deutschland eu belgien
niederlande oesterreich italien
schweiz tschechien spanien
kroatien luxemburg frankreich
slowenien andorra  

stepmap karte reiseziele 1490680

Freitag, 27.09.2013

Freitag, 27.09.2013 - Hurra, endlich mal wieder eine Woche Urlaub. Diesmal geht es in den hohen Norden Deutschlands, nach Schleswig-Holstein nämlich, wo wir bisher noch nie waren. Irgendwo an der Ostsee entlang soll es nach Norden gehen und an der Nordsee entlang dann wieder zurück.

   
Kaffee und Kuchen "über" der Ostsee
an der Steilküste Hermannshöhe
 

Tagesziel ist heute erst einmal die "freie und Hansestadt" Lübeck. Wir kommen spät los und das Navi rechnet aus, dass wir gegen 22.00 Uhr in Lübeck eintreffen werden. Genau so kommt es dann auch.

Wir stellen uns auf den Wohnmobilstellplatz "Lastadie" in direkter Nähe zur Altstadt. Der Platz liegt sehr günstig, um die Altstadt von Lübeck zu besichtigen, aber er ist auch ziemlich laut. Uns ist das heute egal, weil wir beide hundemüde sind.


1. Nacht
Stellplatz Lastadie in Lübeck
3 m NN
Tageskilometer: 481

Samstag, 28.09.2013

Samstag, 28.09.2013 - Nach dem Frühstück geht es als erstes zum Holstentor. Für mich ist es eines der Bauwerke in Deutschland mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Vergleichbar mit dem Kölner Dom, dem Brandenburger Tor oder Schloss Neuschwanstein.

Da das Tor nach Westen ausgerichtet ist, liegt die bekannte Seite mit den beiden Türmen um die frühe Uhrzeit leider im Schatten. Trotzdem machen wir natürlich einige Fotos und sind gespannt, wie die gegen die noch tief stehende Sonne wohl werden.

Dann geht es weiter in die Altstadt. Lübecks Stadtkern liegt nicht nur auf einer Insel der Trave, sondern gleichzeitig auch noch auf einem leichten Hügel. Wir gehen also hügelaufwärts und überqueren den Rathausplatz. Die Front des Rathauses sieht einerseits ganz interessant aber andererseits auch etwas uneinheitlich aus. Es gibt Teile mit Backsteinarchitektur aber auch mit sehr hellem Sandstein.

Hinter dem Rathaus liegt die Breite Straße. Hier wird das berühmte Lübecker Marzipan im Haus Niederegger verkauft. Im 2. OG gibt es eine Ausstellung zum Thema Marzipan. Hauptattraktion sind zwölf lebensgroße Figuren aus Marzipan.

Neben diversen Läden besuchen wir in der Innenstadt noch die Kirche St. Marien. Das Gewölbe ist rund 40 m hoch und gilt als das weltweit höchste Backsteingewölbe. In einer Seitenkapelle liegen die zerbrochenen Überreste der Kirchenglocken, die bei einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg herabgestürzt sind und sich dort in den Boden gebohrt haben.

Unsere Stadtbesichtigung dauert rund drei Stunden, dann sind wir wieder am Wohnmobilplatz. Wir fahren direkt los und halten uns in Richtung Travemünde, das wir aber rechts liegen lassen. Am Brodtener Steilufer folgen wir den Schildern zur Hermannshöhe. Dort liegt ein schönes Ausflugslokal oberhalb der Steilküste. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen genießen wir die Aussicht über die Ostsee.

Ursprünglich wollten wir nun an der Küste entlang immer den vielen Ostseebädern folgen. Doch schon das erste Stück zeigt uns, dass die Küstenstraße für Wohnmobile nicht gemacht ist. Die Promenade und Einkaufsmeile ist zu schmal und ziemlich quirlig.

