dem Campingplatz geblieben. Bei 30 Grad im Schatten kann man es unter der Markise vor dem Mobil ganz gut aushalten, wenn man hin und wieder zur Abkühlung in den Pool springt.

Der Platz wurde gestern Abend tatsächlich noch recht voll, als viele Dauercamper hier ankamen. Trotzdem bleibt der Andrang hier übersichtlich und wir genießen den Ruhetag. Wobei, so ganz ruhig können wir dann auch nicht.

Wir nutzen die Zeit, um mal wieder etwas gründlicher im Mobil sauber zu machen. Dabei wundert man sich immer wieder wie viel Schmutz, Sand und Steinchen man in knapp einer Woche hereinträgt. Und das insbesondere auch deshalb, weil wir natürlich auch immer wieder zwischendurch mal gefegt hatten.

Außerdem gab es ein kleines Problem mit der Kleiderschrankbeleuchtung. Schon bei der Übergabe des Mobils hatten wir festgestellt, dass das Licht auch gerne mal bei geschlossener Tür eingeschaltet bleibt, hatten diesem Umstand aber bisher nie besondere Aufmerksamkeit gewidmet, sondern einfach Türstopper auf die Tür geklebt, um den Betätigungspin sicher schalten zu können.

In letzter Zeit trat das Problem aber wieder erneut auf, so dass ich mich heute endlich einmal aufgerafft habe, die komplette Lampe abzubauen und in korrekter Position neu zu montieren. Das hätte man eigentlich schon viel früher erledigen sollen. Aber wie das halt so ist. Erstmal provisorisch reparieren und dann das Provisorium ewig bestehen lassen.

Am Nachmittag ziehen Wolken auf und die Luft wird drückend. Da werden wir heute wohl noch ein dickes Gewitter erleben. Auch Meteo-France kündigt lokale Gewitter an. Wir werden abwarten, ob es uns auch treffen wird.

6. Nacht
Camping Municipal „De la Baie“
l’Aiguillon sur Mer
7 m NN
Tageskilometer: 0

Sonntag, 03.06.2012 - Heute geht es weiter nach La Rochelle. Der Grüne Michelin-Reiseführer ordnet diese Stadt in die Kategorie mit *** Sternen, also „unbedingt besichtigen“ ein.

Vor der Abfahrt machen wir das Mobil innen aber erst nochmal sauber, also inklusive staubsaugen. Dann geht es in den nahegelegenen Supermarkt, der auch Sonntagvormittags geöffnet hat. Das alles verzögert unsere Abfahrt und wir machen uns so richtig erst gegen Mittag auf die Strecke.

Zum Glück ist es nach La Rochelle nicht allzuweit. Wir haben den Stellplatz aus dem Promobil-Stellplatzführer im Navi programmiert. Es handelt sich um einen Großparkplatz am Rande der Innenstadt mit einem speziell ausgewiesenen Bereich für Wohnmobile.

Wir haben Glück und erwischen so ziemlich den letzten der 24 Parkplätze. Bei einem ersten Rundgang stellen wir fest, dass ein paar Autos weiter noch ein zweites Wohnmobil mit Leverkusener Kennzeichen steht. Die Insassen sind aber nicht am Mobil, sondern wohl unterwegs.

Wir machen uns dann auch zu Fuß auf den Weg in Richtung zum Vieux Port, dem alten Hafen, der auch das touristische Zentrum der Stadt darstellt. Schon unterwegs wundern wir uns über die Menschenmassen, die hier unterwegs sind. Bei aller Sehenswertigkeit, so viele Besucher hatten wir wirklich nicht erwartet.

   
   
   
Hafen von La Rochelle mit "Karneval"

Am Hafen stellen wir dann den wahren Grund für den Menschenauflauf fest. An diesem Wochenende findet in La Rochelle so eine Art Karneval mit Konfettiparaden und riesiger Kirmes statt. Also kurz gesagt, hier ist echt der Bär los.

Vor lauter Menschenmassen kommen auch die üblichen Touristischen Attraktionen zu kurz. Man findet kaum eine Stelle, von der man mal in Ruhe auf die berühmten Wachtürme der Hafeneinfahrt schauen kann. Dabei ist die Geschichte dieser Stadt und speziell des Hafens, der zwischen den Türmen mit einer Kette abgesperrt werden konnte, recht dramatisch.

Als die Füße anfangen zu schmerzen, machen wir uns auf den Rückweg zum Wohnmobil. Jetzt sind auch die beiden anderen Leverkusener, Ingrid und Heinz aus Bürrig, an ihrem Mobil. Die beiden sind auf Vier-Monats-Tour in entgegengesetzter Richtung wie wir, also in Richtung Norden, unterwegs.

Wir tauschen intensiv Stellplatz-Tipps aus und erzählen gegenseitig, wo wir schon alles waren.

7. Nacht
Stellplatz
La Rochelle
3 m NN
Tageskilometer: 51

Montag, 04.06.2012 - Am Vormittag fahren wir mit den Rädern in die Innenstadt von La Rochelle. Dort machen wir einen ausgiebigen Besuch im See-Aquarium. In dem modernen und relativ neuen Bau, gibt es unzählige kleine und große Bassins, die thematisch nach den verschiedenen Weltmeeren gegliedert sind. Und eins kann jedenfalls festgestellt werden: Muränen sind überall gleich hässlich, egal in welchem Meer sie schwimmen.

