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Vogesen, Oberrhein, Schwarzwald

Freitag, 17. Juli 2026

In den letzten Wochen gab es die große Hitzewelle und Tina hatte durch ihre Erkrankung große Probleme damit. Da war also an ein Verreisen, auch alleine, gar nicht zu denken. 

Ab heute wird das Wetter dann so schlecht, dass ich die Möglichkeit habe, nochmal eine Runde mit unserem Wohnmobil zu fahren. Allerdings wieder einmal alleine. 

Es stehen höchsten zwei Wochen zu Verfügung. Also will ich gar nicht so wahnsinnig weit fahren. Die Wahl fällt auf den Oberrhein mit dem Kaiserstuhl und seinen beiden flankierenden Gebirgen, nämlich den Vogesen und dem Schwarzwald. 

Heute Vormittag gibt es noch viel zu erledigen, bis Nolwenn dann schließlich startklar ist. Noch ein Besuch beim Discounter und dann geht es kurz vor 14 Uhr los. 

Was ich vorher schon ahnen konnte: Die Straßen würden heute voll werden. Schließlich ist heute der letzte Schultag in NRW und viele Familien machen sich direkt heute auf den Weg. Und dann sind da ja auch noch die anderen Bundesländer sowie die Holländer und die Belgier. 

Gute drei Stunden fahre ich bis Echternacherbrück, eine Strecke von 180 Kilometern. Kein besonders guter Schnitt, aber im Vergleich zur Prognose, die das Navi zwischendurch anzeigt, dann doch ziemlich gut. 

• Noch 4 Stunden 23 Minuten für die verbleibenden 136 Kilometer. Zum Glück wurde es so schlimm dann doch nicht. 

Schon von weitem ist voraus die immer dunkler werdende Wolke eines Gewitters zu erkennen. Doch am Campingplatz ist bei Eintreffen noch alles gut. Als ich zur Anmeldung in der Rezeption bin, geht ein heftiger Regenschauer nieder. Ich habe zwar einen freien Platz auf dem fast vollen Campingplatz ergattern können, doch irgendwie ist gerade der Rückweg zum Wohnmobil durch den Regen versperrt. 

Als es kurz etwas weniger regnet, sprinte ich zum Wohnmobil. Aber die paar Meter haben trotzdem gereicht, um richtig nass zu werden. 

Auf diesem Campingplatz, den wir ja auch mit der Familie im nächsten Monat für knapp zwei Wochen aufsuchen wollen, liegen die Stellplätze etwas höher als die Wege. Das Wasser der Plätze läuft also relativ gut ab. Dafür bilden sich auf den Wegen große Pfützen. 

Die Kinder freut es. Als der Regen durch ist, bieten die Pfützen tolle Gelegenheiten, um zum Beispiel mit den Fahrrädern so richtig mit viel Schwung da durch zu brettern. 

• Von unserem - schon lange reservierten - Platz im August werden wir sogar die Basilika in Echternach sehen (und hören) können. 
• Es wird laut heute. "DJ Ralle" legt OpenAir auf. 

1. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
179 Echternacherbrück
CP Campingpark
26,40 €

Samstag, 18. Juli 2026

Die Party ging heute Nacht noch bis 2 Uhr. Zum Glück wurde aber ab 23 Uhr die Lautstärke deutlich runtergedreht. So kann ich den Krach mental einfach ausblenden. 

Für die Frühstücksbrötchen gehe ich heute Morgen dann auf die Luxemburgische Seite der Sauer. Die Luft ist so feucht, dass sich leichter Nebel gebildet hatte. Der verschwindet aber dann sehr schnell wieder.

Von der Entfernung macht es keinen Unterschied zu der Bäckerei auf der deutschen Seite. Allerdings hatte ich mir in Luxemburg schon ein erstes schönes Baguette erhofft. Doch es gibt nur "Kaviarbrot" wie in Deutschland. Da warte ich mit dem ersten Baguette dieser Reise noch bis morgen und nehme doch nur Brötchen.

Gerade als ich auf dem Campingplatz zurück bin, kommt für die deutsche Bäckerei ein Bäckerwagen voller leckerer Bachwaren auf den Campingplatz gefahren. Leider zu spät, sonst hätte ich mir den Fußweg wohl gespart. 

Nach dem Aufbruch geht es noch schnell auf die andere Seite des Flusses zum Tanken. Heute sind es 37 Cent pro Liter, um die es in Luxemburg günstiger ist. Da lohnt sich auch ein kleineres Nachtanken, wenn man sowieso schon mal hier ist. 

Wegen vieler Baustellen, muss ich einige Umwege in Luxemburg fahren. Ansonsten geht es über Saarbrücken in das nördliche Elsass. 

Es passiert nichts Aufregendes und ich beende die Fahrt relativ früh. Der Stellplatz ist nicht besonders schön und vor allem unzweckmäßig und eng angelegt. Das dürfte wohl der Grund sein, dass er nicht stark genutzt wird. Es stehen nur zwei Mobile dort, von denen eine Besatzung lieber wieder abreist. 

Ich bleibe aber, da ich gerade keine Lust mehr zur Weiterfahrt habe. Es gibt guten Internetempfang und ich kann den Rest der heutigen Etappe der Tour de France streamen. Das Rennen ist heute in den südlichen Vogesen unterwegs, also gar nicht mal so weit entfernt. 

2. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
241 Lutzelhouse
CCP
14,32 €

Sonntag, 19. Juli 2026

Der erste Weg führt heute Morgen zum örtlichen Bäcker. Ich bekomme endlich ein schönes handwerkliches Baguette. Da hatte ich mich schon lange drauf gefreut. Dementsprechend fällt das heutige Frühstück auch etwas länger aus. 

Da es in der Nacht etwas geregnet hatte, war ich mir nicht sicher, was ich mit dem Tag anfangen würde. Aber nach dem Frühstück sieht das Wetter ziemlich gut aus. Also werde ich heute etwas unternehmen. Am liebsten eine kleine Wanderung zum Eingewöhnen. 