Wir beschließen nun, direkt nach Fehmarn weiter zu fahren. Der Campingplatz Wulfener Hals liegt an der Südküste der Insel. Kurz nach der Brücke über den Fehmarnsund biegen wir  rechts ab. Der Campingplatz verfügt auch über einen ausgezeichneten Wohnmobilhafen, doch wir checken ganz normal auf dem Campingplatz ein.

Wenn sich das Wetter auch morgen hält, bleiben wir hier zwei Nächte und werden den morgigen Tag mit Fahrradfahren verbringen.

2. Nacht
Camping Wulfener Hals / Fehmarn
1 m NN
Tageskilometer: 110

Sonntag, 29.09.2013

Sonntag, 29.09.2013 - Nun wissen wir auch, was wir gestern hier vermisst haben: Den Wind nämlich. In der Nacht kam so langsam Bewegung in die Luft und heute geht den ganzen Tag über ein starker Ostwind. Für die Windsurfer und Kiter ist das optimal. Sie haben merklich viel Spaß auf dem Wasser.

Wir dagegen ziehen uns ordentlich warm an, denn der Wind kühlt einen trotz Sonne stark aus. Daunenweste, Winterjacke und vor allem Wintermützen sind heute die richtigen Bekleidungsstücke.

Wir machen uns zu einer kleinen Fahrradtour rund um den Binnensee oder besser rund um das Binnenmeer auf. Am gegenüberliegenden Ufer gibt es ein U-Boot-Museum und wir können vom Campingplatz aus das U-Boot U11 dort an Land stehen sehen. Der Hafen von Burgstaken ist klein aber schön bunt und ganz schön trubelig. Einige Fischer verkaufen ihren Fang direkt von Bord aus an die Leute. Allerdings ganz ruhig und ohne spektakuläres Marktgeschrei.

Nebenan besuchen wir dann das U-Boot-Museum mit vielen Infos zur Deutschen U-Boot-Flotte. Natürlich ist das ausgestellte U-Boot auch zu besichtigen. Wir sind beeindruckt, wie eng es hier zugeht. An Privatsphäre war da für die Mannschaft wohl nicht zu denken.

Ein Fischbrötchen später machen wir uns dann auf den Rückweg zum Campingplatz. Die Sonne scheint und wir stellen die Campingstühle raus. Zunächst ist es auch noch angenehm warm, doch dann wird es irgendwie immer kühler.

Tina wickelt sich in ihre Fleecedecke, so dass nur noch ein Stückchen vom Gesicht rausschaut. Als eine Wolke vor die Sonne zieht, flüchten wir ins Mobil. Ein gemütlicher Nachmittag wird das trotzdem.

3. Nacht
Camping Wulfener Hals / Fehmarn
1 m NN
Tageskilometer: 0

Montag, 30.09.2013

Montag, 30.09.2013 - Der Campingplatz muss um 11.00 Uhr geräumt sein, was wir locker schaffen. Unseren Aufenthalt auf dem Wulfener Hals beenden wir damit, dass wir Emil auf die Entsorgung fahren und auch den Wassertank wieder auffüllen.

Zunächst fahren wir nur ein kurzes Stück bis in die Inselhauptstadt Burg "auf Fehmarn". Vom Großparkplatz am Rande des Zentrums ist man in kürzester Zeit auf der Breite Straße, der Shoppingmeile von Burg.

Als Nebensaisonreisende ist es für uns immer wieder erstaunlich zu sehen, wieviel Infrastruktur für die Hauptsaison in den Touristenorten bereitgehalten wird. So auch hier. Obwohl der Ort kaum mehr als 13.000 Einwohner hat, gibt es sicherlich die zehnfache Menge an Einkaufsmöglichkeiten wie bei anderen "normalen" Städten dieser Größenordnung.

Aber uns soll's recht sein. Tina findet einen Fehmarn-PIN für unsere Sammlung und diverse Mitbringsel. Zum Glück ist es noch zu früh für ein Mittagessen, sonst wären wir vielleicht auch in einer der "Fressbuden" hängen geblieben.