   
   
  im See-Aquarium von La Rochelle

Als nächstes Ziel haben wir uns die Ile d’Oleron ausgesucht. Diese zweitgrößte Insel des europäischen Frankreichs ist ein totales Feriendomizil. Es gibt rund 10 Wohnmobilstellplätze und ebensoviele Campingplätze, so dass wir wohl schon ein Plätzchen finden werden.

   
Zufahrtbrücke zur Ile d'Oleron  

Unterwegs kommen wir an einem Carrefour-Rieseneinkaufszentrum vorbei, bei dem der Diesel in der angegliederten Tankstelle für 1,29 Euro zu bekommen ist. Obwohl wir eigentlich gar nicht tanken müssen, halten wir hier kurz an und füllen den Kraftstoffvorrat wieder auf. Tina verschwindet dann mal „kurz“ im Carrefour, um noch ein paar Kleinigkeiten für das heutige Abendessen einzukaufen.

Anderthalb Stunden später fahren wir dann weiter und direkt auch durch bis auf die Insel. An dem Stellplatz geht es aber erst einmal vorbei und direkt weiter durch bis zum Leuchtturm auf einer niedrigen Klippe am nördlichen Zipfel der Insel. Rundherum befinden sich etliche Souvenirshops und ein schön angelegter Park.

   
auf der Insel  

Nach der Besichtigung geht es dann endlich weiter zum heutigen Stellplatz. Offenbar handelt es sich um einen ehemaligen Campingplatz, der mittels Schranke und Bezahlautomat in einen selbstorganisierten Betrieb umgewandelt wurde.

Die Stellplatzgebühr von 8 Euro muss an dem Automat mittels Bankkarte bezahlt werden. Aber anders als an bisher kennengelernten Stellplätzen akzeptiert der Automat auch Maestro-Karten und verlangt nicht nur ausschließlich französische Kreditkarten.

8. Nacht
Stellplatz St. Denis
Ile d‘Oleron
12 m NN
Tageskilometer: 102


Dienstag, 05.06.2012 - Der Platz hier ist schön und wir überlegen, noch eine zweite Nacht zu bleiben. Doch der Himmel ist heute ziemlich bewölkt, und es sieht eher nach Regenschauern als nach Fahrradtour- oder Sonnenbadewetter aus, so dass wir uns für eine Weiterfahrt entscheiden.

Wir wollen heute auf die Südseite der Gironde. Diese superbreite Flussmündung ist jedoch nicht von einer dieser wahnsinnigen typisch französischen Brücken überspannt, sondern muss per Fähre überquert werden. Dafür müssen wir zunächst nach Royan, das am Nordufer der Girondemündung liegt.

In der Stadt werden wir einen merkwürdigen Umweg zum Fährhafen entlanggeführt. Uns wird klar, dass die Route extra so verschlungen ist, um im Sommer mehr Platz für die schier unendliche Warteschlange von Pkw zu haben, die sich vor der Fähre zurückstauen.

   
  wenig Andrang heute an der
Gironde-Fähre

Heute haben wir aber keine Probleme mit einer zu langen Warteschlange. Ganz im Gegenteil, die Fähre ist nicht ausgebucht und wir können direkt bis ganz nach vorne fahren. Aber natürlich nicht, ohne zunächst, das unglaubliche Fährgeld von 46 Euro bezahlt zu haben. Nagut, bei dem Preis zieht sich einem alles zusammen, aber einmal muss so eine Fährpassage eben auch mal sein. Zumal die Alternative ein riesiger Umweg über Bordeaux gewesen wäre.

Nach einer halbstündigen Überfährt sind wir also auf der Südseite der Gironde und damit auch im Departement Gironde mit seiner bekannten, langen und schönen Küste Cote d’Argent, der Silberküste, die so wegen des hellen und feinen Sands heißt.

Wir nehmen quasi die erste Stichstraße zum Strand nach Hourtin-Plage. Hier gibt es keinen Stellplatz, sondern nur einen 5-Sterne Campingplatz. Das „Forfait“-Angebot für ein Reisemobil kostet hier in der Nebensaison 28 Euro. Weder zieht sich mir alles zusammen, aber auch das muss einmal in so einem Urlaub sein. Denn dafür sind wir so nah am Strand wie es hier nur geht, nämlich rund 300 m entfernt.

   
  unendlicher Strand mit richtig
großen Wellen

Wir stellen in dem mit Kiefern bewachsenen Campinggelände das Wohnmobil auf einen schönen Platz und gehen erstmal zum Strand. Die heranrollenden Wellen sind ganz schön groß und die Surfer haben hier offenbar großen Spaß. Aber auch ohne Surfbrett macht es Spaß sich in die Wellen zu schmeißen. Wir bleiben eine gute Stunde am Strand und im Wasser, bevor wir uns wegen unserer Weißhäutigkeit lieber wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz und in den Schatten machen.

Später probieren wir dann auch noch die Poolanlage des Campingplatzes aus. Das Wasser ist angenehm warm. Für Kinder ist das hier im Sommer ein Badeparadies, da es auch zahlreiche Rutschen gibt.

Mit einer DVD geht der Tag schließlich gemütlich zu Ende, während draußen ein immer stärker werdender Regen einsetzt.

