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Donnerstag, 28.03.2013 - "Ausgerechnet Belgien!", mag jetzt so mancher denken und hat damit vielleicht sogar Recht. Schließlich haben wir alle ja schon im Asterix gelernt, dass Belgien flach, eintönig und ständig nebelig ist. Und auch für uns war Belgien bisher vor allem ein Land auf dem man dank der Autobahnen gut und schnell hindurch fahren konnte. Urlaub? Nein, der Urlaub fing eigentlich immer erst hinter der belgisch-französischen Grenze an.

Nun aber der Entschluss, das Osterwochenende an der belgischen Küste zu verbringen. Zum einen sind die gut 300 Kilometer relativ schnell zu bewältigen und zum anderen ist dieses Reiseziel bei den diesjährigen Ostertemperaturen vielleicht sogar noch ein wenig wärmer als unsere Nord- oder Ostsee.

Naja, zum Baden wird es trotzdem nicht reichen. Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Einfach nur ein paar Tage entspannen und mal wieder etwas Neues sehen. Schließlich hat das Wohnmobil seit dem letzten Dezember gestanden. Wobei, nur gestanden hat es auch nicht, aber es gab halt keine Reise und keine Übernachtungen.

Im Internet bin ich darauf gestoßen, dass in Belgien zur Zeit überall die sogenannten Frühjahrsklassiker der Rennradfahrer laufen. Zum Beispiel startet am Sonntag die Flandern-Rundfahrt in Brügge. Aber dann sind wir dort hoffentlich schon wieder weiter, so dass wir diesem Rummel entgehen werden.

Heute läuft noch das Radrennen der "3 Tage von De Panne" direkt an der französischen Grenze, so dass wir die südliche belgische Küste dann erst Morgen oder Übermorgen aufsuchen werden.

Leider kommen wir erst relativ spät los und geraten so auf dem Autobahnring von Brüssel mächtig in den Feierabendverkehr. Nachdem aber erst einmal klar war, dass wir sowieso nicht mehr bei Tageslicht in Brügge eintreffen werden, macht uns das auch nicht mehr so viel aus.

Unterwegs fahren wir durch wilde Schneegestöber. Erst am nächsten Morgen werden wir feststellen, dass die belgischen Autobahnen auch noch ordentlich gesalzen waren. Denn unsere Fahrräder, die wir auf dem Heckträger mitführten, waren total von einer Salzkruste bedeckt.

Am späten Abend treffen wir also in Brügge ein und fahren auch direkt zum Stellplatz. Wir haben Glück. Es sind gerade noch zwei Plätze frei und wir belegen einen der beiden. Die Stellflächen sind ziemlich schmal und wir bekommen so gerade eben noch die Seitentüre auf, ohne sie gegen das Nachbarmobil zu schlagen.

Dafür ist aber im nicht ganz kleinen Übernachtungspreis von 15 Euro schon der Stromanschluss inklusive. Das ist schön, denn es wird uns morgen die Nutzung der Kaffeemaschine ermöglichen.

1. Nacht
Stellplatz Brügge
0 m NN
Tageskilometer: 331

Karfreitag, 29.03.2013 - Direkt neben dem Stellplatz befindet sich der Reisebusparkplatz der Stadt Brügge und am Morgen ist dort schon jede Menge Radau, als eine regelrechte Buskarawane dort abfährt. Allerdings keine Reisebusse mit Touristen, sondern wohl die hiesigen Schulbusse. Anscheinend werden die hier morgens früh durchsortiert und eingeteilt, bevor sie sich auf den Weg zu den Schulen machen.

Denn während bei uns zu Hause alle schön lange schlafen und den Feiertag genießen ist der Karfreitag in Belgien kein Feiertag. Aus diesem Grund sieht man später auch überall die Menschen ganz normal ihrer Arbeit nachgehen.

Dem Tourismus tut das hier aber keinen Abbruch. Die Stadt ist für unseren Geschmack brechend voll, auch wenn das in der Hauptsaison sicherlich noch viel doller geht.