Als nächstes geht es dann nach Puttgarden. Hier gibt es eigentlich nur das Fährterminal mit dem großen Hafenbecken und dem "Border Shop", einem schwimmenden mehrstöckigen Kaufhaus, in dem sich die Skandinavien-Urlaubs-Rückkehrer überreichlich mit allen möglichen Spirituosen eindecken. Das Maß der Dinge sind dabei offenbar die großen Einkaufswagen. Die werden nämlich so voll getürmt, bis garantiert nichts mehr hineinpasst. Eigentlich ein totaler Irrsinn, weil die ganzen Sachen überwiegend zuvor aus Dänemark per Lkw hierher importiert werden, nur um dann umgeladen und mit den Pkw wieder zurückgefahren zu werden. Die spinnen die Dänen!


Nun folgen wir der Nordküste Fehmarns nach Westen. Allerdings gibt es keine direkte Küstenstraße, sondern immer nur Stichstraßen, die dann zu mehr oder weniger schönen Plätzen am Meer führen. 

Zuerst landen wir so am Strand mit dem Niobe-Denkmal. Die Niobe war ein Segelschulschiff, dass in den 30er-Jahren vor der Küste unter vollen Segeln fahrend von einer plötzlichen Gewitterböe bei eigentlich schönem Wetter umgeworfen wurde. Über die Hälfte der Besatzungsmitglieder schaffte es nicht ans Ufer. Das Denkmal besteht aus einem Mast des Schiffes und natürlich aus Gedenkstein und -tafel.

Der Campingplatz Niobe direkt daneben gelegen, wirkt irgendwie ungemütlich und wir fahren weiter. Eine Stichstraße später befinden sich zwei weitere Campings. Einer gefällt uns gar nicht, doch der zweite ist noch sehr ursprünglich und wenig denaturiert. Per Handy erreichen wir die Platzwartin, die schon Feierabend gemacht hat. Wir können uns einen Platz aussuchen.

Natürlich wählen wir einen Platz mit bester Aussicht aufs Meer. Über Internet schauen wir bei www.marinetrafic.com was das denn für dicke Schiffe sind, die dort vor uns den Fehmarnbelt durchqueren und die wir per Fernglas beobachten. 

Während der Essensvorbereitungen kommt eine aufgeregte Nachbarin der Camping-Platzwartin mit ihrem Auto angefahren. Offenbar hat sie uns observiert und teilt uns nun mit, dass wir uns so wie wir stehen nicht stehen dürfen. Sie beruhigt sich auch erst, als wir ihr mitteilen, dass wir bereits mit der Platzwartin telefoniert hatten.

Trotzdem stellen wir uns nochmal um, finden aber noch einen anderen Platz mit Blick auf die See, so dass alles wieder gut ist.

4. Nacht
Camping Teichhof / Fehmarn
3 m NN
Tageskilometer: 35

Dienstag, 01.10.2013

Dienstag, 01.10.2013 - In der Nacht hat der stürmige Wind nachgelassen. Laut Wetterberichten waren das gestern 7 bis 8 Windstärken. Wir sind froh, dass nun nur noch eine leichte Brise geht. Damit sind die relativ kühlen Lufttemperaturnen viel besser zu ertragen.

Gut gelaunt machen wir uns also ans Frühstück. Schließlich gab es heute Morgen sogar frische Brötchen auf dem Platz.

Danach müssen wir Fehmarn verlassen. Beim Rangieren gestern auf dem Campingplatz hatte die vordere rechte Ecke des Mobils mit der Schürze auf einem Erdwall aufgesetzt. Beim wieder zurücksetzen hatte sich die Schürze verhakt und das Unterbodenschutzblech (bzw. Plastikteil) war aus seinen Halterungen gerissen worden und hing nun deutlich runter. Es ist zwar immer noch ziemlich fest, sieht aber nicht so aus, als dass man damit noch viel weiter fahren sollte.