9. Nacht
Campingplatz ***** „De la Cote d’Argent“
Hourtin-Plage
9 m NN
Tageskilometer: 129

Mittwoch, 06.06.2012 - Irgendwann in der Nacht hörte der Regen dann auf. Heute Morgen ist der Himmel zunächst noch etwas bedeckt, macht aber den Eindruck, dass es heute auch wieder aufreißen wird.

Wir brechen mal wieder extra spät auf und schauen uns den nahegelegenen Binnensee Lac d’Hourtin-Carcans an. Diese kurz hinter der Küste liegenden Süßwasserseen sind charakteristisch für die Region. Es gibt gleich mehrere die ganze Küste entlang.

Die Seen sind wärmer als das Meer und sind, da sie keine hohen Wellen haben, auch sehr gut zum Baden, vor allem mit Kindern geeignet. Daher gibt es an den Seen etliche Campingplätze und in Hourtin auch einen Wohnmobil-Stellplatz, der für uns auch eine Alternative hätte sein können, wenn wir nicht lieber ans Meer gewollt hätten.

Auch der nächste Binnensee verfügt laut Stellplatzführer über Stellplätze. Aber wir sind enttäuscht davon, was wir dann tatsächlich vorfinden. Ein Platz liegt am Rande eines Industriegebietes direkt neben der Hauptdurchgangsstraße und bietet natürlich keinerlei schöne Aussichten. Da nützt es doch auch nichts, dass der Platz selber sehr schön mit Schranke, Parzellierung, Strom und Ver-/Entsorgung angelegt ist. Und auch der Übernachtungspreis hat mit 13 Euro (laut Stellplatzführer noch 10 Euro) jetzt die Schmerzgrenze für diese Art der Unterbringung überschritten.

Da die Landschaft unterwegs wirklich keinerlei Höhepunkte zu bieten hat, konzentrieren wir uns darauf, einen schönen Platz für die nächste Nacht zu finden. Wir versuchen zur Abwechslung mal eine „weiße“ Straße, statt der bisher üblichen roten und gelben. Unsere Hoffnung geht auf. Am Ende finden wir einen ziemlich großen Campingplatz in den Dünen. Hier ist noch fast gar nicht los und man wundert sich, dass die hier für die paar Besucher schon geöffnet haben.

Aber durch die weiße Straße gibt es hier eben kaum Laufkundschaft, die zufällig hier vorbeifährt und bleibt. Im Sommer soll es hier angeblich bis auf den letzten der 700 Plätze ausgebucht sein, weil dann ganz gezielt die Stammkundschaft kommt. Uns auch egal, denn wir genießen die Leere und die Ruhe hier.

Mit den Fahrrädern machen wir uns nach dem „Aufbau“ des Mobils auf den Weg in Richtung Strand. Und auch hier wieder der schier unendlich lange Strand, der sich irgendwo links und rechts im Dunst verliert, ohne dass irgendeine Unterbrechung zu sehen wäre.

   
  Eine große Qualle wurde an den
Strand gespült.
Ansonsten sorgen die Surfer für
Unterhaltung.

Die Sonne kämpft mit den Wolken aber wir bleiben trotzdem am Strand, auch wenn Tina heute nicht ins Wasser geht und ich das alleine erledigen muss. Später kommt die Sonne dann durch und es wird direkt richtig warm. Uns reicht eine gute Stunde, dann machen wir uns wieder auf den Rückweg. Wie kann man es hier im Sommer nur ganztätig in der knalligen Sonne aushalten? Das wird für uns vermutlich ewig ein Rätsel bleiben.

10. Nacht
Campingplatz Municipal „La Grigne“
Le Porge-Ocean
16 m NN
Tageskilometer: 91

Donnerstag, 07.06.2012 (Fronleichnam) - Hier in Frankreich ist heute kein Feiertag. Daher können wir am Vormittag noch in Le Porge in aller Ruhe einkaufen gehen, bevor wir uns dann gegen Mittag so richtig auf den Weg machen.

Wir umfahren heute das Bassin d’Arcachon, das fast durchgehend umbaut ist. An der Uferstraße reiht sich ein Ort an den nächsten und manchmal sind Nachbarorte schon regelrecht ineinander übergegangen.

Aber am Ende dieser endlosen Ortschaft liegt das vielleicht größte Naturschauspiel an dieser Küste, nämlich die über 100 Meter hohe Sanddüne Dune de Pilat. Es gibt einen großen Parkplatz (bei dem natürlich Parkgebühren zu entrichten sind) von dem aus man auf die Düne steigen kann. Zum Glück gibt es eine Treppe, die einem auf dem steilsten Stück Weg nach oben hilft. Ohne die Treppe wäre es vermutlich eine ganz schöne Quälerei in dem losen Sand solch eine Steigung zu bewältigen.

   
   
  Spektakulär einfach so in der
Landschaft, dieser riesige
Sandhaufen

Oben auf der Düne haben wir eine tolle Rundum-Fernsicht, so dass sich die Parkgebühren und die kleine körperliche Anstrengung auf jeden Fall gelohnt haben. Natürlich befindet man sich hier oben voll in der knallenden Sonne, so dass man schon einen ordentlichen Sonnenschutzfaktor aufgetragen haben sollte, wenn man sich hier länger aufhalten möchte.

Außerdem geht hier ein heftiger Wind, der beständig den feinen Sand in jede Ritze der Kleidung treibt. Als wir später wieder am Mobil zurück sind, findet erst einmal eine große Entsandungsaktion statt, die aber im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Daher ist das erste, was wir heute Abend auf dem Stellplatz erledigen, dass wir erstmal gründlich duschen gehen.

