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20160419 121415
Das Ziel unserer Reise:
Die Apfelblüte in Südtirol

Sonntag, 17.04.2016 - Heute haben wir noch ein großes Badmintonturnier in unserer Sporthalle durchzuführen und fahren direkt von der Halle aus los, als das Turnier am späteren Nachmittag zu Ende ist.

Unser Ziel ist diesmal (wieder) Südtirol, wo wir uns sehr wohl fühlen und wo derzeit die Apfelblüte in vollem Gange sein muss. Wir stellen uns die Täler als reines Blütenmeer vor und wollen uns das auch einmal anschauen. Bei unseren bisherigen Reisen nach Südtirol hatten wir diese Zeit immer knapp verpasst.

Wir nehmen die Route über die A61 obwohl es in den Verkehrsnachrichten heißt, dass die Autobahn bei Stromberg wegen Brückenabrissarbeiten gesperrt ist. Doch unser heutiges Tagesziel ist anders als über die A61 eher ungünstig zu erreichen.

Und wir haben Glück. Vor dem Autobahnende gibt es in Richtung Süden keinen Rückstau und wir fahren parallel zur Autobahn auf Landstraßen, ohne allzuviel Zeit zu verlieren.

Morgen wollen wir bei Eura Mobil zwei Dinge erledigen. Zum einen würden wir gerne nochmal eine Werksbesichtigung mitmachen, da unsere letzte ja nun bereits fünf Jahre her ist.

Und zum anderen wollen wir zum Ersatzteilverkauf hier in Sprendlingen, weil uns zwei der Klappgriffe an den Oberschränken gebrochen sind. Wir hoffen, dass es den Ersatzteilverkauf überhaupt noch gibt und dass er nicht ebenfalls dem Großbrand des Ausstellungsgebäudes zum Opfer gefallen ist.

Mit den letzten Sonnenstrahlen kommen wir in Sprendlingen an. Der kostenlose Stellplatz am Werk ist von den üblichen Dauercampern belegt. Geparkt wird mit reichlich Zwischenraum, während man vor den Glotzen sitzt.

20160417 185106Wir finden auf dem Stellplatz keinen freien Platz mehr und fahren auf den Parkplatz am ehemaligen Besucherzentrum. Hier dürften wir wohl für eine Nacht stehen können.

Unterwegs hatten wir an dem Parkplatz mit dem Ausblick ins Moseltal eine Pause eingelegt und das Abendessen gemacht. Bei dem schönen Frühlingswetter ist der Blick ins Moseltal sehr schön und ich mache ein paar erste Urlaubsfotos.

201604171. Nacht
Sprendlingen
Stellplatz Eura Mobil
125 m NN
Tageskilometer: 203

 

Montag, 18.04.2016 - Wir starten mit einem Frühstück in den Tag und gehen dann rüber zum Empfang von Eura Mobil, wo sich bereits eine Handvoll anderer Besichtigungs-Interessenten versammelt hat.

Es geht gleich los und wir besichtigen die hochmoderne Schreinerei, in der die Möbelteile aus den großen Möbelbauplatten ausgefräst werden. Von hier geht es dann in die große Montagehalle, wo die Reisemobile entstehen.

Die Ducato-Fahrgestelle werden hier Schritt für Schritt ergänzt und zu einem Reisemobil umgebaut. Dabei werden Baugruppen wie Bodenplatte, Innenboden, Möbel oder Außenwände neben der Montagestraße vorbereitet und dann komplett eingesetzt.

20160418 094533Die Führung nimmt eine etwas andere Strecke durch die große Halle als vor fünf Jahren, so dass wir auch einiges Neues zu sehen bekommen. Da immer eine ganze Serie von gleichen Modellen gebaut wird, ist der Weg entlang der Montagestrecke eine Art Zeitraffer, bei der man von Fahrzeug zu Fahrzeug die Fortschritte erkennen kann.

20160418 095504Nach der Führung geht es dann noch zum Ersatzteilverkauf, den es immer noch gibt. Wir kaufen zwei neue Möbelgriffe, die im Laufe dieser Reise in einer ruhigen Minute sicherlich noch montiert werden.

Danach steuern wir in Hockenheim den OBI-Markt an, wo wir unsere Gasflasche tauschen können. Wir hatten nämlich heute Morgen festgestellt, dass schon wieder eine Flasche leer war. Aber das ist wohl der Preis des relativ kalten Wetters der letzten Fahrt.