Wir fahren mit den Rädern zum Bahnhof und bekommen an der dortigen Touristeninfo erst einmal einen Stadtplan. Danach fahren wir in Richtung Innenstadt, müssen aber bald wegen der vielen Menschen absteigen und die Räder schieben.

An der Kirche Unserer-lieben-Frau schließen wir die Räder dann in einem Fahrradständer an und gehen den Rest der Stadtrunde zu Fuß. In der Kirche selber gibt es eine Madonnenfigur mit Kind, die von Michelangelo stammt (das Kunstwerk, nicht das Kind!). Leider sind aber gerade heftige Bau- und Renovierungsarbeiten im Gange und diese Hauptattraktion der Kirche ist nicht zu besichtigen.

Am Hauptpostkartenmotiv von Brügge, dem Rozenhoedkaai, machen wir nicht nur viele Fotos, sondern besteigen auch eins der kleinen Boote, mit denen man die Stadt aus der Wasserperspektive besichtigen kann.

Aber egal ob aus dem Boot heraus oder ganz normal an Land, es gibt unglaublich viele tolle Blickwinkel auf die mittelalterliche und auch so gepflegte Architektur. Die Stadt hat im Laufe der Jahre praktisch alle Häuser der Altstadt aufgekauft und renoviert. Heute vermietet sie diese Häuser und hat damit auch die Kontrolle darüber, was mit der Bausubstanz und vor allem mit den Fassaden passiert. Das ist wohl auch der eigentliche Grund für das einmalige und vor allem einheitlich-stimmige Stadtbild.

Auf dem großen Marktplatz sind rege Aufbauarbeiten im Gange. Vor allem die Bühne für die Präsentation der Fahrer der Flandern-Rundfahrt übermorgen beansprucht einiges an Arbeitskräften und nimmt auch ganz schön viel Raum auf dem Marktplatz ein.

Tina findet einen kleinen Laden, in dem sie sich Handschuhe kauft. Nun wird es auch mit den kalten Fingern besser.

Auf dem weiteren Weg probieren wir die hiesigen Waffeln und auch eine Schale Pommes Frites. Dadurch sind wir bei der Rückkehr ans Wohnmobil erstmal gar nicht hungrig. Wir machen uns eine Tasse Kaffee und beschließen, heute noch ein Stückchen weiter zu fahren.

Als erstes programmieren wir den Wanderparkplatz am Naturreservat „Het Zwin“ in Navi ein. Das sind nur etwas über 20 Kilometer und die sind schnell gefahren. Wobei wir natürlich nicht schnell fahren. Das wäre mit dem Mobil auf diesen schmalen Straßen auch wirklich nicht angebracht.

Der Parkplatz vor dem Naturschutzzentrum ist ziemlich groß und ziemlich leer. Begrüßt werden wir von einem Storch, der auf dem Parkplatz umherwandert und anscheinend jede Scheu vor Autos und auch vor den Menschen abgelegt hat.

Wir parken und hören vom Gelände des Naturschutzzentrums etliche andere Störche „klappern“. Und wenn man dann etwas genauer in die betreffenden Richtungen schaut, sieht man etliche Störche oben in den Baumkronen in ihren Nestern sitzen.

Eine Infotafel informiert uns darüber, dass wir heute aber etwas zu spät sind. Das Zentrum hat vor rund einer halben Stunde geschlossen. Erst morgen Früh ab 9 Uhr haben die hier wieder geöffnet. Wir beschließen, uns einen Übernachtungsplatz in der Nähe zu suchen und morgen nochmal wieder zu kommen.

Durch den fast schon mondän wirkenden Villenort Knocke-Heist fahren wir Richtung Zeebrügge. Doch der dortige Stellplatz erweist sich als Flopp. So wollen wir die Nacht nicht verbringen und wir fahren zurück nach Heist, wo wir auf einem sogenannten Campingplatz unterkommen, der sich aber in Wirklichkeit als Mobilheimanlage erweist.