Dabei war die Suche nach einem Stellplatz doch etwas komplizierter heute, als angenommen. Wir waren nach Biscarosse-Plage gefahren, wo es einen Stellplatz gibt, der aber über sehr lockeren und sandigen Boden verfügt, so dass wir Sorge hatten, dort morgen nicht mehr weg zu kommen.

Wir kommen dann schließlich an einem der hinter der Küste liegenden Binnenseen, Etang de Biscarosse et de Parentis, unter. Und zwar auf einem ehemaligen Campingplatz, der jetzt aber auf Mobilheime umgestellt hat und die letzten noch freien Parzellen als Stellplätze für Reisemobile vermietet. Immerhin ist auch der Preis ein für einen Stellplatz sehr günstiger, nämlich 8 Euro inklusive Strom, Duschen und Schwimmbad. Man wird sehen, wie lange das hier noch so gehen kann. Vermutlich werden auch die letzten freien Plätze über kurz oder lang auf Dauer an Mobilheimbesitzer verpachtet.

11. Nacht
Stellplatz auf Campingplatz „La Forêt Lahitte“
Parentis en Born
15 m NN
Tageskilometer: 128

Freitag, 08.06.2012 - So langsam wollen wir uns von der direkten Atlantikküste mit den endlosen Stränden verabschieden. Es ist ja ganz schön, das mal gesehen und erlebt zu haben, aber auf Dauer wird uns das landschaftlich dann doch zu langweilig.

   
  Vor der Abfahrt schauen wir uns den
Etang noch enmal richtig an. Hier
wird sogar Öl gefördert, was aber
der Schönheit dieses Sees kaum
Abbruch tut.

Aber vorher wollen wir heute noch einmal an den Strand. Der Name des Ortes Mimizan-Plage klingt irgendwie interessant und wir machen uns auf den kurzen Weg dorthin. Am Ortsrand, direkt hinter der Stranddüne gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz, der laut Stallplatzführer alle Einrichtungen bietet, um dort einen gemütlichen Tag zu verbringen.

Nach kurzer Fahrt kommen wir an und stellen fest, dass noch viele Stellflächen frei sind. Wir erwischen eine ganz am Rand, die so geschnitten ist, dass wir sogar die Markise ausfahren können, ohne mit irgendwelchen Nachbarn Probleme zu bekommen.

Der Weg zum Strand ist wirklich nur 200 m - mal eben über die Düne rüber und fertig. Aber da gehen wir erst am Nachmittag so richtig hin, als die Flut ihren höchsten Stand erreicht hat. Thomas geht ein kleines Stück ins Wasser und stellt fest, dass das Ufer hier deutlich steiler ins Wasser geht. Dadurch entwickeln die zuücklaufenden Wassermassen nachdem die Wellen am Strand gebrochen sind, einen enormen Sog ins Meer hinein. Das lässt einen dann doch vorsichtig werden.

Ansonsten wird der Tag mal nur verbummelt, bzw. mit Lesen und aufgeschobenen Vereinsarbeiten am Computer gefüllt. Insgesamt ein schöner Ruhetag. Morgen geht es dann in einem großen Sprung runter in die Pays Basques in die Nähe der spanischen Grenze und der Pyrenäen.

   
   
  Ein Tag in Mimizan-Plage

Ach ja, dann war da natürlich noch der Sonnenuntergang am Abend. Wie vermutlich jeden Abend hatten sich etliche Leute am Strand eingefunden, um sich für heute von der Sonne zu verabschieden. Leider war es kein ganz perfekter Sonnenuntergang, weil die Wolken im Westen dann doch zu dicht wurden, so dass die Sonne endgültig hinter einer dicken Wolkenschicht verschwunden ist, bevor sie die Wasseroberfläche erreichte.

12. Nacht
Stellplatz Heliport
Mimizan-Plage
10 m NN
Tageskilometer: 33

Samstag, 09.06.2012 - Heute erfolgt dann der beabsichtigte große Sprung bis nach Biarritz, wobei wir uns nicht scheuen, dafür auch gut ausgebaute Nationalstraßen und gebührenfreie Autobahnen zu benutzen. Am Nachmittag sind wir dann in Biarritz und somit ungefähr auf dem gleichen Breitengrad mit der Cote d’Azur.

Der Stellplatz liegt etwa zwei bis drei Kilometer südlich der Innenstadt. Da wir uns von Norden nähern, hat das Navi keine Hemmungen, uns die Route direkt durch die Altstadt zu führen, so dass wir schonmal einen Eindruck von der Stadt gewinnen können.

Spontan würden wir sagen, dass es hier ungefähr so eng und so steil zugeht wie in Monaco, wobei es hier aber deutlich schmuddeliger aussieht. Es mag hier zwar mondän sein in diesem klassischen Seebad, aber das Bild wird eher von Surfertypen und weniger von Millionären bestimmt. Wobei erstere auch gerne mal mit Neoprenanzug und barfuß, samt Surfbrett unter den Arm geklemmt durch das Stadtzentrum spazieren.