Über A6 und A7 rollen wir dann zügig nach Süden. Je näher wir den Bergen kommen, desto schlechter wird das Wetter. Im Allgäu fängt es dann an zu regnen und am Grenztunnel bei Füssen ist es regelrecht am Schütten.

Daran ändert sich heute auch auf der restlichen Strecke nichts mehr. Am Fernpass tanken wir wieder einmal zum günstigsten Tarif, legen aber keine Pause mehr ein. Denn eigentlich wollen wir heute noch über den Reschenpass kommen. Aber durch die dicken Wolken wird es recht früh immer dunkler und wir haben keine Lust bei dem Wetter im Dunklen über den Pass zu fahren. Daher suchen wir einen geeigneten Stellplatz und finden einen solchen in Pfunds.

Der Campingplatz Via Claudiasee hat auch Stellplätze vor seinem Gelände. Wir checken ein und bleiben für heute hier. Jetzt sind wir gespannt, ob es eventuell heute Nacht sogar noch Schneien wird, bevor für morgen dann aber wieder gutes Wetter angekündigt ist.

201604182. Nacht
Pfunds
Stellplatz Via Claudiasee
985 m NN
Tageskilometer: 573

 

Dienstag, 19.04.2016 - Als es in der Nacht zu regnen aufhört und das ständige Trommeln der Regentropfen auf dem Dach fehlt, muss ich doch mal aus dem Fenster schauen, ob das eventuell nur daran liegt, dass der Regen in Schnee übergangen ist. Das ist nicht der Fall und ich schlafe ruhig weiter.

20160419 103733Am Morgen reißen die Wolken dann mehr und mehr auf und nach dem Frühstück scheint bereits die Sonne. Knapp oberhalb des Stellplatzes zeigt sich aber eine frische „Puderzucker“-Schicht auf den Bäumen. Allzu weit waren wir also vom Schnee dann doch nicht entfernt.

Vom Stellplatz aus geht es auf der Reschenpassstraße jetzt nochmal 500 Höhenmeter weiter nach oben. Das Wetter ist mittlerweile aber so gut geworden, dass es hier auch keine Schneereste mehr gibt. Ganz im Gegenteil sieht es hier schon so richtig schön nach Frühling aus.

20160419 110334Wir machen den obligatorischen Fotostopp am Reschensee mit seinem aus dem Wasser ragenden Kirchturm des alten Dorfes, dass vor einigen Jahrzehnten dem Bau des Stausees zum Opfer gefallen war.

20160419 113516Auf der anderen Seite des Passes fahren wir jetzt im Vinschgau immer weiter bergab und dem Frühling entgegen. Dabei legen wir einen kurzen Zwischenstopp am Kloster Marienberg ein, dass wieder sehr schön in der Sonne leuchtet.

Für eine Kaffepause halten wir am Bahnhof in Kastelbel. Diesen Parkplatz hatten wir auch schon bei unserer ersten Südtiroltour 2011 genutzt.

20160419 121405Unterwegs beginnt dann auch die Apfelblüte, nimmt mit jedem Höhenmeter, den wir in Richtung Meran verlieren, immer weiter zu, bis schließlich im mittleren Vinschgau alles in voller Blüte steht, was dann auch bis Meran so bleibt.

Wir steuern das Dorf Tirol an, wo es oberhalb von Meran einen Reisemobil-Stellplatz gibt. Auf den letzten Metern zu diesem Stellplatz an einem Hotel können wir kaum glauben wie schmal die Straße hier wird. Hauptsache, da kommt einem kein Gegenverkehr entgegen.

Der Stellplatz selber ist gut eingerichtet, bietet aber viel weniger Aussicht, als wir uns erhofft hatten. Und da wir keine Lust haben, auf einem Parkplatz zu stehen, wo wir vom Fahrzeug aus auf die Rückseite eines großen Hotels schauen, wenden wir und beschließen wieder auf dem Campingplatz in Meran zu übernachten.

20160419 143243Vorher fahren wir aber noch auf einen Parkplatz im Dorf Tirol und drehen eine Runde über den Panoramaweg und durch die Dorfmitte. Das hatte ich mir im letzten Jahr alleine angesehen, so dass Tina nun auch einmal hier oben die Aussicht genießen muss.

Nach einem Eis auf der Hand geht es dann runter nach Meran und wir checken auf dem Campingplatz ein. Über Preise sind wir erschrocken. Es hat in diesem Jahr einen Preisaufschlag von über 20 Prozent gegeben. Das ist jetzt nicht so schön.