Allerdings stehen die Mobilheime fast alle leer und wir haben hier einen ruhigen Stellplatz in einer Reihe, die noch nicht mit den Mobilheimen belegt ist. Der Übernachtungspreis ist zwar vollkommen übertrieben, wenn man berücksichtigt, dass wir außer etwas Strom und einmal Chemietoilette entleeren keine Infrastruktur über die Stellfläche hinaus genutzt haben. Aber was soll man machen? Es gibt leider kaum eine Alternative, zumindest keine legale.

Der Umweg über Zeebrügge hatte sich in gewisser Weise aber doch auch gelohnt, weil wir im Hafen einige recht große Überseefrachter sehen konnten. Unter anderem ein richtig großes Containerschiff. Eine Hochrechnung über die Anzahl der geladenen Container ergab die unglaubliche Zahl von über 10.000 Containern auf diesem einen Schiff. Dagegen wirken die ansonsten auch gar nicht so kleinen Flussschiffe geradezu winzig.

Am heutigen Tag haben wir hinten links eine Radkappe verloren. Leider haben wir davon nichts mitbekommen und ärgern uns ordentlich. Sicher ist aber, dass es genau auf den paar Kilometern heute passiert ist, denn auf Fotos von heute Morgen ist die Radkappe noch zu sehen.

2. Nacht
Campingplatz „De Vuurtoren“
Heist
0 m NN
Tageskilometer: 53

Samstag, 30.03.2013 - Als ersten fahren wir heute Morgen nochmal nach „Het Zwin“, wo wir ein wenig im Naturreservat wandern wollen. Vom Campingplatz sind es gerade mal 14 km dorthin. Nur die total bescheuerten Straßenaufpflasterungen machen die Fahrt etwas ungemütlich. Die Aufpflasterungen befinden sich quasi im Villenviertel, wo man wohl um jeden Preis eine Verkehrsberuhigung durchsetzen will. Vielleicht haben wir hier auch gestern die Radkappe verloren, aber wenn das so war, ist sie heute nicht mehr dort.

Die Hubbel sind nur sehr kurz aber dafür recht hoch. Mit dem Wohnmobil passt solch ein kurzer Hubbel zwischen die Achsen, die schon wieder bzw. noch auf der normalen Fahrbahn stehen. Nun hat unser Mobil nicht gerade üppige Bodenfreiheit, so dass an einigen Aufpflasterungen leichtes Schleifen vom Unterboden her zu hören ist.

Die Pkw-Fahrer verstehen nicht, warum wir so extrem vorsichtig über diese „Drempel“ fahren. Aber mit ihren SUVs können die hiesigen Villenbewohner ja auch ordentlich darüber brettern.

Schließlich erreichen wir aber doch den Parkplatz in Zwin. Am Eingang zum Reservat dann die Überraschung. Wegen umfangreicher Umbauarbeiten sind die Wege durch das Reservat gesperrt und nur der Vogelpark ist zur Besichtigung geöffnet. Dieser Eintritt ist dafür aber wenigstens kostenlos.

Im Vogelpark lebt eine ganze Storchenkolonie. Auf sehr vielen Bäumen und auch auf den Häusern gibt es Storchennester. So viele Störche haben wir jedenfalls noch nicht auf einem Fleck gesehen. Man hat schon das Gefühl etwas Besonderes zu erleben.

Auf unserer Runde durch das Gelände kommen wir auch kurz auf den Deich. Hier weht ein heftiger Wind und die ohnehin schon sehr niedrigen Temperaturen fühlen sich nochmals um einiges kälter an. Jedenfalls haben wir vom Deich aus einen gewissen Überblick in die Ebene von Zwin, die eigentlich mal ein Meeresarm war und im Laufe der Jahre versandet ist. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Stück Natur wieder zurück entwickeln wird, wenn die aktuellen Rückbaumaßnahmen erst einmal abgeschlossen sind.

Nach der Besichtigung ist Tina dennoch ein wenig enttäuscht, dass wir nicht bis aufs Meer schauen konnten. Also suchen wir bei unserer Fahrt zurück in südwestlicher Richtung eine Abzweigung in Richtung Meer.