Aber es ist ja auch Sonntag. Und schönes Wetter. Und Sommerferien. An den Hotspots brauche ich es da gar nicht erst zu versuchen. Ich suche länger in den Reiseführern und entschließe mich, zum Col du Donon zu fahren. Eigentlich würde meine Fahrt ja in die andere Richtung führen, aber dann muss ich da oben halt wenden. 

Das muss ich dann sowieso, weil es keinen freien Parkplatz für ein Wohnmobil mehr gibt. Aber nach dem Wenden, als ich eigentlich schon aufgegeben hatte, erspähe ich dann doch eine soeben frei werdende Parklücke. Und zack! Rein da mit Nolwenn! 

Jetzt kann ich die Wandersachen hervorkramen. Es soll auf das Gipfelplateau des Mt. Donon gehen. Vom Parkplatz aus sind das ungefähr noch 250 Höhenmeter. Und es wird eine einfache Strecke von 2,4 Kilometer angegeben. Das sollte doch wohl zu schaffen sein! 

Spoiler: Am Ende waren es 280 Höhenmeter und 4,77 Kilometer hin und zurück. Die reine Gehzeit betrug anderthalb Stunden. Das reichte für über 10.000 Schritte. 

Zunächst gerate ich diesmal nicht in eine Schafherde (wie zuletzt am Mont Ventoux), aber dafür in eine große französische Wandergruppe. Pilger oder so. 

So viele schwitzende Menschen locken natürlich eine Menge Bremsen an. Zum Glück hatte ich mich mit Anti Brumm Forte eingesprüht und die Biester lassen mich heute mal in Ruhe. 

Auf dem Gipfelplateau muss ich dann erstmal meine Weste gegen den frischen Wind überziehen. Immerhin bin ich hier auf knapp über 1.000 m Höhe. 

Die Rundum-Aussicht ist so toll, wie in den Reiseführern versprochen. Der Blick geht wirklich weit in alle Himmelsrichtungen. 

Der Tempel selber ist nicht antik, sondern irgendwann "rekonstruiert" worden. Tatsächlich waren es wohl eher irgendwelche Esoteriker, die hier die keltisch-mythischen Kräfte es Berges beschwören wollten und dafür den Tempel erbaut hatten. Dabei war dieses Plateau auch archäologisch nachweisbar mal eine echte Kultstätte. 

Den Rückweg nehme ich wie den Weg nach oben. Das fühlte sich richtig gut an. Ich bin froh, dass die Tour geklappt hat. 

Als nächstes fahre ich dann noch durch die Berge über kleine Gebirgsstraßen und Pässe. Es geht nach Andlau. In diesem Weinort gibt es wieder einen Stellplatz von Camping Car Park, auf dem ich einchecke. 

Der Ort Andlau gefällt mit seiner typisch elsässischen, nämlich bunten Fachwerkgestaltung. Das sieht hier alles sehr nett aus. Da der Stellplatz auch recht neu wirkt und sinnvoll angelegt ist, könnte ich mir sogar vorstellen, hier für zwei Nächte stehen zu bleiben. Na, mal sehen. 

Für heute begnüge ich mich noch mit einem Spaziergang durch den Ort, um mich ein wenig besser zu orientieren. Und Störche gehören zum Elsass ganz einfach dazu. 

3. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
66 Andlau
CCP
15,78 €

Montag, 20. Juli 2026

Der Tag beginnt ohne Baguette. Dass die Bäckerei montags ihren Ruhetag einlegt hatte ich gestern ja schon gesehen. Aber in dem kleinen Supermarkt nebenan hätte ich dann doch frisches Brot erwartet. Aber da der Bäcker zu hat, gibt es auch dort kein frisches Brot. Auch nicht aus einer anderen Bäckerei. Zum Glück habe ich ja immer Aufbackbrötchen dabei. 

Seit gestern hatte ich hin und her überlegt, wie ich das heute machen soll. Eigentlich würde ich ja gerne mal eine Runde mit dem Fahrrad drehen. Aber als eine Gruppe halbwüchsiger auf dem nebenan gelegenen Sportfeld das bolzen und schreien anfängt, ist mir das doch zu laut. 

Die kleinen Kids, die gestern Abend dort gespielt hatten, waren ja kein Problem. Aber die Jungs heute sind doch um einiges lauter und knallen den Ball immer wieder mal bis auf den Stellplatz. Also reise ich dann doch ab, anstatt wie mal angedacht, noch eine zweite Nacht zu bleiben. 

Als ersten Zwischenziel habe ich mir den Eifelturm ausgesucht, den es auch hier im Elsass gibt. Allerdings etwas verkleinert. Sozusagen als Modell im Maßstab 1:10. Das Städtchen Sainte-Marie-aux-Mines verfügt über diese besondere Attraktion, weil ein Unternehmer der Stadt den Turm auf sein Betriebsgelände hat setzen lassen. 

In Ribeauvillé gibt es einen einfachen und günstigen Camping Municipal. So zumindest mein letzter Kenntnisstand. Doch der Platz wurde deutlich auf Vordermann gebracht und verfügt jetzt über 4 Sterne. 

Dementsprechend ist der Andrang und schon mittags hat sich vor der Schranke eine lange Schlange von wartenden Campern gebildet. Da außerdem auch noch das Schild draußen hängt, dass der Platz voll belegt ist, fahre ich weiter. 

Nur einen Kilometer weiter gibt es einen Wohnmobilstellplatz bei dem ich mir aber auch keine Hoffnungen mache. Das Städtchen ist beliebt und warum sollte bei der Schlange vor dem Camping auf dem Wohnmobilplatz noch etwas frei sein? 

Aber falsch gedacht. Offenbar ist der Campingplatz beliebter als der Stellplatz. Denn hier bekomme ich einen von sehr vielen freien Plätzen und parke Nolwenn so, dass ich keine Auffahrkeile brauche. 

Später geht es nur noch zu einer ausführlichen Runde durch die Innenstadt. Auch hier ist alles elsasstypisch bunt gehalten und sieht klasse aus. Insbesondere bei dem tollen Wetter. Blauer Himmel mit nur wenigen Wolken geben einen wunderbaren Sommertag, zumal die Temperaturen absolut erträglich bleiben. 