Nach dem Abendessen drehen wir nur noch eine kleine Runde durch die Innenstadt Merans und bummeln noch etwas durch die Laubengasse.

201604193. Nacht
Meran
Camping Merano
309 m NN
Tageskilometer: 105

 

Mittwoch, 20.04.2016 - Tina macht sich nach dem Frühstück auf den Weg zu einer weiteren Bummelrunde durch Meran. Sie wird fündig und kauft ein paar Mitbringsel ein.

20160420 132537Währenddessen erledige ich einige Arbeiten am Mobil. Unter anderem tausche ich die Möbelgriffe aus. Allerdings muss ich dafür nochmal zum Meraner OBI, der einige Kilometer südlicher in einem Gewerbegebiet an der Autobahn nach Bozen liegt, um dort noch eine Spreizzange zu kaufen. Die Strecke fahre ich mit dem Fahrrad und komme so direkt in den Genuss einer kleinen Fahrradtour, da ich überwiegend auf dem Fernradweg nach Bozen fahren kann.

20160420 165702Irgendwie sind wir heute den ganzen Tag beschäftigt und erst am späten Nachmittag kommen wir dazu, uns einfach mal nur gemütlich in die Sonne zu setzen. Den Abschluss bildet dann wieder unser „Meraner Teller“, der bei uns bekanntlich aus Spargel (diesmal grün), Kartoffeln und Schnitzel besteht.

Wir überlegen, noch eine weitere, also eine dritte Nacht hier zu verbringen. Das gäbe uns die Gelegenheit, noch ein paar Unternehmungen zu starten, zu denen wir bisher nicht gekommen sind.

20160420 1002274. Nacht
Meran
Camping Merano
309 m NN
Tageskilometer: 0

 

Donnerstag, 21.04.2016 - Am Morgen bleibt es lange diesig mit einer Art Hochnebel. Erst relativ spät kommt die Sonne durch, so dass wir es etwas kühl finden. Später wird es zwar wieder schön warm, aber der Himmel bleibt diesig und ist heute nicht so klar und blau wie in den letzten Tagen.

20160421 142015Unsere Überlegungen von gestern Abend, noch einen weiteren Tag auf diesem Campingplatz anzuhängen, verwerfen wir wieder. Stattdessen wollen wir heute schon zu den Gärten von Schloss Trauttmannsdorff. Denn für die nächsten Tage soll das Wetter wieder schlechter werden und es wäre zu schade, wenn wir in den Gärten keine Sonne hätten.

Wir lassen uns viel Zeit mit der Abreise, damit die Sonne mehr Zeit hat, um die Luft wieder aufzuwärmen. Auf dem Weg zu den Gärten kommen wir an dem großen Interspar vorbei, wo Tina unsere Vorräte auffüllt.

20160421 131446In den Gärten verbringen wir knapp drei Stunden. Man kann unzählige Wege entlanggehen und es bieten sich immer wieder schöne Aussichten über das Tal, sobald man einen Weg am Hang auswählt. Dazu gibt es unzählige verschiedene Pflanzen und viele blühen gerade prächtig in vielen bunten Farben.

Weiter fahren wir dann in den Ort Lana, den wir bisher immer nur links haben liegen lassen. Wir suchen uns einen Campingplatz aus, der nicht unten im Tal, sondern oben am Hang liegen soll.

Tatsächlich geht es in der Anfahrt ordentlich steil bergauf. Der Platz ist nur schwach belegt und bietet einige Stellflächen direkt mit Talsicht bis nach Bozen. Hier gefällt es uns und wir bleiben für diese Nacht.

20160421 173335Danach werfen wir den Grill an und verbringen einen schönen Nachmittag an diesem Aussichtspunkt. Mal sehen, wie das Wetter morgen wird. Vielleicht bleiben wir hier noch eine zweite Nacht und machen morgen eine kleine Wanderung z. B. zu der kleinen Kapelle, die da so ganz alleine auf dem Aussichtshügel steht.

201604215. Nacht
Lana
Campingplatz „Alpin-Fitness-Waldcamping“
639 m NN
Tageskilometer: 18

 

20160422 13293920160422 132110Freitag, 22.04.2016 - Gedacht, getan - heute bleiben wir noch hier auf dem Platz und machen eine schöne Wanderung zur Kapelle des St. Hippolyt. In der Rezeption war die Auskunft, dass das so ungefähr anderthalb Stunden dauern soll. Was zu erwähnen vergessen wurde, ist, dass damit nur eine Strecke gemeint war. Außerdem hatte niemand davon geredet, dass es richtig steil und anstrengend werden könnte.