In den Reiseführern ist immer vom sonnenverwöhnten Biarritz zu lesen. Leider ist es auch hier so, wie schon so oft, wo wir hinfahren, dass die Sonne gerade mal eine Pause einlegt. Es ist den ganzen Tag über stark bewölkt und immer wieder fallen ein paar Regentropfen, allerdings so wenig dass man deshalb noch keinen Regenschirm benötigt. Aber auch so viel, dass wir beschließen, uns nur ein kleines Stück vom Stellplatz wegzubewegen und nur den direkt angrenzenden Strand mit Park und Promenade zu besichtigen. Den Besuch der Innenstadt nehmen wir uns für morgen vor.

Am Strand stellen wir fest, dass die Küste hier wirklich ganz anders aussieht, als das was wir die letzten Tage gesehen haben. Es ist felsig bis ins Meer mit Strandabschnitten zwischen den Felsriegeln. Und die Wellen sind hier tatsächlich nochmal ein ganzes Stück höher als gestern in Mimizan. Das macht der Größenvergleich mit den Surfern deutlich.

Neben uns auf dem Stellplatz steht ein Reisemobil mit GL-Kennzeichen. Die beiden drücken das aus, was wir auch denken: Jetzt sind wir schon so weit in den Süden gefahren, und wo ist bitteschön hier der Sommer?

Später fängt es dann immer stärker an zu regnen. Und als wir ins Bett gehen, gibt es einen lang andauernden regelrechten Wolkenbruch und es schüttet wie aus Eimern.

13. Nacht
Stellplatz „Plage de Milady“
Biarritz
25 m NN
Tageskilometer: 128

Sonntag, 10.06.2012 - Am Morgen kommt ein Bäcker-Mobil auf dem Stellplatz vorbei, was mir glücklicherweise die Radtour zum Bäcker erspart, der zwar nur anderthalb Kilometer entfernt ist, aber leider immer nur bergauf.

Die hiesige Police Municipal (vergleichbar mit den Außendienstlern bei unserem Ordnungsamt) hat eigentlich die Aufgabe, hier auf dem Stellplatz die Gebühren zu kassieren. Aber weder gestern Abend noch heute Morgen ist jemand erschienen, so dass wir diese Nacht mal kostenlos übernachtet haben.

Nach dem Frühstück „satteln“ wir die Stahlrösser und machen uns auf den Weg in die Innenstadt. Dabei nehmen wir den Weg an der Küste entlang. Der Blick über das Meer, die Buchten die Nachbarstädte und die im Hinterland steil ansteigenden Pyrenäen ist sehr schön und muss bei Sonnenwetter wohl richtig toll sein.

Leider ist es aber auch heute wieder total bewölkt. Fotografieren macht bei diesem Licht eigentlich gar keinen Sinn, aber wir versuchen es trotzdem, auch wenn es die Fotos sicherlich nicht in die Galerie schaffen werden.

   
   

Gegen Mittag geht ein ziemlicher Regenschauer nieder und wir stellen uns solange unter. Danach machen wir uns relativ schnell wieder auf den Rückweg in die trockene Sicherheit unseres Mobiles.

In einer Regenpause machen wir das Mobil abfahrbereit, erledigen die Entsorgung und fahren los. Natürlich fängt es bald wieder an zu regnen. Eigentlich würde ich noch gerne auf den Aussichtsberg der hiesigen Küste La Rhune, zu dem eine kleine Schmalspurbahn hinauffährt. Doch bei den tief hängenden Wolken macht das keinen Sinn.

Um Zeit zu gewinnen, kehren wir bei einem MC Donald ein, wo wir über WLan online gehen können, ein kostenloser Service, den alle Filialen in Frankreich anbieten. Man müsste noch nicht einmal etwas dort bestellen, um den Zugang zu nutzen. Tun wir aber trotzdem. Es müssen ja nicht immer Hamburger und Pommes sein. Das Eis und der Kaffee sind dort ja auch okay.

Online orientieren wir uns auch noch einmal über die Stell- und Campingplatzsituation hier an der Küste. Was die Stellplätze angeht, sieht es ziemlich mau aus. Einen Stellplatz neben einem Bahnhof soll es einerseits noch geben aber andererseits auch schon nicht mehr. Aber überhaupt, was ist das für eine Lage „neben einem Bahnhof“? Warum nicht gleich neben der Mülldeponie?!

Also suchen wir nach Campingplätzen. Die sind aber alle übermäßig mit Schnickschnack ausgestattet, den wir nicht brauchen, aber trotzdem mit bezahlen müssten. 30 Euro für eine Nacht soll ein Platz kosten, den wir uns anschauen. Dabei sind die Stellflächen so unsinnig angelegt, dass wir uns dann doch zur Weiterfahrt entschließen.

Wir folgen der Küstenstraße Corniche Basque wieder in nördlicher Richtung als wir an einem unscheinbaren Campingplatz vorbeikommen. Wir schauen uns die Sache näher an und stellen fest, dass er eigentlich genau das ist, was wir für heute gesucht haben. Stellplätze für Wohnmobile gibt es vor dem eigentlichen Campinggelände. Mit Stromanschlüssen, Ver- und Entsorgung und in günstiger noch etwas aussichtsreicher Lage direkt an der Panoramastraße. Dabei nur 18 Euro als Komplettangebot in der Nebensaison.

Hier bleiben wir und warten ab, ob morgen vielleicht wieder etwas vom Gipfel La Rhune zu sehen ist, so dass sich die Fahrt dorthin lohnen würde. Außerdem muss dieser Platz Eingang in die Stellplatzführer finden. Einen besseren Platz haben wir an diesem Teil der Küste nicht gefunden. Aber das wird nach dem Urlaub erledigt.