Mit Mühen gelingt es uns, eine Ducato-Werkstatt ausfindig zu machen. Die ist natürlich nicht auf Fehmarn, sondern auf dem Festland. Daher verlassen wir die Insel also nun doch etwas früher als ursprünglich beabsichtigt.

Es geht nach Lütjenburg, rund 60 km Fahrtstrecke entfernt. Wir müssen etwas suchen, bis wir die Werkstatt endlich finden. Dabei waren wir mangels großer Fiat-WErbung sogar zweimal an der Werkstatt vorbeigefahren.

Ein Mechaniker nimmt sich nach seiner Mittagspause des Problems an. Er fährt Emil auf eine Grube. Es ist nur eine Halterung verbogen, die er aber wieder richten kann. Danach wird alles wieder neu befestigt. Ersatzteile sind keine erforderlich. Für die Arbeitszeit sind wir mit 52 Euro dabei. Die hätte ich mir auch sparen können, wenn ich gestern beim Rangieren etwas besser aufgepasst hätte.

Danach folgen wir einer Empfehlung des Womo-Führers und besichtigen noch die Altstadt von Lütjenburg. Sie ist offenbar mit viel Liebe zum Detail renoviert worden und wird auch gepflegt. Aber der ganz große Wurf ist es deshalb trotzdem nicht. Das älteste Gebäude der Stadt beheimatet heute das Standesamt. Es ist sehr schön restauriert aber im Laufe der Zeit unglaublich krumm und schief geworden.

Geparkt haben wir auf dem Hügel der Stadt, beim dortigen Bismarckturm, der heute ein Hotel beherbergt. Den Turm erklimmen wir nicht, trotzdem gibt es eine schöne Übersicht über das Städtchen.

Danach beginnen wir mit der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Wir finden in Hohenfelde den zu einem Campingplatz gehörigen Wohnmobilpark "Ostseestrand", wo es uns so gut gefällt, dass wir hier bleiben.

5. Nacht
Wohnmobilpark Ostseestrand
in Hohenfelde
3 m NN
Tageskilometer: 95

Mittwoch, 02.10.2013

Mittwoch, 02.10.2013 - Direkt am Campingplatz gibt es eine Bäckerei und wir haben frische Brötchen zum Frühstück obwohl wir hier eigentlich von allem weit ab sind.

Nach der obligatorischen Ent- und Versorgung machen wir uns auf den Weg. Im nächsten Ort Schönberg gibt es laut Tank-App eine freie Tankstelle, die zur Zeit den günstigsten Sprit der Umgebung verkauft. Und Tanken müssen wir so langsam nun doch mal wieder. Wir finden die Tankstelle und fragen, ob wir in Schönberg auch unsere leere Gasflasche tauschen können.

In Schönberg nicht, lautet die Antwort, aber in einem der nächsten Orte gibt es den Campinghändler Krüger und der hat auch Gasflaschen zum Tauschen da. Der Laden liegt nicht direkt an der Bundesstraße sondern an der Landstraße, die im Ort Stein eine Schlenker zum Meer hin macht. Dort wollten wir sowieso lang fahren.

Nach dem erfolgreichen Tausch der Flasche fahren wir weiter und kommen an einen Parkplatz, der direkt am Strand liegt. Von hier haben wir einen schönen Blick über die Kieler Förde mit vielen dicken Pötten und auf das Marine-Ehrenmal von Laboe.

Wir machen nur einen kurzen Zwischenstopp und fahren dann weiter. Dabei gehören wir vermutlich zu den wenigen Touristen, die das von Adolf Hitler eingeweihte Ehrenmal nicht besuchen.

Statt dessen umrunden wir die Kieler Förde und fahren in Richtung Wik, wo der Nord-Ostsee-Kanal, überall nur NOK abgekürzt, in die Förde mündet. Uns fällt ein, dass wir morgen einen Feiertag haben und noch Vorräte auch für morgen einkaufen müssen. Das erledigen wir in einem Einkaufszentrum knapp einen Kilometer vor Wik.