Aber zunächst gehen wir noch ganz unbedarft los. Im Ortskern von Völlan machen wir sogar noch den einen oder anderen Umweg und schauen uns auch im Ort um.

20160422 122811Die Strecke ist relativ gut beschildert. Dank einer groben Übersichtskarte finden wir den Weg immer ziemlich leicht. Unterwegs geht es durch Apfelplantagen, die gerade in voller Blüte stehen. Die weißen und rosafarbenen Blüten ergänzen sich gut mit dem saftigen Grün der Wiesen und dem gelben Löwenzahn.

20160422 121733Auf die Burgruine von Völlan bekommen wir einen schönen Blick, weil wir uns zwischenzeitlich mal mit der Burg auf einer Höhe befinden. Die Ruine selber ist Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

20160422 131052Später führt der Weg durch mehrere Taleinschnitte heftig bergauf und bergab bis wir endlich vor dem letzten Anstieg hinauf zu St. Hippolyt stehen. Hier geht es jetzt nochmal so richtig steil hoch und beim Klettern über die Felsen sollte man sich ruhig mit den Händen an den seitlichen Felsen festhalten.

Ganz oben sind wir dann aber vom Ausblick begeistert. Man schaut wirklich von Meran bis nach Bozen. Wir sehen zahlreiche Burgen, viele große und kleine Orte und natürlich viele Berggipfel.

20160422 134857Außerdem erkennen wir, dass es auf der anderen Seite des Hügels einen anderen viel einfacheren Weg gibt. Er geht im Ort bei einem Parkplatz los und hat nur eine moderate Steigung. Wir nehmen diesen Weg hinab und kommen dort gut voran. Zu Ostern gab es hier offenbar auch eine Prozession hinauf auf den Hügel, denn in regelmäßigen Abständen gibt es Andachtsstätten, die bisher noch nicht entfernt wurden.

Der Rückweg geht dann auf dem bekannten Weg wieder zurück zum Campingplatz. Für die Gesamtrunde haben wir gute drei Stunden gebraucht. Und Tinas Schrittzähler hat heute Rekordwerte aufgezeichnet. Danach haben wir uns aber erst mal eine Tasse Kaffee verdient.

20160422 163249Den restlichen Nachmittag genießen wir die Sonne am Stellplatz. Später kommt ein starker Wind auf, der auch immer kühler wird. Möglicherweise ist das schon ein Vorbote für schlechteres Wetter, das für die nächsten Tage angesagt ist.

Morgen werden wir weiterfahren und uns irgendwo für ein langes Wochenende einrichten. Denn am Montag ist Feiertag in Italien.

 

201604226. Nacht
Lana
Campingplatz „Alpin-Fitness-Waldcamping“
639 m NN
Tageskilometer: 0

 

Samstag, 23.04.2016 - Regen. Keine Sonne. Einkaufen im einzigen Supermarkt von Bozen. Weiterfahrt nach Eppan, wo uns der Stellplatz nicht so richtig gefällt. Weiter zum Kalterer See auf den Campingplatz. Stellplatz direkt am Seeufer. Theoretisch tolle Aussicht, wenn der Regen nicht wäre. Essen. DVD gucken.

201604237. Nacht
Kalterer See
Campingplatz „Gretl am See“
213 m NN
Tageskilometer: 54

 

Sonntag, 24.04.2016 - Leider hat der kleine Lebensmittelladen hier am See noch nicht geöffnet. Dabei hatten wir darauf gesetzt, dass wir dort wie immer, wenn wir bisher hier waren, morgens unsere Brötchen bekommen würden. Doch zum Glück bietet das Lokal nebenan auch Frühstück an und wir bekommen dort ein paar Brötchen.

20160424 10431520160424 101240Der Regen ist abgezogen, auch wenn es noch relativ kühl und windig ist. Gut genug, um draußen zu frühstücken ist das Wetter aber allemal. Unsere Brötchen bleiben nicht unbeachtet. Scharen von handzahm trainierten Enten und Spatzen umkreisen uns während des Frühstücks. Ein Spatz ist besonders mutig. Er landet auf meinem Stuhl und klettert sogar über meine Beine, um an den Tisch zu gelangen.