Und noch zwei Dinge sind bemerkenswert. Zum einen hat das Mobil heute die 20.000 km Marke übersprungen. Dieser denkwürdige Augenblick erfolgte nur einen Kilometer vor dem heutigen Übernachtungsplatz auf der Corniche Basque.

Und zum anderen haben wir unten im untersten Winkel Frankreichs direkt an der spanischen Grenze auch den weitesten Punkt unserer Reise von zu Hause erreicht. Laut Navi sind es jetzt 1291 km bis nach Hause. Irgendwie doch beruhigend zu wissen, dass man notfalls innerhalb von zwei Tagen wieder daheim sein könnte. Tatsächlich haben wir aber auch nur noch eine knappe Woche. Nächsten Samstag wollen wir wieder heimischen Boden unter den Rädern haben und das Mobil vor der eigenen Haustüre parken.

14. Nacht
Stellplatz vor Camping „Juantcho“
Urrugne bei Saint Jean de Luz
34 m NN
Tageskilometer: 38


Montag, 11.06.2012 - In der Nacht regnet es ordentlich und wir schlafen ziemlich lange, weil ich gar keine Lust habe, im Regen in den Ort zu laufen und dort Brot einzukaufen. In einer Regenpause mache ich mich auf dem Weg und hole das heutige Frühstücksbaguette.

Insgesamt kommen wir mal wieder sehr spät auf den Weg. Immer wieder regnet es. Trotzdem schlagen wir erst einmal den Weg zu DEM Aussichtspunkt der Küste ein, dem 905 m hohen Berg La Rhune, der auch als der heilige Berg der Basken bezeichnet wird. Dafür muss man zunächst auf den Col de St. Ignace, der mit 169 m noch nicht so schrecklich hoch erscheint. Den Rest erledigt von dort aus dann eine Schmalspur-Zahnradbahn. Sie bringt die Touristen in kurzer Zeit die restliche Höhe bis zu der Gipfelstation von La Rhune.

Leider ist das Wetter immer noch nicht besser geworden. Was würde es nützen, mit der Bahn dort hinauf zu fahren, nur um dann im Nebel zu stehen und nichts von der angeblich so grandiosen Aussicht zu sehen? Also schauen wir uns den Zug einmal in der Talstation an und beschließen schließlich schweren Herzens auf die Fahrt auf den Gipfel zu verzichten.

Vermutlich war das die richtige Entscheidung, denn der Regen wird immer schlimmer und auf der weiteren Fahrt gibt es Gewitter und heftigsten Regen.

Und tatsächlich fahren wir heute ein ganzes Stück. Und das deshalb, weil wir uns heute von der Küste verabschieden werden. Zum einen macht es eh keinen Sinn bei dem derzeitigen Wetter einen Urlaub am Strand machen zu wollen und zum anderen hatte ich mich schon vor der Fahrt auf einen Abstecher an die Dordogne gefreut, wo ich gerne die eine oder andere steinzeitliche Höhle besichtigen möchte.

Ein Blick in den Atlas zeigt, dass es zur Dordogne doch ein ganz schön ordentliches Stück zu fahren ist und dass es eigentlich auch gar keine direkte Verbindung in diese Richtung gibt. Also geht es zum Teil über Nebenstrecken in diese Richtung. Da wir aber erst sehr spät aufgebrochen sind, wird noch eine kleiner Zwischenübernachtung fällig. Ein erster Stellplatz auf einem Bauernhof ist nicht beschildert und sah, wenn es denn der Hof war, der gemeint war, nicht sonderlich einladend aus, so dass wir weiterfahren.

Unterwegs stoßen wir auf ein Hinweisschild zu einem Campingplatz, dem wir folgen. Und wir landen einen Volltreffer, wie ihn kein Wohnmobilstellplatz bieten kann. Für schmale 8,90 Euro erhalten wir Strom, können Duschen gehen und haben freien WLan-Zugang. Also auch schon wieder ein Fall für die Online-Stellplatzführer. Demnächst…

15. Nacht
Camping „Du Pouy“
Eauze
120 m NN
Tageskilometer: 228

Dienstag, 12.06.2012 - Für heute ist schon wieder relativ schlechtes Wetter angesagt. Regen, Wolken und etwas Sonne soll es im Wechsel geben, wobei der Regen überwiegen soll. Uns lässt das aber relativ kalt, weil wir heute weiter in Richtung der Dordogne fahren.

Als Ziel habe ich die Steinzeithöhle Grottes des Pech-Merle ins Navi eingegeben. Wir kommen irgendwann nachmittags dort an. Die tägliche Besucherzahl ist limitiert und die Karten werden für jede Führung genau durchgezählt. Tina hat kein Interesse, in die Grotte zu klettern, aber obwohl wir somit nur eine einzelne Karte benötigen, bekomme ich erst um 17.00 Uhr einen Platz in einer Führung.

   

In der Höhle herrscht eine Temperatur von 13 Grad, so dass ich mich etwas wärmer anziehe. Im Grunde handelt es sich nicht um eine einzelne Höhle, sondern um ein System von aneinander folgenden unterschiedlichen Höhlen, die bis zu elf Meter Deckenhöhe erreichen. Das ahnt man so nicht, wenn man sein Auto oben drüber auf dem Parkplatz abstellt.