Bei diesem Stop bemerken wir ein schwerwiegendes Problem. Der Schieber der Toilette lässt sich nicht mehr bewegen. Die Bordtoilette ist somit defekt und nicht mehr zu benutzen! Während Tina zum Einkaufen geht, versuche ich, das Problem zu lösen. Mein anfänglicher Optimismus ist jedoch schnell verflogen als ich zunächst noch nicht einmal mehr die Kassette aus der Halterung entnehmen kann.

Ich probiere lange herum und nach einiger Zeit bekommen ich wenigstens die Kassette heraus. Dabei kommt mir auch direkt ein kleines Plastikteil mit zwei Schrauben entgegen. Ich ahne, wohin es gehört, kann es aber nicht selber wieder einbauen, zumal der Schieber immer noch blockiert ist.

Noch während Tina mit dem Einkauf beschäftigt ist, telefoniere ich mit Thetford, bzw. einem örtlichen Thetfort-Service-Partner, um einen kurzfristigen Werkstatttermin zu vereinbaren.
Ich bekomme den Termin. Die Werkstatt gehört zum Hauptsitz des besagten Camping-Händlers Krüger, bei dem wir am Morgen bereits die Gasflasche getauscht hatten.

16 Kilometer sind es bis zu dem Laden, wobei wir wieder durch Kiel hindurch um die Förde herum fahren müssen.

Also verbringen wir heute den zweiten Tag in Folge mit Emil in einer Werkstatt. Irgendwie hatten wir uns den Urlaub anders vorgestellt.

Nach zwei Stunden ist der Schaden behoben. Der Mechaniker hat die Toilette erst auseinander genommen und dann wieder ordnungsgemäß zusammen gesetzt. Schrauben, die sich gelockert hatten und ein Überspringen bzw. Aushaken des Schieberhebels ermöglicht hatten, werden wieder angezogen. Alles funktioniert wieder richtig gut.

Der Schaden wäre eigentlich ein Garantieschaden gewesen, da Thetfort eine dreijährige Garantie gewährt. Auf der Toilette fehlt aber ein Typschild, dass für die Abrechnung als Garantiefall unabdingbar wäre. Doch da keine Ersatzteile benötigt wurden, hält sich die Rechnung in Grenzen und wir zahlen direkt.

Danach machen wir uns wieder auf den Weg nach Wik. Es lockt uns der Stellplatz direkt an der Ausfahrtschleuse des NOK. Natürlich hat auf den Straßen inzwischen der kombinierte Verkehr von Feierabend, langem Wochenende und Beginn der hiesigen Herbstferien eingesetzt.

Auf dem Stellplatz bekommen wir einen Platz in der zweiten Reihe zugewiesen, von wo man wirklich nicht so gut sehen kann. Ein anderer Womo-Fahrer, der sich hier bestens auskennt, meint, dass wir auf einem anderen Platzteil vermutlich auch noch einen Platz in der ersten Reihe am Kanal bekommen könnten.

Er zeigt uns den Weg auf den anderen Platzteil und behält Recht. Es ist wirklich noch genau ein Platz frei, den wir natürlich auch direkt besetzen. Wir stehen hier direkt am Wasser und die großen Pötte fahren zum Greifen nah an uns vorbei.

Nach dem Essen machen wir noch einen Verdauungsspaziergang durch das Schleusengebiet. Es gibt noch eine Aussichtsplattform und wir sehen die kleine Fähre, mit der man auf die andere Seite des Kanals gelangen kann. Das ist etwas, was wir uns für morgen mit den Fahrrädern vornehmen.

6. Nacht
Wohnmobilstellplatz NOK-Schleuse
in Wik
6 m NN
Tageskilometer: 93

Donnerstag, 03.10.2013 (Tag der Deutschen Einheit)

Donnerstag, 03.10.2013 (Tag der Deutschen Einheit) - Wir haben etwas Pech mit unseren Nachbarn hier. Es findet ein Reisemobil-Club-Treffen statt. Das ist um einiges lauter als die Dieselmotoren der vorbei tuckernden Schiffe - und die sind schon laut! Aber wenn man mitten in der Nacht auf die Idee kommt, mit einem Blasinstrument eine Live-Musik-Darbietung zu geben, dann ist da sicherlich auch eine größere Menge Alkohol mit im Spiel.