Später machen wir uns wieder zu einer Wanderung auf. Wir wollen heute zur gegenüberliegenden Seeseite wo es oben auf dem Höhenrücken die Burgruine Leuchtenburg gibt. Im letzten Jahr war ich da alleine raufgewandert aber diesmal kommt Tina mit.

20160424 130624Es geht kontinuierlich aufwärts und das teilweise richtig steil, wie ein Hinweisschild unterwegs klar macht. Trotzdem kommen wir voran. Wo die Kondition nicht reicht, geht es halt langsamer vorwärts.

20160424 135317Schließlich erhalten wir den Lohn der Mühen, als wir bei der Ruine ankommen. Die Wolken sind mittlerweise aufgerissen und wir suchen uns oben eine windgeschützte stelle in der Sonne. Dabei genießen wir die tolle Aussicht in die umliegenden Täler in allen Richtungen.

Nach der Pause geht es wieder abwärts. Als wir am Campingplatz zurück sind, ist das Wetter richtig schön geworden. Wir genießen den Nachmittag in der Sonne mit dem Blick über den See. Der Kaffee und ein Stück Kuchen schmecken nach der Wanderung besonders gut.

201604248. Nacht
Kalterer See
Campingplatz „Gretl am See“
213 m NN
Tageskilometer: 0

 

Montag, 25.04.2016 (Italienischer Feiertag) - Italien feiert heute die Befreiung vom Faschismus und ich frage in der Camping-Rezeption nach, wie der Feiertag denn begangen wird. Die Antwort der jungen Dame war einfach: „Alle sind irgendwie unterwegs!“

Okay, das bedeutet in Italien dann soviel wie überfüllte Straßen und Parkplätze und vor allem keine Parkmöglichkeiten für ein Reisemobil.

Wir entschließen uns daher, heute einfach noch einen weiteren Tag hier auf dem Campingplatz zu verbringen. Und das ist auch wörtlich zu nehmen, weil wir beide gar keine Lust auf großartige Besichtigungen, Wanderungen oder Ähnliches haben.

Leider ist es aber so, dass unser schöner Platz direkt am Seeufer ab heute für die nächsten sechs Wochen von einem Stammgast reserviert ist. Also müssen wir nach dem Frühstück noch einen Umzug machen. Wir nehmen einfach einen anderen Platz in der gleichen Reihe und haben immer noch eine schöne Aussicht über den See auf die Berge.

Das Wetter ist heute irgendwie nicht so einfach zu beschreiben. Wir haben ziemlich kalten Nordwind, den das Tiefdruckgebiet in Nordeuropa über die Berge schickt. Dieser kalte Nordföhn ist recht unangenehm und steht in totalem Gegensatz zur Stärke der Sonne, die vom überwiegend blauen Himmel auf uns herunter scheint.

Einerseits sucht man den Schatten, weil die Sonne so sticht. Andererseits ist es im Schatten, und zwar auch schon auf der sonnenabgewendeten Körperseite so kalt, dass man sich ständig drehen muss, um die Hitze gleichmäßiger zu verteilen. Dementsprechen wechseln wir auch mehrmals die Kleidung und schwanken immer irgendwie zwischen Shorts mit T-Shirt und lange Hose mit Pullover.

Das war’s aber auch schon für heute. Viele mehr passiert heute nicht. Morgen geht es dann aber definitiv weiter.

Die Farben auf dem Stellplatzfoto sind übrigens echt und nicht nachbearbeitet. Genauso empfinden wir das Licht hier auf dem Platz.

201604259. Nacht
Kalterer See
Campingplatz „Gretl am See“
213 m NN
Tageskilometer: 0

 

Dienstag, 26.04.2016 - Wir setzen unsere Fahrt fort und fahren über Auer nach Aldain. Oberhalb des Ortes liegt auf 1.550m Meereshöhe das Besucherzentrum der Bletterbachschlucht. Die Schlucht wird auch als der „Grand Canyon Südtirols“ bezeichnet und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Leider sind das Besucherzentrum sowie die Wege in der Schlucht zurzeit noch gesperrt. Wir erfahren, dass man hier erst am 1. Mai die neue Saison eröffnen wird. Trotzdem können wir eine kleine Runde auf dem Waldlehrpfad drehen und dabei von zwei Aussichtpunkten zumindest in die Schlucht hinabschauen.