Wir fahren dabei in ein noch feudaleres Villengebiet, als wir es bisher gesehen hatte. An einem Dünenübergang finden wir sogar einen Parkplatz und machen uns nochmal zu Fuß auf. Wir landen auf der Promenade von Knocke-Heist, wenn auch ganz an ihrem nordöstlichen Ende.

Aber selbst hier, kurz vor dem Naturschutzgebiet, hat man Hochhäuser an den Strand gebaut. Natürlich nicht einfache Hochhäuser, sondern megaexklusive Appartementhäuser mit Tiefgarage, Einfahrttor und Videokontrolle. Es ist wohl Teil der Exklusivität, dass die meisten Wohnungen gerade nicht bewohnt sind. Auf jeden Fall würden diese Häuser auch gut als Kulisse für irgendwelche Thriller über Wirtschaftskriminelle oder die Mafia funktionieren.

Uns zieht es bald schon wieder in unser rollendes Appartement zurück, weil der Wind einfach schneidend kalt ist. An manchen schattigen Stellen liegt sogar immer noch Schnee.

Über Zeebrügge und einige weitere Seeorte geht es weiter an der Küste entlang. Immer parallel zur Straße und damit zur Küste verläuft auch eine Straßenbahnlinie, die die Touristen hier überall an der Küste verteilt.

Wir suchen einen Stellplatz für unsere Mittagspause und finden eine recht günstige Tankstelle, bei der wir erstmal nachtanken. Das geht hier auch mit Maestro-Karte, was sehr erfreulich ist. Der Stellplatz selber ist dann eine Enttäuschung und wir fahren lieber weiter.

Erst kurz vor Oostende finden wir einen passenden Parkplatz und legen die Pause ein.

Frisch gestärkt geht es dann nach Oostende. Doch die Tipps des Womo-Führers führen nur zu total überfüllten Park- und Stellplätzen. Anscheinend ist der Ostersamstag in Belgien ein Tag, an dem wirklich alle auf den Beinen sind.

Wir kurven herum und ärgern uns über Pkw-Fahrer, die die Wohnmobilstellplätze zugestellt haben. Doch dann freuen wir uns wieder ein wenig, als wir jemanden bemerken, der Knöllchen an Falschparker verteilt. Das betrifft auch die Pkws auf den Womoplätzen, hilft uns im Prinzip aber nicht weiter, weil wir dadurch ja immer noch keinen Parkplatz gefunden haben.

Der Knöllchenschreiber war auch schon am Reisebusparkplatz und hat seine Knöllchen an die dort parkenden Wohnmobile befestigt. Gut, das hätte uns auch erwischen können und so sind wir vorgewarnt.

Dann bemerken wir auf einmal einen Pkw, der aus einer richtig großen Parktasche ausparkt und wegfährt. Der Platz ist unser. Das Womo passt sowohl von der Breite wie auch von der Länge auf diesen Parkplatz, was sonst eigentlich fast nie vorkommt.

Erst überlegen wir noch, ob wir hier überhaupt stehen dürfen, doch dann entschließen wir uns, das Womo stehen zu lassen und von hier den kurzen Weg in die Innenstadt zu Fuß zu gehen.

Wir drehen eine fast zweistündige Runde durch Oostende, die vor allem dadurch in Erinnerung bleiben wird, dass wir trotz Jack-Wolfskin-Fleecemützen kalte Ohren bekommen. Und das will was heißen!

Eine besondere Schönheit ist diese Stadt hier nicht, aber man kann ihr durchaus auch etwas abgewinnen. Wenn es nicht so schweinekalt wäre, hätten wir uns auch gerne mal irgendwo in ein Straßencafe in die Sonne gesetzt und dem Treiben hier zugeschaut.

Auf dem Rückweg finden wir in einem Supermarkt dann tatsächlich sogar auch noch unsere geliebten Erdbeertörtchen. Einen Aufwärmkaffee und ein Stück Törtchen später beschließen wir, dass wir mit unserem Parkplatz so viel Glück haben, dass wir auch über Nacht hier stehen bleiben werden.