Nun fasse ich also wieder den Plan, hier zweimal zu übernachten. Dann könnte ich morgen von hier aus mit dem Fahrrad nach Colmar fahren. Und Übermorgen würde es dann endlich in die hohen Vogesen und auf die Route des Crêtes gehen

4. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
52 Ribeauvillé (1)
SP Cave Ribeauvillé
15 €

Dienstag, 21. Juli 2026

Nach dem Frühstück mache ich mich startklar für die schon gestern erwähnte Radtour nach Colmar. 

Die Route führt zunächst an dem kleinen Flugplatz von Colmar vorbei. Im dortigen Gewerbegebiet gibt es einen Kreisverkehr, in dem eine verkleinerte Kopie der Freiheitsstatue steht. Nach einem altrömischen Tempel und dem Eifelturm musste jetzt noch die Freiheitsstatue besucht werden. Es ist ja wohl klar, dass das gar nicht anders ging. 

Der Kreisverkehr ist sehr dicht befahren und ich verzichte vorsichtshalber darauf, die Fahrbahn zu überqueren, um direkt auf die "Insel" im inneren des Kreisverkehrs zu gelangen. Daher fotografiere ich auch nur von außerhalb, was den Effekt der Statue etwas verringert. 

Nicht viel weiter beginnt dann die Innenstadt von Colmar mit der Fußgängerzone. Gleich am Anfang befindet sich das Spielzeugmuseum, das auch auf einer Etage uralte Modelleisenbahnen zeigt. Der Besuch dieses Museums ist auch eine Art von Pflichttermin. 

Hier geht es natürlich überwiegend um französisches Spielzeug. Aber einige Sachen kannte man auch in Deutschland. Am Ende verlasse ich das Museum jedenfalls mit einem breiten Grinsen, weil so viele schöne alte Erinnerungen aufgefrischt wurden. 

Weiter geht es ins touristische Zentrum von Colmar. Der letzte Besuch hier ist schon etliche Jahre her. Wir waren in der Osterzeit am Kaiserstuhl und hatten von dort aus eine Radtour nach Colmar unternommen. 

Damals war es uns sehr voll vorgekommen, weil offenbar hunderte von Menschen in der Stadt herumliefen. Trotzdem hatten wir die Buntheit der Stadt genossen. 

Heute ist die Stadt immer noch bunt, auch wenn der explizite Osterschmuck um diese Jahreszeit natürlich fehlt. Aber aus den hunderten Besuchern sind eher tausende geworden. Mir kommt es so unglaublich voll vor, dass ich nur eine Runde drehe und mich dann wieder auf den Rückweg mache. 

Am Wohnmobil kann ich erst einmal kurz duschen und dann die Beine hochlegen und einfach nur relaxen. Trotz des blauen Himmels erreicht das Thermometer nur rund 25 Grad, was sich sehr gut aushalten lässt. 

5. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
0 Ribeauvillé (2)
SP Cave Ribeauvillé
15 €

Mittwoch, 22. Juli 2026

Als ich gegen 8 Uhr ins Städtchen zum Bäcker radle, erlebe ich eine Überraschung. Die Fußgängerzone ist wie ausgestorben. Nur ein paar Lieferanten und andere Baguette/Croissant-Einkäufer. Ja, morgens um Acht ist die Welt noch in Ordnung. 

Nach dem Frühstück mache ich mich mit frisch ver- und entsorgter Nolwenn auf den Weg. Über Kayersberg, das Tina und ich vor zwei Jahren besucht hatten, geht es zum Col du Bonhomme. Auf der Passhöhe wird die Straße von der Vogesenkammstraße, der Route des Crêtes gekreuzt. Dieser Route folge ich nun bis zum Grand Ballon d'Alsace

Kurz hinter Kaysersberg: Schwertransport >6m Breite am hellichten Tag kommt über die Passstraße entgegen. In Deutschland undenkbar. Und hier auch nur mit 2 BF3 und 2 Kradfahrern zur Absicherung. 

Unterwegs wird früh klar, dass es hier oben, obwohl Mittwoch, ziemlich voll werden wird. Insbesondere an den beiden Sommerrodelbahnen ist kaum mehr mit einem Pkw ein Parkplatz zu bekommen, geschweige denn mit einem Wohnmobil. 

• Blick von der Route des Crêtes auf den Lac de Kruth-Wildenstein. Da weiß ich noch nicht, dass ich genau dort unten heute übernachten werde. 

Es ist ein Tag der Rennrad- und der Motorradfahrer. Und der Cabriofahrer natürlich auch noch. 

Interessant ist zu beobachten, wie unterschiedlich sich die Gruppen beim Erreichen einer Passhöhe verhalten. (Das Nachfolgende ist nicht pauschalisierend, sondern witzig gemeint!)

Der Rennradfahrer, dünn, drahtig und braun gebrannt wie ein knuspriges Brathähnchen. Zumindest an den Stellen, die nicht vom Trikot und der Radlerhose bedeckt sind. Der Rest ist vermutlich weiß wie die gute Alpina Wandfarbe. Also diese Radler steigen vom Rad, kramen das Handy raus und machen Siegerfotos und Selfies, bevor sie sich auf der anderen Seite der Strecke wieder in die Tiefe stürzen. 

Die Motorradfahrer kommen an, bleiben auf dem Motorrad sitzen, ziehen den Helm ab, hängen ihn an den Lenkergriff und stecken sich erstmal eine Kippe an. 

Die Cabriofahrer dagegen steigen mit ihren Slippern und Polohemden aus dem Auto, schlagen lässig die Türe zu und gehen erstmal auf einer der Aussichtsterrassen einen Cappuccino schlürfen. 

Und der Wohnmobilfahrer fährt entweder weiter oder hat - so wie ich - Glück und bekommt am Grand Ballon einen Platz in einer Parkreihe, die als Parkmöglichkeit bisher von allen übersehen wurde. Kurze Zeit später steht hier natürlich eine ganze Schlange an geparkten Fahrzeugen aller Art. 

• Letzte Woche waren Jonas und Lipo am Grand Ballon noch dabei. Mittlerweile sind beide nach schweren Stürzen aus dem Rennen. 

Da ich also nun auf der Passhöhe des Grand Ballon einen Parkplatz bekommen habe, kann ich mir in aller Ruhe überlegen, wie ich nun weiterfahren werde. Meine Pläne gingen nämlich genau bis zu diesem Pass und weiter hatte ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. 