Raffiniert ist auch der Trick, die Stellplatzgrenzen, die durch halbierte Baumstämme markiert werden, einfach mal ein Stück in Richtung der Nachbarn zu schieben und sich dann selber schnell auf die ohnehin schon erweiterte Grenze zu stellen. So schafft man es, auf einem 4-Meter Stellplatz Tische und Stühle des ganzen Clubs vor die Mobile zu stellen.

Naja, trotzdem ist der Platz als solches recht faszinierend mit den vorbei ziehenden Schiffen und wir haben uns für eine zweite Nacht hier entschieden. Den Tag wollen wir für eine Fahrradtour nutzen. Am Morgen hatten wir 4 Grad, so dass wir die Pläne noch etwas verschieben und den Vormittag "chillend" im Mobil verbringen.

Gegen Mittag ist das Thermometer auf rund 12 Grad geklettert und in der Sonne kann man es gut aushalten, sofern man sich gegen den starken Wind geschützt hat. Also machen wir uns auf den Weg.

Am anderen Ende der Schleuse verkehrt eine Personen- und Fahrradfähre über den Kanal. Wie alle Fähren am NOK ist auch diese Fähre kostenlos in der Benutzung. Eine Errungenschaft, die angeblich noch auf Kaiser Wilhelm zurückgeht, der dies als Namenspatron (früher Kaiser-Wilhelm-Kanal) so verfügt hatte.

Wir setzen also mit der Fähre "Adler 1" über ans Nordufer. Von hier geht es weiter zum Kieler Olympiahafen, der weiter nördlich an der Kieler Förde liegt. Leider führt der Radweg nicht am Ufer der Kieler Förde entlang sondern wir folgen der Beschilderung, die uns auf kürzestem Weg nach Schilksee bringt.

Der alte Olympiahafen ist heute einer der größten Yachthäfen an der Ostseeküste und ist in die Abläufe der Kieler Woche mit einbezogen. Die ehemaligen Unterkünfte der Sportler dürften heute begehrte Eigentumswohnungen sein. Das rund 300 Meter lange Gebäude, dass terrassenförmig angelegt ist und sich nach oben verjüngt, beinhaltet immerhin rund 400 Wohnungen in allerbester Lage.

Wir genießen den Rummel hier, auch wenn ich persönlich überrascht bin, dass hier so wenig Fressbuden stehen. Trotzdem gibt es aber zumindest eine Fischbude, in der ich ein Backfischbrötchen bekomme. Heute statt der üblichen Remoulade mal mit einer Senf-Honig-Soße - interessant und lecker.

Wir sitzen eine Zeitlang in der Sonne und genießen selbige und den Blick auf die Kieler Förde, wo ständig Bewegung auf dem Wasser ist. Unter anderem kommt auch wieder die große Fähre "Fantasy" von ColorLine auf ihrer 20-Stunden-Fahrt nach Oslo vorbei. Am Nachmittag stelle ich fest, dass mir das einen leichten Sonnenbrand eingebracht hat. Gut so! ;-)

Für den Rückweg orientieren wir uns an der Küstenlinie. Doch der ausgeschilderte "Ostsee-Küstenradweg" verläuft die meiste Zeit weit außerhalb der Sichtweite der Kieler Förde. Am Ende landen wir wieder bei der kleinen Fähre und setzen über auf die Südseite. Rund vier Stunden hat unser Ausflug gedauert und wir machen uns erst einmal eine schöne Tasse Kaffee und essen noch einen Happen.

7. Nacht
Wohnmobilstellplatz NOK-Schleuse
in Wik
6 m NN
Tageskilometer: 0

Freitag, 04.10.2013

Freitag, 04.10.2013 - Heute verlassen wir die Ostseeküste - wenn auch noch nicht direkt. Denn die Schlei bei Schleswig gehört schließlich auch noch zur Seite der Ostsee.