Der Führer zeigt uns nach und nach die prähistorischen Höhlenmalereien und hebt sich die „Pferdewand“ quasi als Höhepunkt bis zum Schluss auf. Viele dieser Zeichnungen hier in dieser Höhle kennt man aus Schulbüchern oder Fernsehsendungen und es ist spannend, das alles im Original zu sehen. Da steht man also an einer Stelle, an der vor 24.000 Jahren einer unserer Vorfahren stand und dort seine Malerei oder einen Fußabdruck im Schlamm hinterlassen hat. Beeindruckend.

Die Führung dauert ungefähr eine Stunde und die Kollegen unseres Führers scheinen oben ungeduldig zu werden und Feierabend machen zu wollen. Jedenfalls geht zweimal das Licht in der Höhle aus und wir stehen im Stockfinsteren und das ohne Orientierung. Selbstverständlich hat unser Führer eine Taschenlampe dabei, so dass diese Dunkelheit jeweils nur kurz andauert.

Nach der Führung fahren wir zum Campingplatz im Ort. Die Rezeption ist nicht besetzt. Man soll sich einen Platz selber aussuchen und das Geld in einem Umschlag in einen Briefkasten einwerfen. Da die Wiesen durch den Dauerregen total aufgeweicht sind, trauen wir uns nicht mit unserem schweren Auto dort drauf zu fahren und stellen das Wohnmobil am Ende des Zufahrtweges auf dem Weg selber ab.

Das hatte so auch in der letzten Nacht prima geklappt. Heute gibt es aber noch ein paar Spätankömmlinge, die mit drei Autos und einem Wohnwagen anreisen. Die Leute suchen sich einen Platz auf der Wiese direkt neben uns aus und versinken dabei fast im Schlamm.

Wir schauen uns das Spiel eine Zeitlang an, aber ganz wohl ist insbesondere mir dabei nicht. Als sie sich für die Nacht einrichten und dabei im Wohnwagen Kerzen anzünden, weil sie noch nicht einmal ein Stromkabel dabei haben, entschließen wir uns, dann doch nochmal weiterzufahren. Mir macht das ganze den Eindruck, dass der Wohnwagen vornehmlich als Ort für den Konsum allen möglichen und unmöglichen Drogen dienen wird.

Wir fahren also noch ein Stück weiter in die Richtung, in die wir morgen sowieso weiter wollten. In Vers finden wir einen Stellplatz, wo wir schließlich für die Nacht bleiben.

16. Nacht
Stellplatz
Vers
133 m NN
Tageskilometer: 224

Mittwoch, 13.06.2012 - Weiter geht es in nördlicher Richtung. Das nächste Ziel ist die Stadt Rocamadour, ein Dorf mit etlichen Kirchen, die alle aussehen, als wären sie am Stück aus dem Kalkstein gemeißelt worden. Das Dorf ist ein Pilgerort, was Tina aber erst im Führer liest. Mir gefiel einfach nur das Bild des Dorfes mit den darüber liegenden Kirchen, das ich im Reiseführer gesehen hatte.

Die Fahrt über die Landstraßen dauert viel länger als ich eigentlich geplant hatte. Dann verzichten wir auf die Besichtigung des ganzen Pilgertrubels und genießen einfach nur die Aussicht auf die Stadt, die dort am Felshang klebt.

   
Rocamadour  

Trotzdem vergeht eine Menge Zeit und als wir weiter wollen, stellt sich die Frage, ob wir wirklich noch in Richtung der Höhe von Lascaux fahren sollen oder doch lieber nicht. Immerhin würden wir rund 80 Kilometer Umweg einlegen. Außerdem hatte ich heute im Reiseführer gelesen, dass die Buchung von Karten für die Höhle noch aufwändiger ist, als gestern für die Pech-Merle. Das heißt, wir würden möglicherweise auch noch für umsonst dorthin fahren.

Aber wohin stattdessen? Tina macht den Vorschlag in die Auvergne weiterzufahren. Das liegt schon auf dem Heimweg und der Puy de Dome wäre auch nochmal einen Aufenthalt wert. Vor Jahren waren wir mit den Kindern dort oben auf dem Vulkankegel und DEM Aussichtpunkt der Auvergne. Damals musste man unten am Fuß des Berges in Reisebusse umsteigen und wurde dann in einer haarstäubenden Fahrt nach oben gebracht.

Mittlerweile wurde aber auf der alten Straße eine Bahnlinie gebaut und eine Eisenbahn erledigt den Transport der Touristen viel eleganter und vor allem sicherer.

Also machen wir heute nochmal einen riesigen Sprung, wobei wir sehr mit dem Navi hadern, das uns partout woanders langführen will. Tina kommt schließlich auf die Idee mal zu sehen, ob die eingegebenen Zielkoordinaten überhaupt stimmen. Da hat das Navi aber nochmal Glück gehabt, da nicht mehr viel gefehlt hätte und ich hätte es aus dem Fenster geworfen.

Wir fahren direkt zum Puy de Dome, um dort einmal zu checken, wie das so mit den Abfahrtzeiten und Fahrpreisen aussieht und werden ganz böse überrascht. Die Eisenbahn wird erst am Samstag wieder fahren. Ungläubig versuche ich zu argumentieren, dass wir doch auf der Anfahrt schließlich die Züge am Berghang gesehen hätten. Doch mir wird erklärt, dass das nur Testfahrten seien. Erst am Samstag würde die Bahnstrecke offiziell eröffnet.