Ich entschließe mich gegen eine Weiterfahrt wieder runter in die Rheinebene und fahre lieber nochmal ein Stück zurück zum oben schon erwähnten Stausee Lac de Kruth-Wildenstein. Dort unten gibt es wieder einen Stellplatz von Camping Car Park und es werden in der App genügend freie Parzellen angezeigt. 

Ich bekomme einen schönen Reihenendplatz und bin zufrieden. Markise und Campingstuhl raus. Dann erstmal die Füße hochlegen. 

Später dann noch eine Runde mit dem Fahrrad, um die Gegend etwas näher kennen zu lernen. Zunächst eine Runde um den Stausee und dann in die beiden namensgebenden Orte. 

Wildenstein liegt oberhalb des Sees und Kruth unterhalb. In Kruth finde ich eine Bäckerei, wo ich morgen früh hinradeln und mir ein Baguette holen werde. 

6. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
103 Kruth-Wildenstein
SP CCP
14,82 €

Donnerstag, 23. Juli 2026

​Zur gleichen Zeit, als der Bäcker im Dorf seinen Laden öffnet werde ich heute wach, nämlich um halb Sieben. Normalerweise drehe ich mich dann nochmal um und kann noch weiter schlafen. Aber heute klappt das nicht so richtig und irgendwann stehe ich dann auf. 

Die Luft ist hier auf rund 500 m Höhe noch recht frisch, weil die Sonne auch noch gar nicht bis in die Täler gelangt ist. Daher ziehe ich mir auf dem Weg zum Bäcker mit dem Fahrrad meine langärmlige Jacke, die ich jetzt schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gebraucht habe. 

Nach dem Frühstück ist die Luft aber schon wieder deutlich wärmer. Gegen 9 Uhr verlasse ich den Stellplatz wieder. Es geht wieder rauf zur Route des Crêtes. Und ich fahre nochmal ein Stück in Richtung des Grand Ballon

Gestern war der Parkplatz am Col du Haag unterhalb des Gipfels voll belegt. Heute jedoch bin ich so früh, dass ich mit Nolwenn einen perfekten Parkplatz bekomme. Perfekt deshalb, weil ich hier nicht von Pkw zugeparkt werden kann und nach einer Wanderung auf jeden Fall auch wieder rauskommen werde. 

Der Parkplatz befindet sich rund 200 m unterhalb des Gipfels, der an seiner Radarkugel leicht zu erkennen ist. 

Ich rechne mit einer knappen Stunde für den Aufstieg, bin dann aber doch schon nach einer Dreiviertelstunde oben. 

Die Aussicht vor allem in Richtung der Alpen war das, worauf ich mich besonders gefreut hatte. Irgendwie mache ich ja fast nur Wanderungen zu besonderen Aussichtspunkten. 

Heute ist es aber so diesig, dass von den anderen Gebirgen nichts zu sehen ist. Noch nicht einmal der Schwarzwald ist zu erkennen. Alles in Richtung der Rheinebene liegt irgendwie im Dunst. 

Da ist es dann auch nicht so schlimm, dass die Aussichtsterrasse an der Radarkugel abgesperrt ist. Sie wäre nämlich mein eigentliches Wanderziel heute gewesen. Aber es sind Bauzäune aufgestellt und die Terrasse kann nicht betreten werden. 

Der Aufstieg ging über einige höhere Felsstufen und ich ärgere mich, dass ich meine Wanderstöcke diesmal nicht mitgenommen habe. Aber dadurch, dass ich mich für die große Kamera entschieden hatte, war eine Hand schon mal dauerhaft belegt. 

Für den Rückweg wähle ich die Knie schonendere aber auch weniger schöne Route über die Passstraße. Noch ist der Verkehr auf der Straße gering und ich kann unbehelligt wieder zum Col du Haag zurück gehen. 

Insgesamt war die Wanderung viel kürzer als gedacht und ich kann schnell wieder weiterfahren. 

• Haben diese Rinder am Col du Haag nicht eine krasse Fellzeichnung? Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hätte Flimmern vor den Augen. 😛

Heute werde ich die Vogesen, das Elsass und überhaupt Frankreich wieder verlassen. Teil 2 der Reise heißt ja schließlich "der Oberrhein". 

Zum Schluss noch ein Wort zur Route des Crêtes. Als ich vor über 40 Jahren erstmals dort war, hatte sich ein Bild von einem endlosen kahlen Bergrücken in mein Gedächtnis eingebrannt. Mittlerweile gibt es aber viel Wald an der Strecke, was so gar nicht mit meiner Erinnerung übereinstimmt. Ich vermute hier eine große und systematische Aufforstung, die offenbar auch erfolgreich verläuft. Wenn ich richtig liege, wäre das doch mal eine gute Nachricht. 

Aber jetzt möchte ich gerne wieder zum Kaiserstuhl. Ich wähle den Stellplatz "Kirschenhof" in Endingen-Königschaffhausen, wo ich auch im letzten Jahr schon gestanden hatte. 

Der Platz ist überraschend leer. Um diese Jahreszeit ist hier wohl grundsätzlich nichts los, lautet die Auskunft. Vor einigen Jahren waren wir mal im Herbst hier und hatten keine Chance, einen Platz zu bekommen. Aber da gab es ja auch Wein und Winzerfeste bis zum Abwinken. 

Ich beziehe eine Parzelle am hinteren Ende des Stellplatzes. Denn gegenüber der Einfahrt liegt der Sportplatz der Gemeinde und dort wird es heute schon und auch das ganze Wochenende über eine große Sportlerparty mit lauter Musik geben. 

Wir werden sehen, wie laut es tatsächlich wird. Wenn alles gut geht, werde ich drei Tage hierbleiben und von hier aus verschiedene Unternehmungen starten. 

7. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
117 Endingen-Königschaffhausen (1)
SP Kirschenhof
16 €

Freitag, 24. Juli 2026

Als Gast auf dem Stellplatz erhalte ich, wie auch alle anderen Touristen dieser Region, eine Karte für den Nahverkehr. Diese KONUS genannte Karte ist im Übernachtungspreis mit enthalten. Sie berechtigt zu Fahrten zwischen Karlsruhe und Basel. Und zwar sogar inklusive der Fahrradmitnahme. 