Südlich von Schleswig existierte ab 9. Jahrhundert eine der größten und reichsten Wikingersiedlungen. Bekannt ist diese Stadt unter dem Namen Haithabu. Dieses Handelszentrum entstand, weil genau hier am südöstlichen Ende der Schlei die kürzeste Landverbindung rüber zum Flusssystem der Eider und damit der Nordsee besteht. So konnten die Handelswaren über die westlichen und östlichen Flusssysteme transportiert werden und nur auf der kurzen Landbrücke mussten die Waren umgeladen werden.

Das Museum informiert sehr umfangreich über die Entwicklung der Siedlung bis hin zur Handelsmetropole und deren Untergang. Mein Eindruck ist, dass die Wikinger im Grunde von Anfang an keine Chance hatten. So filigran manche Kunstgegenstände vielleicht auch sein mögen, aber an die Massen der südlicheren Kulturen kommt das einfach nicht heran. Schon die direkten südlichen Nachbarn und Feinde, die Franken, hatten da einiges mehr zu bieten.

Dabei sollen die Kunstgegenstände nur als Indiz dafür dienen, dass die Leute einfach mit zu harten Umweltbedingungen zu kämpfen hatten, als dass sie es hätten schaffen können, sich umfassend künstlerischen Tätigkeiten hinzugeben.

Nach dem Museumsbesuch tun wir es den Wikingern gleich und nutzen die schmalste Landverbindung, um direkt zur Nordsee zu fahren. Die Bundesstraße führt uns nach Husum. Doch hier schüttet es gerade wie aus Eimern und wir verlieren ganz schnell jegliche Lust, im Ort spazieren zu gehen.

Statt dessen fahren wir nun unser Tagesziel an, den Reisemobilstellplatz am Deich vor der Hamburger Hallig. Tina war als Kind schon einmal auf der Hallig und erinnert sich vor allem an ausgiebiges Wattwandern.

Wir machen zunächst mal etwas zu essen. Danach entschließen wir uns, heute noch auf die Hallig zu wandern. Sie ist über einen Deich mit dem Festland verbunden. Auf beiden Seiten haben sich nach dem Deichbau große Salzwiesen gebildet. Bis zur Hallig sind es rund viereinhalb Kilometer.

Direkt hinter dem Deich haben sich einige hundert Nonnen-Gänse niedergelassen, um vor dem Weiterflug nach Süden noch einmal zu rasten. Es ist ein ziemliches Geschnatter während laufend neue Gänse landen.

Irgendwann scheint ein kritischer Punkt erreicht zu sein und das Geschnatter vervielfacht sich. Alle Gänse heben gleichzeitig ab und bilden eine dunkle Wolke am Himmel. Es dauert etwas, aber dann ist auf einmal so etwas wie Ordnung in dem Chaos zu erkennen und der riesige Schwarm fliegt gemeinsam davon.

Auch wir setzen unsere Wanderung fort. Fast eine Stunde dauert der Marsch bis zur Hallig. Dort gibt es vor allem ein Restaurant, wo wir uns einen Becher Kakao und ein Stück Apfelkuchen gönnen.

Danach müssen wir uns so langsam sputen, um den Rückweg noch bei Tageslicht zu schaffen. Schließlich sind wir nochmal eine Stunde unterwegs. Bei unserer Rückkehr ist das Innere von Emil wohltemperiert. Es gibt einen Actionfilm zum Tagesabschluss.

8. Nacht
Wohnmobilstellplatz Amsinck-Haus
Hamburger Hallig
0 m NN
Tageskilometer: 115

Samstag, 05.10.2013

Samstag, 05.10.2013 - Die Nachtruhe findet ihr Ende, als am Morgen die nächsten tausend Gänse in den Salzwiesen hinter dem Deich landen. Ist aber nicht schlimm, da wir heute ohne Frühstück los wollen und da eh nicht zu spät werden wollten.