Und leider werden die Fotos nichts, weil wir zu dieser Zeit eine dicke Wolkendecke über uns haben und einfach irgendwie keine Licht da ist, um die Schlucht vernünftig zu fotografieren. Nebenbei bemerkt ist es übrigens hier oben in dieser Höhe noch richtig kalt. Von Frühling gibt es noch keine Spur. Hier fangen gerade mal die Weidenkätzchen an auszutreiben.

Aus diesem Grund kann ich hier nur Fotos von anderen Seiten zeigen, damit man einen Eindruck davon bekommt, warum wir den steilen Weg in diese Höhen auf uns genommen haben. In der Schlucht ist übrigens das Tragen von Schutzhelmen verpflichtend. Man kann diese im Besucherzentrum ausleihen, wenn es denn ab Sonntag geöffnet hat.

Im Wetterbericht von Antenne Südtirol wird für morgen richtig schlechtes Wetter angesagt. Unter anderem soll es runter bis auf 800m Schnee geben. Wir überlegen daher, was wir nach unserer kurzen Runde über der Schlucht noch machen sollen.

Auf jeden Fall wollen wir heute wieder in deutlich tiefere Regionen und nicht in diesen Höhen bleiben. Wir entschließen uns für das Eisacktal mit dem Ort Klausen. Es geht also wieder zurück ins Etschtal und dann über Bozen weiter nordwärts ins Tal der Brennerautobahn.

Auf der Autobahn fährt ein 40-Tonner nach dem anderen. Wir dagegen nutzen die alte Brenner-Staatsstraße. Kaum zu glauben, dass der ganze Brennerverkehr früher mal über diese Landstraße ging.

20160426 180240Auf der Suche nach dem Stellplatz in Klausen leitet uns unser Navi (Ventura-Snooper S7000 - bitte nicht kaufen) mal wieder in die Irre. Wir landen diesmal in der Fußgängerzone von Klausen. Zum Glück ist nicht viel los, wir können wenden und schnell wieder das Weite suchen.

Wir umfahren den Ort und finden schließlich den Stellplatz. Von hier aus machen wir uns noch zu Fuß auf den Weg in den Ort. Es gibt eine Altstadt mit schmalen Gassen und kleinen Läden. Im kleinen Stadtmuseum ist der Loreto-Schatz ausgestellt. Die Besichtigung dauert nicht sonderlich lange. Leider ist auch hier im Museum das Fotografieren verboten.

Von einem Aussichtspunkt im Dorf hat man einen schönen Blick über Klausen, das Eisacktal und das Kloster Säben auf dem Hügel über der Stadt.

2016042610. Nacht
Klausen
Stellplatz
527 m NN
Tageskilometer: 107

 

20160427 124009Mittwoch, 27.04.2016 - In der Nacht trifft die angekündigte Schlechtwetterfront ein und bis zum Morgen regnet es durch. Etwas oberhalb von uns wird es weiß durch den Schnee, während hier unten auf dem Stellplatz Eisgraupel ankommt.

In den Nachrichten hören wir den aktuellen Stand: Der Jaufenpass ist nur mit Winterausrüstung befahrbar, andere Pässe sind gleich wieder ganz gesperrt. Auf der Brennerautobahn gab es ein paar Kilometer südlich einen schweren Unfall mit einem Toten zwischen einem Klein-Lkw und einem Groß-Lkw. Als Resultat staut sich der Verkehr auf der Autobahn und geht keinen Meter mehr weiter, was wir von unserem Stellplatz aus sehen und somit bestätigen können.

Die Ausweichempfehlung lautet, dass der Verkehr in Richtung Bozen die Brenner-Staatsstraße nehmen soll. Da ist jetzt also auch alles total verstopft.

20160427 125818Eine Hörerin von Antenne Südtirol aus Brixen berichtet, dass es bei ihr mit dicken Schneeflocken am Schneien ist. Dabei wäre die ehemalige Bischofsstadt unser nächstes Ziel gewesen. Mit seinem Dom und der Altstadt soll es eine der schönsten Städte in Südtirol sein. Als Fahrzeit gibt das Navi gerade mal eine Viertelstunde an, aber bei dem Wetter lassen wir uns lieber ganz viel Zeit mit der Abreise.

Die Kaltfront zieht angeblich von West nach Ost über Südtirol. Zumindest im Vinschgau, also im Westen, soll es bis heute Nachmittag aber schon wieder Sonnenschein geben. Für das Eisacktal kann ich mir das im Moment nicht so vorstellen. Der Blick auf das Kloster Säben zeigt, dass auf dem Hügel auch bereits Schnee liegt. Die Schneegrenze liegt nur ein paar Meter über uns. Und wir haben vor dem Urlaub schon die Sommerreifen aufziehen lassen!