Heute werde ich diese Karte erstmals nutzen, wenn auch ohne die Option der Fahrradmitnahme. Vom Bahnhof in Königschaffhausen geht es mit der Linie S5 zunächst nach Breisach, wo ich in die S1 nach Freiburg umsteige. 

Ungefähr eine Stunde dauert die Fahrt bis Freiburg, dann steige ich dort am Hauptbahnhof aus. 

• Mit dem Talent 2 nach Freiburg

Es geht in die Innenstadt/Altstadt. Das Wetter ist toll, aber es sind mal wieder sehr viele Menschen unterwegs. In der Fußgängerzone findet man die Filialen der gleichen Ladenketten wie in jeder anderen Großstadt auch. Für mich, der ich nichts shoppen will, ist das schön anzusehen, aber irgendwie auch langweilig. 

Immerhin einen echten Laden für Modelleisenbahn finde ich dann noch. Ich schaue mir die Auswahl an, kaufe aber nichts. 

• Das Märklin-Schild lockt mich an

In Freiburg gibt es wie in anderen Großstädten auch natürlich einige Sehenswürdigkeiten. Hier ist es zunächst die große Kirche, Münster genannt. Dazu der Münsterplatz, auf dem heute ein Markt stattfindet. 

Dann gibt es noch das alte Rathaus, mit den üblichen Verzierungen. Und mit dem Martinsturm noch einen alten Stadttor-Turm. Und noch ein paar weitere Sehenswürdigkeiten. Pflichtbewusst mache ich als Tourist das eine oder andere Foto. 

Doch längst ist es nicht mehr nur ein schönes Wetter, sondern es wird ganz schön heiß. Ich flüchte zu einem Eiskaffee in den Schatten. 

Danach trete ich den Rückweg an. Im Gegensatz zu heute Morgen ist der Zug heute Nachmittag ziemlich überfüllt. Das liegt vor allem an den vielen Schülern, die jetzt wieder von der Stadt zurück ins Umland fahren. 

Ich spanne am Stellplatz dann die Markise auf und verbringe einen ruhigen restlichen Tag im Schatten. 

Für morgen sind noch höhere Temperaturen angesagt und ich plane einfach nur einen ruhigen Tag mit hochgelegten Füßen. Einzige Aktivität dürfte dann einmal der Weg mit dem Fahrrad zum Supermarkt sein, um für das Wochenende ein paar Sachen einzukaufen. 

8. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
0 Endingen-Königschaffhausen (2)
SP Kirschenhof
16 €

Samstag, 25. Juli 2026

Am Morgen fahre ich mit dem Fahrrad in den Ort zur Bäckerei. Die Brötchen auf dem Stellplatz hatten gestern meine Erwartungen nicht erfüllt. Bestenfalls waren sie als Aufbackbrötchen auf Tankstellenniveau. Mit frischen Brötchen hatte das nicht so viel zu tun. Da kann ich mir lieber selber Brötchen aus meinem Vorrat aufbacken. 

Aber das kommt erst morgen zum Tragen, wenn die Bäckerei geschlossen hat. Für heute bekomme ich jedenfalls frische Brötchen. Die dort "Wasserbrötchen" genannten Exemplare sind nicht super aber meiner Meinung nach doch besser als die "Tankstellenbrötchen" auf dem Stellplatz. 

Nach dem Frühstück geht es dann nochmal mit dem Fahrrad los. Diesmal nach Endingen zum dortigen Supermarkt, wo ich für das Wochenende einkaufe. 

• Das Setting für den heutigen Tag. Wandern werden heute nur Tisch und Stuhl, nämlich jeweils mit dem Schatten von Baum und Markise. 

Tinas Lieblingstorte hier auf dem Kirschenhof wäre die Heidelbeer-Torte. Ich nehme Pfirsich-Joghurt. Aber vielleicht hätte ich einen größeren Teller nehmen sollen. 

Mit 33 Grad war das heute ein ziemlich warmer Tag. Zum Glück nicht schon wieder so eine Hitzewelle wie vor ein paar Wochen. 

Als es zum Abend hin dann langsam abkühlt, bereite ich schon ein paar Sachen für die morgige Weiterfahrt vor. Das Fahrrad kommt wieder auf den Heckträger, die Markise wird auch nicht mehr gebraucht. Ebenso wenig wie Tisch und Stuhl, die auch wieder in die "Garage" wandern. 

9. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
0 Endingen-Königschaffhausen (3)
SP Kirschenhof
16 €

Sonntag, 26. Juli 2026

Auch wenn ich am Kaiserstuhl jetzt nicht besonders viel unternommen habe, möchte ich nun doch wieder weiter. Und zwar rauf in den Schwarzwald. 

Als Einstieg habe ich mir die Bundesstraße 31 ausgesucht, die sogenannte Höllentalstraße. Das Navi führt mich mitten durch Freiburg mit Blick auf das Münster. Dabei kreuze ich sogar den Weg, den ich vorgestern als Fußgänger genommen hatte. 

Hinter Freiburg geht es direkt leicht bergan. Am sogenannten Hirschsprung kommen sich die Felswände beider Seiten ziemlich nahe. Es soll hier auf einer Seite die Statue eines Hirschs geben, der zum Sprung über die Schlucht ansetzt. Allerdings ganz oben. 

Ich sehe den Hirsch nicht, da der Alkoven im Weg ist und ich gar nicht nach oben schauen kann. Also fahre ich an dieser Sehenswürdigkeit vorbei. 

​Ein kleines Stück weiter zweigt linksseitig die Ravennaschlucht ab. Sie wird an ihrem Eingang von einem bekannten Eisenbahnviadukt überspannt. Im Winter findet unterhalb des Viadukts ein sehr bekannter Weihnachtsmarkt statt. Dabei wird die Brücke mit bunten Strahlern angeleuchtet. 