Im Amsinck-Haus gibt es für die Reisemobilisten eine Dusche, die in der Stellplatzgebühr inbegriffen ist. Tina beschließt sie zu nutzen und kehrt mit einer klaren Empfehlung "Like it" zurück. Daraufhin gehe ich dann auch schnell, bevor die Nachbarn noch die Dusche entdecken. Immerhin erspart uns diese Dusche, das etwas lästige Trocknen unseres "Badezimmers" im Reisemobil.

Heute hat sich das Wetter geändert. Der Wind ist weg, aber dafür auch der blaue Himmel und die Sonne. Wir haben den ganzen Tag absolut trübes, hochnebelartiges Wetter. Und das bei der platten Landschaft hier - echt langweilig.

Also sparen wir uns weitere Abstecher zur Küste und ziehen statt dessen direkt nach Brunsbüttel durch. Dieser Ort erscheint uns logisch, weil wir hier das andere Ende des NOK haben. Von hier aus geht es für die dicken Pötte in die Unterelbe.

Wir parken auf dem kostenlosen Reisemobilstellplatz des hiesigen Freizeitbades. Das passt gut, weil wir eh vor hatten, eine Runde schwimmen zu gehen. Wir trödeln noch etwas im Auto rum und als wir ins Bad gehen, scheint auch gerade eine richtige Besucherwelle einzutreffen.

Im Innern gibt es ein kleines 25m-Becken. Wir ziehen ein paar Bahnen, während rundherum mehr und mehr Kinder ins Wasser plumpsen. Aber wir werden mit unseren Bahnen so gerade noch fertig, bevor es so voll wird, dass man nur noch Slalom schwimmen kann.

Nach einer Zeit im gut beheizten Außenbecken zum Entspannen, machen wir uns auf den Weg zurück ins Mobil. Mittlerweile haben die Bademeister eine große, doppelte Schwimm-Banane zu Wasser gelassen und die Kinder haben einen Heidenspaß. Spätestens jetzt ist der eigentliche Schwimmbetrieb beendet. Wir freuen uns, dass wir es noch so knapp geschafft hatten.

Später machen wir uns noch zu auf den Weg zur Brunsbütteler Kanalschleuse. Hier ist recht viel Betrieb und man kann dem bunten Treiben auf dem Wasser vom Ufer aus in aller Ruhe zuschauen.

Auf dem Rückweg kommen wir an einem Balkan-Restaurant vorbei, das uns frappierend an unser Leverkusener Lieblingsrestaurant erinnert. Wir können nicht vorbeigehen und lassen heute die Reisemobilküche mal kalt.

9. Nacht
Wohnmobilstellplatz Freizeitbad LUV
in Brunsbüttel
-1 m NN
Tageskilometer: 109

Sonntag, 06.10.2013

Sonntag, 06.10.2013 - Zum Urlaubsende gibt es heute nochmal eine frühes Aufstehen und eine Abfahrt ohne Frühstück. Doch direkt in Brunsbüttel decken wir uns mit Brötchen ein. Dann fahren wir zur Kanalfähre und setzen über zum anderen Ufer des NOK. Auch diese Fährenbenutzung ist übrigens kostenlos. Danach halten wir auf dem ersten Parkplatz und holen unser Frühstück nach.

Die Fahrt bis Hamburg ist recht entspannt, doch dann werden die Straßen immer voller und in den Verkehrsnachrichten werden immer längere Staus angesagt. Praktisch auf der gesamten A1 ist der Verkehr sehr dicht und kommt immer wieder zum Stillstand.

Insgesamt verbringen wir heute rund drei Stunden im Stau. So eine Urlaubsfahrt hatten wir schon ewig nicht mehr. Aber das machte wohl die besondere Kombination aus Brückentagswochenende und Ferienbeginn in einigen Bundesländern.

JSN Mico template designed by JoomlaShine.com