Nach einiger Zeit wird es uns zu langweilig auf dem öden Stellplatz nur im Auto rumzusitzen und wir machen uns wieder fahrbereit. Leider ist es dabei unvermeidlich, dass wir immer wieder rund ums Auto durch den Regen laufen müssen. Das Hantieren mit den Wasserschläuchen ist bei den Temperaturen auch kein Vergnügen.

In Brixen stellen wir uns auf einen großen Parkplatz am südlichen Stadtrand. Da Brixen einige Meter höher liegt als Klausen, sind wir hier dem Schnee wieder ein Stückchen näher. Da es immer noch schüttet, hilft die Ablenkung durch eine zusätzliche Tasse Kaffee.

Aber gegen Mittag hört es dann tatsächlich auf zu regnen und wir ziehen unsere dicksten Sachen an, um eine Besichtigungsrunde durch die Stadt zu drehen. In den kleinen Gassen der Altstadt kann man sich durchaus verlaufen. Trotzdem finden wir dank der GPS-Funktion unserer Handys den Weg zum Domplatz.

20160427 132724Schon von außen ist zu erkennen, dass dieser Dom im Innern ziemlich Barock aussehen muss. So ist es dann auch. Die Ausbeutung der mittelalterlichen Bevölkerung scheint hier sehr gut funktioniert zu haben.

20160427 132337Nebenan liegt der Kreuzgang mit vielen mittelalterlichen Fresken in den Kassetten der Gewölbebögen. Besonders schön das Bild eine Kriegselefanten, das offenbar jemand gemalt hat, der noch nie selber einen Elefanten gesehen hatte. Da wo sich der Künstler nicht sicher war, hat er einfach selber entsprechend seiner Phantasie ergänzt.

In einer Konditorei finden wir Erdbeertörtchen, an denen wir ja bekanntlich nicht vorbeigehen können. Nach der Rückkehr am Reisemobil gibt es daher zunächst eine weitere Tasse Kaffee.

20160427 142726Während des Kaffeetrinkens reißen plötzlich die Wolken auf und die Sonne kommt heraus. Wir fahren weiter nach Neustift, wo wir einen Zwischenstopp am Augustiner-Kloster einlegen. Die hiesige Basilika kommt noch barocker daher als der Dom in Brixen. Kein Wunder, dass die Leibeigenen der Umgebung im Jahr 1525 einen Aufstand veranstaltet haben und die Zinsbücher, in denen ihre Schulden eingetragen waren, vernichteten.

20160427 152722Der Brunnen im Inneren des Klosterhofes ist achteckig eingefasst. Auf jeder Seite wird eines der sieben Weltwunder der antiken Welt dargestellt. Praktischerweise war damit ja noch eine Seite frei, so dass man da ganz bescheiden das Kloster Neustift selbst aufgebracht hat.

Jedenfalls sieht die Anlage auch heute noch sehr schön aus und vermittelt durchaus den Eindruck von Wohlstand.

Wir fahren weiter nach Sterzing. In dieser letzten Stadt vor der Brennerpasshöhe gibt es an der Autobahn einen großen Autohof mit einem Stellplatz für die Campingfahrzeuge der Touristen. Da wir über die Staatsstraße kommen müssen wir etwas suchen, bis wir die Zufahrt von der Rückseite an der Straße zum Penser Joch gefunden haben.

Danach stellen wir aber fest, dass das ganze hier durchaus sinnvoll und mit ausreichend Platz angelegt wurde. Auf über 900m Höhe wird es heute Nacht sicherlich recht frisch, aber wir haben ja eine Heizung.

Ach so, mittlerweile ist die Sonne so richtig schön rausgekommen. Das hätten wir uns heute Morgen in Klausen so nicht träumen lassen. Wir setzen uns sogar noch etwas mit den Campingstühlen nach draußen in die Sonne und genießen deren Wärme.

2016042711. Nacht
Sterzing
Stellplatz Autocamp
946 m NN
Tageskilometer: 49

 

Donnerstag, 28.04.2016 - Gestern haben wir noch überlegt, wie wir nun wieder nach Hause fahren wollen und was wir auf den verbleibenden Tagen noch unternehmen wollen. Für heute steht jetzt zuerst einmal die Rückfahrt nach Deutschland auf dem Programm. Wir wollen nochmal nach Garmisch-Partenkirchen. Dafür geht es heute im Eisacktal weiter nach oben und wir überqueren den Brennerpass.