3. Nacht
Parkplatz am Reisebusparkplatz
Oostende
0 m NN
Tageskilometer: 62

Ostersonntag, 31.03.2013 - Die Nacht war nicht besonders ruhig, aber wir haben auch schon viel schlechter geschlafen. Außerdem wurden heute Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Nun haben wir also Sommer in der Uhrzeit, Frühling im Kalender und Winter draußen vor der Türe. Denn es ist wieder einmal sehr, sehr kalt und heute Nacht gab es sogar einen kleinen Eisgraupelschauer.

Bis zum Frühstück sind die Spuren dieses Schauers allerdings schon wieder weggetaut und nach dem Osterfrühstück machen wir uns auf den Weg. Wir wollen weiter an der Küste entlang in südwestlicher Richtung, also in Richtung französischer Grenze.

Unterwegs müssen wir aber noch ein Problem lösen, nämlich die Ver- und Entsorgung. Der Wasservorrat geht noch, aber der Abwassertank ist bei 90 Prozent und muss entleert werden.

Wir stellen fest, dass es laut dem Womo-Führer zwar ein paar kleine Stellplätze entlang der Küste gibt, aber keiner davon hat auch Versorgungseinrichtungen. Im Campingführer machen wir einen Campingplatz aus, der zumindest über einen Bodeneinlass verfügen soll. Den wollen wir ansteuern und nachfragen, ob wir dort Entsorgen können.

Kurz vor dem Campingplatz in der Nähe von Nieuwport sehen wir dann aber auch ein Hinweisschild auf einen Wohnmobilstellplatz. Wir folgen der Beschilderung und kommen zu einem Stellplatz auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei. Der Platz bietet nicht nur Raum für 28 Mobile, sondern hat vor der Schranke auch eine V/E, die gegen Gebühr genutzt werden kann.

Das Verfahren zum Bezahlen ist recht kompliziert aber dank belgischer Womo-Fahrer, die bei dem automatisierten Vorgang an den diversen Kassenautomaten helfen, klappt das Ganze dann doch ohne Probleme.

Als nächstes suchen wir uns einen weiteren Tipp aus dem Womo-Führer aus. Am Ende der belgischen Küste gibt es das Naturschutzgebiet „De Westhoek“ angeblich mit einem „Wanderparkplatz“, also einem Parkplatz auf dem man tagsüber parken, aber nicht übernachten darf. So eine kleine Wanderung in den Dünen käme uns eigentlich ganz gelegen, und wir machen uns auf den Weg dorthin.

Unterwegs bietet sich überall an der Küste das annähernd gleiche Bild. Die Straße parallel zur Küste, teilweise vierspurig. Daneben oder in der Mitte die Küsten-Tram. Und überall Betonhochhäuser mit durchschnittlich 10 Stockwerken als ununterbrochene Wand direkt am Meer. Prora auf Rügen ist nichts dagegen.

Auf diese Weise gelangweilt fahren wir schließlich durch De Panne, das am Ende der belgischen Küste liegt und wo vor ein paar Tagen noch das ganz am Anfang erwähnte Radrennen stattfand. Am Ortsausgang soll es eigentlich rechts ab in Richtung des Naturschutzgebietes gehen. Geht es auch, aber an den möglichen Zufahrten stehen nun dicke, fette Womo-Verbotsschilder. Unser sarkastischer Dank gilt allen unseren Womo-Vorgängern, die dort durch ihr asoziales Verhalten zu diesem Verbot beigetragen haben.

Wir drehen um, denn am Ortseingang von De Panne hatten wir eine interessante Campingplatzzufahrt gesehen. Anscheinend liegt der Campingplatz direkt in den Dünen.

Und genau so ist es auch. Camping „Zeepark“ ist auf jeden Fall der einzige Campingplatz an dieser Küste, den wir gesehen haben, der eine solch bevorzugte Lage vorweisen kann. Und es ist ein richtiger Campingplatz, nicht nur ein Mobilheimpark.

Der Platz ist brechend voll. Hier geht an diesem Wochenende die belgische Campingsaison los. Überall werden die Wohnwagen für den Sommer vorbereitet. Viele werden von dem platzeigenen Traktor auf die Stellflächen bugsiert, denn der Untergrund besteht zum größten Teil aus Sand, der obendrein stellenweise noch richtig tief ist.