Ich würde gerne durch die Schlucht bis an deren oberen Rand wandern gehen. Aber zunächst scheitere ich daran, überhaupt einen Parkplatz zu finden. Es gibt zwar Parkplätze, aber es sind sehr viele Sonntagsausflügler, meist Familien mit Kindern, unterwegs. Alle wollen in die Schlucht und da bleibt kein Platz für ein Wohnmobil. 

Ich drehe nochmal eine Runde und finde einen Platz an der Bundesstraße. Von hier aus kann ich auch losgehen. 

Am Viadukt warte ich auf die Ankunft eines Zuges, der oben drüber fährt. Hier verkehrt die Linie S1 mit der ich vorgestern nur bis Freiburg gefahren war. Aber sie läuft natürlich noch weiter. Nämlich hier entlang. 

In den paar Minuten, die ich auf die Bahn warte, ziehen hunderte Menschen an mir vorbei und gehen in die Schlucht. Bis auf die schon erwähnten Familien mit den Kindern sind die meisten gar nicht für eine Wanderung gekleidet. Vor allem nicht vom Schuhwerk her. 

Der Wanderweg wird hinter dem Viadukt sehr schnell eng und "einspurig". Ich gehe ein Stück, aber in diesen Menschenmassen hat das mit einem Natur Erlebnis nichts mehr zu tun. Ich drehe um. 

Dann sehe ich, dass es einige Guides gibt, die alle mit Schildern von "Viking Cruises" oder so ähnlich ausgestattet sind. Das ist hier also anscheinend eine Gruppe von Flusskreuzfahrern, die mit Reisebussen von Breisach hier heraufgebracht wurden, um mal den echten Schwarzwald zu erleben. 

Und wirklich sehe ich unten dann mindestens ein halbes Dutzend Reisebusse stehen. Hier gibt es auch ein Schwarzwald Einkaufsparadies. Kuckucksuhren, Nussknacker, German Weihnacht u.s.w. 

Höhepunkt ist ein Haus, das als Kuckucksuhr gestaltet ist. Um kurz vor 12 versammelt sich hier eine ansehnliche Menschenmenge, um dem Kuckucksruf beizuwohnen und mit dem Handys zu dokumentieren. Okay, ich ja auch. 

Nach diesem großartigen, einzigartigen Spektakel gehe ich dann aber wieder zum Wohnmobil zurück und fahre weiter. 

Nächstes Ziel ist gar nicht so weit entfernt. Der Ort Titisee mit dem gleichnamigen See. Oder andersherum? Auch hier gibt es das volle Schwarzwaldprogramm in der Fußgängerzone, die runter zum See führt. So etwas hatten wir schon mal am Königssee gesehen. 

Aber ich halte hier nur, um mir die "Märklin World" in Titisee anzuschauen. Diese liegt in zweiter Reihe in der Fußgängerzone. Es ist eine kleine Ausstellung, die sich als Museum versteht. 

Ein paar kleine und mittlere Anlagen und viele Vitrinen mit vielen Exponaten. Ein paar dieser Exponate sind sogar wirklich schön, selten und alt. Eine extra Reise hierher lohnt sich vermutlich nicht. Aber wenn man als Märklinbahner in der Nähe ist, kann man sich das durchaus mal anschauen. 

Der große Parkplatz P1, auf dem ich in Titisee geparkt hatte, bietet sogar die Möglichkeit der Übernachtung. Aber wirklich schön finde ich diesen Parkplatz jetzt nicht. Da fahre ich lieber noch ein Stück raus und stelle mich auf einen Stellplatz ins gefühlte Nirgendwo. 

Der Stellplatz liegt direkt neben der Bahnlinie, auf der auch wieder die S-Bahn fährt. Zwischendurch fährt hier aber auch eine Museumseisenbahn, so dass ich auch etwas zu fotografieren habe. 

Leider habe ich mit diesem Stellplatz auch mal wieder ein Loch im Telekom Mobilfunknetz gefunden. So wird das Hochladen dieses Berichtes heute nicht mehr gelingen.

10. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
75 Feldberg-Falkau
SP Bahnhof Falkau
14 €

Montag, 27. Juli 2026

Hurra! Regen! So könnte das Motto an diesem Morgen lauten. 

Mein Plan lautet aber, dass ich heute auf den Feldberg wandern möchte. Natürlich wieder nicht von ganz unten. Ich möchte wieder im Bereich einer Passhöhe losgehen. In diesem Fall vom Feldberg-Pass auf 1.200 m Höhe. 

Nachdem ich auf dem Grand Ballon in den Vogesen war, muss ich natürlich auch den höchsten Gipfel auf dieser Rheinseite erwandern. Den Wettkampf um die höchste Höhe gewinnt dabei der Feldberg. 

Grand Ballon 1.424 : 1.494 Feldberg

Auf der Passhöhe gibt es eigentlich keine Parkplätze für Wohnmobile sondern überwiegend Parkhäuser und ich muss eine Zeitlang suchen, bis ich endlich eine Möglichkeit gefunden habe, um Nolwenn legal abzustellen. Natürlich benötige ich auch ein Parkticket, aber das ist eben so.

Ich nehme direkt ein Tagesticket. Denn erst ab Mittag sollen die Wolken wieder aufreißen. Ich nutze die Zeit, um hier bei gutem Mobilfunknetz den gestrigen Upload dieses Berichtes nachzuholen. 

Um kurz vor 11 Uhr ist der Regen endgültig abgezogen und ich kann aufbrechen. Der Feldberg ist eine Reihe kahler Hügel, bei denen jeder Hügel im Grunde genommen einen eigenen Gipfel darstellt. 

Der bekannte Feldbergturm steht dabei gar nicht auf dem Feldberg selber, sondern auf einem seiner Nachbarn. Das "Gipfelkreuz" auf dem Feldberg wird durch einen großen Sendemast dargestellt. Nach einer halben Stunde auf Waldwegen gibt es einen ersten Blick auf den Mast aus der Ferne. 

Oben zwischen den Hügelkuppen wird es dann insgesamt flacher. Aber es geht ein heftiger Westwind, der sich richtig kalt anfühlt. Die Weste hatte ich schon die ganze Zeit an. Aber ganz oben ziehe ich mir auch noch die Regenjacke drüber, die den Wind gut abhält. Zunächst geht es zur Antenne, wo sich der eigentliche Feldberggipfel befindet.