Allerdings nicht, ohne diesmal, zum ersten Mal, auf der Passhöhe auch die Outletshops zu besuchen. Tina findet natürlich direkt ihren Lieblingsshop und es werden einige Euro aus der Urlaubskasse fällig. Insgesamt kommen wir aber noch ganz gut weg. ;-)

20160428 114732Worüber wir hier oben aber staunen ist, dass hier noch jede Menge Schnee liegt. Der Wintereinbruch war Richtung Norden also wirklich deutlich schlimmer als bei uns in Südtirol. Und das, obwohl wir es dort schon schlimm genug fanden für die Jahreszeit.

Im Radio wird über Stromausfälle in Kärnten berichtet und darüber, dass die Obstbauern sich große Sorgen wegen des Frostes machen.

In Südtirol war die Natur ja bereits ziemlich weit. In den letzten Tagen wurde viel über den Verlauf der Apfelblüte berichtet und dass die Bestäubung in den frühen und mittleren Anbaulagen vermutlich recht gut verlaufen sei. Nun drohen die so schön befruchteten Blüten zu erfrieren und damit die ganze Ernte zu beeinträchtigen.

Auf der anderen Seite des Brennerpasses rollen wir auch über die Bundesstraße und nicht die Autobahn ins Inntal. Es wird deutlich, dass der Schnee hier viel weiter nach unten reicht, als auf der Südseite.

20160428 143056Im Inntal nehmen wir ebenfalls die Bundesstraße. Wegen einer Straßensperrung nach einem Unfall müssen wir einen Umweg fahren, der aber nicht so schlimm ist. Dann geht es den Zirler Berg hoch, wo unser Emil seine 60.000km-Grenze überschreitet. Auf dem Seefeldsattel liegt wieder viel Schnee, zum Glück aber nicht auf der Straße, sondern nur daneben.

20160428 171443Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Garmisch-Partenkirchen, wo wir für heute auf dem Stellplatz an der Wankbahn unterkommen. Besonders viel haben wir heute zwar nicht unternommen, trotzdem haben wir jetzt auch keine Lust mehr noch in die Stadt aufzubrechen und verbringen den Nachmittag und Abend gemütlich im Mobil.

Am späten Nachmittag reißen die Wolken noch ein etwas auf und ein wenig blauer Himmel kommt zum Vorschein. Aber auch hier ist es sehr kühl und wir setzen uns diesmal nicht nach draußen.

2016042812. Nacht
Garmisch-Partenkrichen
Stellplatz an der Wankbahn
731 m NN
Tageskilometer: 133

 

Freitag, 29.04.2016 - Wir müssen feststellen, dass unser Plan, heute ein paar Stunden im Garmischer Wellenbad zu verbringen, nicht klappt, weil sogar das Schwimmbad zur Zeit geschlossen hat. Nun überlegen wir und beschließen dann doch heute direkt nach Hause zu fahren.

Doch zunächst überrascht uns der Morgen mit strahlend blauem Himmel. Zusammen mit den Bergen, die bis weit nach unten ja noch weiß sind, ergibt sich ein tolles Bild und wir schießen direkt einige Fotos. Das ist heute so ein Tag, an dem die Fotos für Postkarten gemacht werden.

20160429 073729 20160429 074118
20160429 085934 20160429 091248

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Über Lermoos und Reutte geht es zum Füssener Grenztunnel und weiter auf der A7 nach Norden. Dabei sehen wir hier auf der Nordseite der Berge immer noch sehr viel Schnee. Erst ab Memmingen sind dann keine Schneereste mehr zu sehen.

Wir kommen gut durch und legen einen Zwischenstopp in Wertheim ein, wo wir ein paar kleine Zubehör- und Ersatzteile im Campingcentrum direkt an der A3 einkaufen.

Im Radio berichten alle Sender über Unfälle und lange Staus an diesem Freitagnachmittag auf der A3. Daher nehmen wir heute mal wieder die Strecke über die A45 unter die Räder, was sich als gute Entscheidung erweist, weil wir völlig staufrei durchkommen und am frühen Abend zu Hause eintreffen.

Tageskilometer nochmal: 713

Trip-Info:

Abfahrt Km-Stand: 58.797
Rückkehr Km-Stand: 60.762
gefahrene Km: 1.965


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