In der Reihe der Womo-Stellplätze hält sich die Sandtiefe aber in Grenzen, so dass wir ohne Probleme einparken können. Solch einen Stellplatz hatten wir noch nie. Wir stehen voll im Sand.

Dann kommt auch noch die Sonne so richtig raus und wenn hier die ganzen dick und warm vermummten Gestalten nicht rumlaufen würden, könnte man meinen, wir wären im Sommer hier.

Wir machen eine Besichtigungsrunde, die uns zum Strand führt. Abgesehen von den Temperaturen ist es wirklich wie im Sommer hier. Tina geht ganz ans Meer ran und überquert dabei eine kleine niedrige Sandbank. Nach ein paar Minuten hat sie das Gefühl, dass die Wellen immer weiter und näher kommen.

Und genauso ist es. Nach kurzer Zeit hat die steigende Flut die komplette Sandbank überflutet. Zum Glück hatte sich Tina rechtzeitig auf den Rückweg gemacht. Bei einer zweiten Besichtigung gut eine Stunde später, steht das Wasser schon zwei Meter hoch über der Sandbank. Wir sind von der Heftigkeit der Flut überrascht und beeindruckt.

Wir verbringen einen ruhigen und gemütlichen Nachmittag und freuen uns, dass es im Mobil so schön warm ist. Kaffee und Cappuccino schmecken gut und der Betrieb auf dem Campingplatz ist teilweise recht unterhaltend.

Das Abendessen schließlich verfeinern wir mit „Frietes“ aus der campingplatzeigenen Imbissbude. Schade, dass wir morgen schon wieder nach Hause müssen.

4. Nacht
Campingplatz „Zeepark“
De Panne
10 m NN
Tageskilometer: 47

Ostermontag, 01.04.2013 - Für den heutigen Rückweg planen wir noch einen Zwischenstopp am Atomium in Brüssel ein. Unterwegs haben wir mit heftigem Gegenwind zu kämpfen, der trotz gemächlicher Fahrweise den Spritverbrauch in astronomische Höhen treibt. Dort kommen wir gegen Mittag an. Einen Parkplatz finden wir direkt in den Parkreihen gegenüber vom Heysel-Stadion. An Sonn- und Feiertagen ist das Parken dort sogar kostenlos, auch wenn man zweihundert Meter weiter zu gehen hat.

Das Atomium ist von Menschenmassen umlagert. Vor der Kasse und dann nochmal vor dem Aufzug in die oberste Kugel stehen jeweils lange Menschenschlangen. Soviel Geduld haben wir nicht und beschließen auf eine Besichtigung von innen zu verzichten. Aber draußen haben wir ja auch schönes Sonnenwetter, wenn es auch mal wieder ziemlich kalt ist.

Wir machen die üblichen Fotos und legen zurück am Mobil unsere Mittagspause ein. Nach dem Essen geht es dann wieder auf die Autobahn zurück.

Wir wählen entgegen der Empfehlung unseres Navis die Route über Lüttich. Die Strecke ist zwar zwei Kilometer länger als über Leuwen, aber dafür, wie sich herausstellt, auch viel weniger befahren. Das kann natürlich auch an dem erbärmlichen Zustand der Fahrbahn liegen, die über viele Kilometer das ganze Auto einem Rütteltest unterzieht.

Am späten Nachmittag sind wir dann wieder zu Hause und können den Nachmittag genießen. Bei einem Telefonat mit einem Onkel erfahren wir, dass heute Abend in der Aktuellen Stunde über einen Urlaub in Belgien lief. Einige unserer Orte waren auch dabei. Da waren wir dem WDR mal wieder eine Nasenlänge voraus.

Tageskilometer nochmal: 390

Trip-Info:

Abfahrt Km-Stand: 26.698
Rückkehr Km-Stand: 27.581
gefahrene Km: 883
Ø-Verbrauch: 11,7 l / 100 km
Ø-Geschwindigkeit: 60 km/h
Fahrzeit: 14 h 36 m

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