• Siegerfoto schon mit der Regenjacke drüber

Danach dann noch rüber auf den Seebuck, rund 50 Meter niedriger als der Feldberg. Dort steht der Feldbergturm. Dieser beinhaltet ein Schwarzwälder Schinken Museum, das mich jedoch nicht interessiert. 

Auf und zwischen den Höhen mache ich einige Fotos. Die Sonne setzt sich immer mehr durch. Man hat schönen Blick über den Schwarzwald, aber auch nicht viel weiter. Die Vogesen sind so gerade eben als Umriss zu erkennen und die Alpen verstecken sich mal wieder komplett im Dunst. 

Den Weg rüber zur Seilbahnstation und zum Bismarckturm verkneife ich mir. Wobei die Seilbahn kontinuierlich einen Wanderer nach dem anderen absetzt. Vor allem Familien sind hier unterwegs. Die meisten sind nicht gut vorbereitet und kommen überwiegend mit T-Shirts und Turnschuhen hier herauf. 

So werden sie bei dem kalten Wind nicht viel Spaß haben. Eigentlich ist es doch befremdlich, dass die Leute so unbedarft von der Bahn hier hochgefahren werden. Man könnte sie unten doch auch mal auf die ungemütlichen Verhältnisse hier oben hinweisen. 

Zurück am Wohnmobil mache ich mich schnell wieder abfahrbereit. Heute möchte ich nur noch zum nahegelegenen Schluchsee. Und dort auf den Campingplatz. Doch der ist voll belegt und ich muss weiterfahren. 

Nur zwei Kilometer weiter folgt der Ort mit dem Namen Schluchsee. Hier gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile, wo ich dann stehen bleibe. 

Die Bezahlung der Übernachtung ist kurios. Zunächst bezahlt man am Parkscheinautomat die Gebühr für die Nacht. Danach muss man dann ins Rathaus, bzw. in die Tourist-Info, um sich anzumelden, die Kurtaxe zu bezahlen und die KONUS-Karte für den ÖPNV entgegen zu nehmen. 

Die gestrige Bahnlinie mit der Museumsbahn, der Dreiseenbahn, führt auch durch Schluchsee. Überhaupt bin ich weniger als zehn Kilometer vom gestrigen Übernachtungsplatz entfernt. 

Jedenfalls geht die Bahnlinie bis ans südliche Ende des Schluchsees, nach Seebruck. Im dortigen Endbahnhof befindet sich auch die Abstellung für die Museumsfahrzeuge.

Ich schwinge mich auf das Fahrrad und schaue mir das an. Auf das Gelände komme ich leider nicht, aber der Zaun erlaubt auch Fotos von außerhalb. Also folgt hier jetzt nochmal eine Fotoserie zu den dortigen historischen Bahnfahrzeugen. 

Während ich am Bahnhof bin, fährt auch wieder einer dieser modernen S-Bahn-Züge im Baden-Württemberg-Design. 

11. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
28 Schluchsee (1)
SP Schluchsee
12 € + 3,50 € Kurtaxe

Dienstag, 28. Juli 2026

• Der Ortskern von Schluchsee strahlt bei dem schönen Wetter, als ich morgens meine Brötchen einkaufe

Später drehe ich Nolwenn nochmal. Da ich ja noch hier bleiben möchte, finde ich es schöner, die Sitzgruppe zu der anderen Seite zu haben. Dafür stehe ich jetzt trotz Auffahrkeilen nicht mehr so gerade wie letzte Nacht. 

• Fußläufig vom Stellplatz liegt das Freibad mit Strandbad. Von der Liegewiese blickt man richtig schön über den See. Natürlich darf ich im Freibad nicht fotografieren. Deshalb nur dieses Foto vom Eingang.

Ach so, natürlich war ich dort ein wenig schwimmen. Bei dem Trubel ist aber richtiges Bahnenschwimmen nicht möglich. Das Mitnehmen meiner Schwimmbrille war daher unnötig. 

Der Eintritt kostet normal 6 Euro. Mit der Gästekarte des Ortes zahlt man sogar nochmal einen Euro weniger. 

Apropos Gästekarte. Die nutze ich und fahre am Nachmittag nochmal mit der Bahn nach Titisee. Am Sonntag war es ja so fürchterlich überfüllt, dass ich mich dort gar nicht wohl gefühlt hatte. 

Heute ist es immer noch voll, aber nicht mehr so extrem wie am Wochenende. Daher bekomme ich auch direkt einen Platz im Eiscafé und gönne mir nochmal einen Eiskaffee. 

Auch der Bahnhof des Ortes Schluchsee liegt sehr schön am See. Und hier fährt ebenfalls die Linie S1 mit der ich letzte Woche vom Kaiserstuhl aus nach Freiburg gefahren bin. 

Vielleicht nutze ich die Gästekarte morgen noch einmal und fahre ein zweites Mal nach Freiburg. Diesmal dann mit der Bahn auf der berühmten Höllentalstrecke. Da würde ich dann über das Viadukt der Ravennaschlucht fahren. 

12. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
0 Schluchsee (2)
SP Schluchsee
12 € + 3,50 € Kurtaxe

Mittwoch, 29. Juli 2026

Letzter Schultag in BW. Ab morgen sind dann auch hier Ferien. Da es heute sogar hier auf 900 m Höhe richtig warm wird, beginnen viele Familien ihre Ferienzeit mit einem Besuch im hiesigen Frei- und Strandbad. 

Der Pkw-Teil des Parkplatzes ist schon früh komplett voll und auch bei den Wohnmobilen ist nichts mehr zu holen. Den ganzen Tag über fahren unzählige Wohnmobile auf Suche nach einem freien Platz durch die Reihen, ohne etwas zu finden. 

Ich bleibe noch für eine dritte Nachte, lasse das mit der Fahrt nach Freiburg über die Höllentalstrecke aber lieber sein. Am Nachmittag gehe ich für zwei Stunden ins Freibad, um mich abzukühlen. Danach verlasse ich die Sonne aber wieder. Selbst der Aufenthalt im Schatten könnte heute schon zu viel sein. 