   
Puy de Dome - leider nur von unten  

Wir können es kaum glauben. Da machen wir so eine riesen Tagesetappe und das eigentlich für umsonst. Nagut, fahren wir erstmal auf den Campingplatz. Es gibt eigentlich nur einen Platz hier in der Region. Den Platz auf dem wir auch schon vor Jahren waren.

Aber der Platz hat auch Vorteile. Da wir jetzt ja keinen Zeitdruck mehr haben und schon so viel Strecke der Heimreise „abgearbeitet“ haben, ist er sehr gut für einen letzten Ruhetag geeignet. Zumindest dann, wenn morgen wie im Wetterbericht versprochen, richtiges Sommerwetter kommt. Warten wir also ab und freuen uns auf einen ruhigen Tag, vielleicht mit etwas Sonnen am Pool oder so.

17. Nacht
Camping „Indigo“
Royat bei Clermont-Ferrand
614 m NN
Tageskilometer: 290

Donnerstag, 14.06.2012 - Heute gibt es endlich mal wieder richtiges Urlaubswetter. Die Sonne scheint bei wolkenlosem Himmel. Wie geplant bleiben wir heute hier und machen einen sehr ruhigen Tag mit Lesen, Schwimmen im Pool des Campingplatzes, Kaffee trinken, Lesen, Schlafen, Lesen, Kaffee trinken, Tennis spielen, Nickerchen machen, Lesen, Baminton spielen, Lesen u. s. w.

18. Nacht
Camping „Indigo“
Royat bei Clermont-Ferrand
614 m NN
Tageskilometer: 0


Freitag, 15.06.2012 - Da Royat in den Bergen unmittelbar westlich von Clermont Ferrand liegt, haben wir bei der Fahrt hinab ins Tal an einigen Stellen prima Aussicht über die Stadt und das ganze Tal. Insbesondere die aus schwarzem Lavastein erbaute Kathedrale ragt unübersehbar aus dem Häusermeer heraus.

Wir steuern als erstes eine MC Donalds-Filiale an, weil wir gestern Abend einige verwirrende SMS erhalten hatten, die es erforderlich machen, einige Dinge zu Hause ausführlicher per Mail zu klären bzw. zu erklären. Clermont-Ferrand verfügt über zwei MCD-Filialen. Die eine liegt direkt in der Innenstadt, so dass wir mit dem Womo keinen Parkplatz erwarten dürfen. Die andere liegt direkt am Stadion, welches wiederum direkt an der Fabrik des Michelin-Werkes liegt. Hier finden wir zumindest einen Parkplatz in der Nähe, auch wenn wir dort einen Parkschein ziehen müssen.

Eine Stunde später geht es dann auf die Autobahn in Richtung Lyon. Allerdings macht die Bahn einen ziemlichen Umweg und wir verlassen die Bahn, als diese nach Süden zu einer großen Schleife abbiegt und fahren weiter ostwärts über Landstraßen. Da wir wohl nicht die einzigen sind, denen der Umweg nach Süden zu lang ist, gibt es hier mittlerweile eine 60 km lange Autobahnbaustelle, die auf dieser Route nun ebenfalls eine schnelle Verbindung herstellen soll. Nach dem, was wir von dieser neuen Autobahn schon so sehen konnten, kann es eigentlich nicht mehr allzulange dauern, bis diese neue Strecke eröffnet wird.

Wir nutzen das Landstraßenstück dann noch, um noch einmal günstig an einem Supermarkt vollzutanken und machen auch gleich eine kleine Mittagspause auf dem Parkplatz.

Danach geht es nördlich von Lyon in Villefranche-sur-Saonne wieder auf die Autobahn und wir ziehen durch bis Nancy, wo wir den günstigen Durchgangscampingplatz bereits von unserer Tour vor zwei Jahren kennen. Wir sind überrascht, wie voll der Platz hier um diese Jahreszeit schon ist. Aber wir bekommen auch noch einen schönen ebenen Platz, wo wir noch einen gemütlichen Abend in der milden Abendsonne verbringen können.

19. Nacht
Camping „La Brabois“
Nancy
369 m NN
Tageskilometer: 562

Samstag, 16.06.2012 - So und heute wird es dann endgültig nach Hause gehen. Das Navi berechnet eine Strecke von rund 400 km. Beim Frühstück haben wir noch Sonnenschein, aber im Norden sehen wir schon vom Campingplatz aus, dass sich da dichte Wolken türmen.

Und so kommt es dann auch. Kurz hinter Nancy geht der Regen los und hört auch den ganzen Tag nicht mehr auf. Ich hatte mich in den letzten Tagen sowieso schon erkältet und muss mich erst einmal umziehen, weil ich noch viel zu dünn angezogen bin, während draußen die Temperaturen rapide fallen.

In Luxemburg tanken wir dann noch einmal. Bei 1,19 Euro/Liter ist das mal richtig angenehm und wir haben unseren Tank ja zum Glück fast leer gefahren.

Tageskilometer nochmal: 382

Trip-Info:

Abfahrt Km-Stand: 18.035
Rückkehr Km-Stand: 21.687
gefahrene Km: 3.652
Ø-Verbrauch: 11,4 l / 100 km
Ø-Geschwindigkeit: 63 km/h
Fahrzeit: 57 h 57 m

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