• Ein schnelles und mehr oder weniger heimliches Foto über den Pool auf den See. Diese Kulisse ist schon sehr einladend, oder? 

13. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
0 Schluchsee (3)
SP Schluchsee
12 € + 3,50 € Kurtaxe

Donnerstag, 30. Juli 2026

Diese Reise geht so langsam zu Ende. Und obwohl heute wohl der heißeste Tag der Woche werden wird, muss ich den Schwarzwald nun verlassen. Dabei war es so angenehm auf dieser Höhe, ohne die volle Hitze wie in den tieferen Regionen. 

Aber nachdem ich jetzt zwei Wochen fast nur Motorradstrecken gefahren bin, kann ich es noch nicht so ganz sein lassen. Morgen will ich nochmal mit Nolwenn in der Werkstatt von Mi-Mobile vorstellig werden und einen optionalen Einbau besprechen. Also muss ich über die Schwäbische Alb mit ihren Motorradstrecken. 

Zunächst komme ich jedoch nach Rothaus. Hier steht die Rothaus-Brauerei, deren Bier im gesamten südlichen Schwarzwald verkauft wird. Eine besondere Sorte ist wohl das "Tannenzäpfle" oder so ähnlich. 

Eine Attraktion ist angeblich die Teilnahme an der Brauereibesichtigung. Für mich als Nicht-Biertrinker ist das jetzt nicht so interessant und ich verzichte darauf. 

Neben der Brauerei steht das sogenannte "Hüsli". Dieses Haus diente in der Fernsehserie "Schwarzwaldklinik" als Kulisse für die Außenaufnahmen an dem Privathaus des Chefarztes. Vor einem Jahr hatte ich ein Modell dieses Hauses auf der Schwarzwald-Modellbahn in Gutach gesehen. Jetzt kann ich das Vorbild also mit dem Modell vergleichen. 

Der nächste Punkt auf meiner Liste ist nochmal ein Besuch auf dem Zeller Horn mit seinem Aussichtspunkt rüber zur Burg Hohenzollern. Hier waren wir auf unserer ersten Tour mit Nolwenn schon einmal und ich würde gerne mal ein längeres Stück am Albtrauf entlanggehen. 

Den Parkplatz hatte ich mir als eventuellen Übernachtungsplatz vorgestellt. Aber die Reifenspuren auf dem Platz zeigen eindeutig, dass hier regelmäßig Autoposer ihre "Donuts" üben. So etwas findet üblicherweise nachts statt und da habe ich gar keine Lust drauf. 

Also Übernachtung ist hier dann nicht. Aber zu dem Aussichtspunkt wandern geht ja. Das mache ich auch. Aber trotz der fast 1.000 m Höhe ist es in der Hitze unangenehm, heute hier zu wandern. 

Also mache ich an der Abbruchkante wieder eine Reihe Fotos, drehe dann aber um und gehe zu Nolwenn zurück. 

Ich wäge verschiedene Übernachtungsplätze ab, entscheide mich letztendlich aber mal wieder für den kostenlosen Stellplatz in Göppingen. Vor dort aus werde ich morgen eine gute Startposition in Richtung der Werkstatt in Winnenden haben. 

Natürlich führt mich mein Weg auch noch ins Märklineum. Wie könnte es auch anders sein. 

14. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
220 Göppingen
SP Schockensee
0 €

Freitag, 31. Juli 2026

Zum Frühstück gibt es heute nur Aufbackbrötchen. Der nahegelegene Bäcker hatte mich bei den letzten Aufenthalten nicht wirklich überzeugt. Wenn ich das nächste Mal wieder etwas länger hier stehe, werde ich bestimmt wieder dort Brötchen holen, aber heute nicht. 

Gute 30 km sind bis zur Werkstatt von Mi-Mobile. Heute sitzt die Chefin selber am Empfang und der Werkstattmeister hat Urlaub. Ich werde gut beraten, und wir sprechen die Optionen durch. Am Ende vereinbaren wir, dass ich den Plan auch nochmal mit dem Werkstattmeister nach dessen Urlaub telefonisch besprechen werde. 

Für die heutige Übernachtung habe ich mir den Stellplatz in Sinsheim ausgesucht. Da es heute wieder über 30 Grad werden wird, kommt mir das schöne Freibad, das direkt neben dem Stellplatz liegt, total entgegen. 

Der Stellplatz ist so leer, wie ich ihn noch nicht gesehen habe. Ich bekomme einen der wenigen Plätze neben einem Baum, so dass Nolwenn wenigstens im Halbschatten steht. Trotzdem wird es innen natürlich wieder richtig warm. Hoffentlich kann ich heute Nacht besser schlafen als letzte Nacht, wo mich die Wärme im Alkoven lange Zeit wachgehalten hatte. 

15. Nacht

Gefahrene Kilometer Tagesziel
116 Sinsheim
SP Womopark
15 €

Samstag, 01. August 2026

Die Nacht war wieder ziemlich tropisch. Warm und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Qualität des Schlafes leidet doch sehr darunter. 

Als ich daher am Morgen aufstehe, fühle ich mich nicht wirklich ausgeschlafen. Der Kaffee zum Frühstück hilft aber. 

Ich mach Nolwenn startklar und fahre nun also wieder nach Hause. Durch das Lkw-Fahrverbot, das in der Ferienzeit auf vielen Strecken gilt, sind entsprechend wenig Lkw unterwegs. Und auch die Zahl der Pkw in meiner Richtung hält sich in Grenzen. Für die 300 km nach Hause brauche ich rund 3,5 Stunden inklusive Pause. Das ist endlich mal ein Schnitt, mit dem ich zufrieden bin. 

Natürlich heißt das nicht, dass auf den Autobahnen insgesamt nichts los gewesen wäre. In Richtung Süden war durchaus mehr Urlauberverkehr zu verzeichnen. 

Und da die südlichen Bundeslänger ihr erstes Ferienwochenende haben, waren alle Strecken über die Alpen nach Süden in Richtung Mittelmeer total überfüllt. Im Radio wurden den ganzen Tag lange Staus und Blockabfertigung an praktisch allen Tunneln gemeldet. 

Gefahrene Kilometer Tagesziel
290 nach Hause
1487 Gesamtkilometer